Ein Radfahrer ist am 31. August 2020 in Berlin auf der autofreien Friedrichstraße unterwegs. Auf einem 500 Meter langen Abschnitt zwischen Franzoesischer und Leipziger Straße ist der Verkehr fuer Autos bis Ende Januar 2021 gesperrt. (Quelle: dpa/Z. Scheurer)
Audio: Inforadio | 03.09.2020 | Franziska Ritter | Bild: dpa/Z. Scheurer

Nach Absage nachgeholt - Autofreie Friedrichstraße nun auch offiziell eröffnet

Seit einer Woche ist ein Teil der Friedrichstraße in Berlin-Mitte autofreie Zone. Am Freitag haben Verkehrssenatorin Regine Günther und Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (beide Grüne) das Projekt auch offiziell eröffnet.

Die ursprünglich für den vergangenen Samstag angesetzte offizielle Einweihungsfeier musste abgesagt werden: Grund war die Demonstration in der Berliner Innenstadt gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Tausende Teilnehmer hatten sich nach Auflösung eines Demonstrationszuges im Umfeld der Friedrichstraße versammelt, wo die offizielle Einweihung des autofreien Abschnitts stattfinden sollte.

Modellprojekt für den öffentlichen Raum

Der Abschnitt zwischen Französischer Straße und Leipziger Straße ist zu einer Flaniermeile umgestaltet worden. Bis Ende Januar sollen dort Autos tabu sein. Stattdessen gibt es zwischen Bäumen, Sitzgelegenheiten und Freiluftgastronomie einen breiten Radweg. "Wir haben gesehen, dass die Friedrichstraße in der Vergangenheit deutlich an Attraktivität verloren hat. Geschäfte sind abgewandert. Wir haben die Rückmeldung, dass der Straßenraum als sehr laut und nicht attraktiv empfunden wurde. Insofern war hier Veränderung angezeigt", sagte Günther am Freitag dem rbb. Taxis kommen jetzt nicht mehr zu den Arztpraxen. Der erste Tag zeigte: statt Autos gehörte die Fahrbahn klar den Radlern. Fußgängern blieb wie gehabt nur der Gehsteig.

Mit dem Modellprojekt wollen der Bezirk Mitte und der rot-rot-grüne Senat testen, wie der öffentlichen Raum neu aufgeteilt und der Aufenthalt in der Innenstadt an Qualität gewinnen kann. Kritik kam von der Opposition ebenso wie von Wirtschafts- und Handelsverbänden.

Von Seiten der Industrie- und Handelskammer etwa hieß es im Vorfeld, man müsse erst ein umfassendes Konzept für mehr Aufenthaltsqualität entwickeln. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg äußerte die Befürchtung, dass die von der Corona-Pandemie gebeutelten Einzelhändler durch die Verkehrsberuhigung noch mehr leiden werden. Das Projekt ist zeitlich begrenzt, es läuft bis Ende Januar 2021.

Sendung: Abendschau, 04.09.2020, 19:30 Uhr

61 Kommentare

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  1. 61.

    Ich war vorgestern zufällig in der Friedrichstraße ohne von dem Projekt zu wissen und habe mich sehr über die Veränderung gefreut. Es war angenehm ruhig, entspannter als vorher und durch die Sitzgelegenheiten sogar gemütlich. Ein tolles Projekt!

  2. 60.

    Liebe Martina, und genau das meinte ich. Für Sie sind andere Meinungen immer gleiche und einfach strukturierte Floskeln die Sie als Aggression auslegen.
    Und wieder versuchen Sie mit einem versucht intelligenten endlos Kommentar andere als "einfach gestrickt" hinzustellen.
    Das braucht niemand. Danke

  3. 59.

    Herr Dennis. Seit den 1950er Jahren sind Städte für Autos konzipiert worden. In Westdeutschland ist dabei übrigens mehr Altbau zerstört worden, als durch Bombenangriffe. Das Zeitalter des Autos in der Stadt, die Stadt für Autos ist aber vorbei. Was also nun geschieht ist quasi der Rückbau für die Funktion und die Nutzung des (Verkehrs)Raums wie er in Zukunft gebraucht wird. Schauen Sie sich in der Stadt um. Für viele ist das Auto weder Prestigeobjekt, noch im Stadtverkehr funktional. Da der Raum nicht beliebig erweitert werden kann -wundersame Vermehrung gibt es nicht- wird dysfunktionale Privilegierung von KFZ´s unumgänglich. Vor allem in Innenstädten. Ist eine internationale Entwicklung. Gewerbetreibende sind also in Barcelona, Paris, London oder New York nicht anders gefragt. Sie greifen zu kurz, halten Sie es für eine ideologische Frage "RRG", oder emotionalisieren Sie es, als ginge es gegen Bevölkerung, also Menschen, die Sie dann auch noch mit ihrem KFZ gleichsetzen.

  4. 58.

    Sie können einfach nur jemanden nicht aushalten, der die ewig gleichen und einfach strukturierten Floskeln schlicht als das begreift was sie sind: Aggressionen. Verwahrt man sich dagegen scharf, ist dieses Milieu gefordert sachlich und reflektiert zu diskutieren, wird tatsächliche Sachkenntnis, tatsächliche Arbeit, redlicher Kontext im Thema gefordert, ist der nölende Bildungsbürger beleidigt. Weil er glaubt er habe einen Status der ihm garantiert immer im Recht zu sein. Es gibt keinen Grund hier nicht deutlich und klar zu machen das das nervt, aufhält und destruktiv ist.
    Während sich eine Pseudo-Opposition im Abgeordnetenhaus auf dieser Basis ihre Mandate sichert.
    Richtig. Das ist das "Weltbild" die Bräsigkeit, die Selbstverständlichkeit die ich jederzeit angreife. Was Sie "friedlich" nennen ist die Gewalt dieser allgegenwärtig beanspruchten Ödnis. Das ist wovon ich beleidigt werde. Es geht nicht nur um Ihre Befindlichkeit.

  5. 57.

    Öffentlicher Raum ist sehr öffentlich, wenn man Gruppen ausgrenzt. Menschen die Autos fahren scheinen für RRG nicht Teil der Bevölkerung zu sein. Bei der nächsten Wahl sollten diese und ihre Familien ihre Konsequenzen daraus ziehen.
    Aber sollnse mal machen, mal sehen wann die Geschäfte den Bach runter gehen :-) Erst hier, dann dort und dann ist Berlin irgendwann pleite.
    4 Spuren (10m breit) für Radfahrer.. wenn das nicht dekadent und Klimaschädlich ist, wenn alles im Stau Umwege drum rum fährt. RRG kann nicht von 12 bis Mittags denken.
    Außerdem, das einzige was in der Friedrichstraße los war, war doch der Autoverkehr.

  6. 56.

    Ich flaniere lieber durch die Wilmersdorfer oder die Rathausstraße. Vor allem nach Geschäftsschluss herrscht dort eine Atmosphäre wie an einem Mittelmeerstrand.

  7. 55.

    Liebe Martina, einen konstruktiven Diskurs können Sie zu keinem Thema führen. Bei Ihnen gilt immer nur..."ich und dann kommt eine ganze Weile gar nichts."
    Ich lese hier viel und stelle fest solange Sie an einem Austausch nicht teilnehmen verlaufen diese Diskussionen bis auf ein paar Ausnahmen immer recht friedlich und nicht beleidigend.
    Aber nur bis Sie auf der Bildfläche erscheinen. Sie greifen wirklich jeden der nicht in Ihr Weltbild passt an und versuchen mit zum Teil inhaltslosen" Endloskommentaren " andere Kommentatoren als ich sage mal "Ahnungslos" hin zu stellen. Sie sollten lernen auf dem Teppich zu bleiben. Dankeschön und einen schönen Sonntag.

  8. 54.

    Bevor die Kommentarfunktion seitens des RBB geschlossen wird, bitte ich Sie darum, Ihre Angriffe und Beleidigungen einzustellen. Bleiben Sie sachlich und argumentieren bitte vernünftig, ohne pathologisch gegenüber Menschen zu werden, die Sie nicht kennen.

  9. 53.

    @ "Thomas/Zehlendorf" Wer Sie sind ist in der Kommentarleiste zum Artikel "SPD Politikerin zeigt Akelius an" hier bei RBB24 nachzulesen. Ihre Phantasien meiner Mitgliedschaften müssen daher nicht weiter kommentiert werden. Das heulen von "Respekt" ist dabei nur Aggression.

    @ "nur mal so nachgefragt" und "Moin" Sogenannte "man wird doch wohl Meinung..." ist Steckenpferd eines Milieus, das darunter das Recht , den Anspruch und die Deutungshoheit versteht, ohne Sachkunde, vor allem Erarbeitung von Sachkunde, oft unter Verschleierung tatsächlicher Interessen, Umstände und Erkenntnisse, einen konstruktiven Diskurs und das Aushandeln widerstreitender Interessen im Gemeinwesen zu zertrümmern.
    Dies ist entschlossen, direkt und scharf zurück zu weisen. Beleidigte Reaktionen darauf sind Teil der Methode. Ob sie bewusst oder unbewusst reflexartig angewendet wird ist für ihre Folgen unerheblich. Sie haben mit einem Austausch im demokratischen Prozess nichts zu tun. Sie sollen ihn verhindern.

  10. 52.

    "Friedrichstraße war eine Prachtstraße," Damals hatten wir aber noch einen Kaiser. Nach der Wende wurde gerne der Anspruch wieder erhoben und der Abgesagt des Ku'Damm. Das Lafayette würde dem KaDeWe den Rang abkaufen etc. Die F. konnte den selbst erhobenen Anspruch aber nie erfüllen.

  11. 51.

    Änderung kann man nur in gegenseitigen Respekt , vernünftigem Diskurs und sachlichen Argumentation voranbringen, aber nicht mit ständigen Angriffen, wenn andere Meinung keine Zustimmung findet. Da hilft auch kein Verstecken hintern vermeintlich intellektuellen Ansätzen.

  12. 50.

    Nur mal angemerkt: Wer lesen kann und verstehen kann, ist klar im Vorteil und reagiert nicht nicht aggressiv, polemisch und disqualifizierend, so wie Sie es machen. Keine Ahnung, welche Probleme Sie mit der Wahrnehmung anderer Argumente wie den Ihren haben, Angriffe und Destruktivität erlese ich bei Ihnen mehr, aals bei anderen.
    Vorschläge, oder Fragen nach Vorschlägen werden von Ihnen in einer arrogant, aggressiven Art ins Surrealistische verkehrt, dass es schon fast pathologische Züge annimmt.

  13. 49.

    Ihre immer wiederkehrende kommunistische Argumentation, welche Sie über viele Jahre als Mitglied der SED/PDS/Linke auswendig gelernt haben, hilft in der Sache leider nie.

  14. 47.

    Auch eine Idee. Eine Straße ohne Bäume ist für mich sowieso ein NoGo und Kübel lassen sich ja je nach Jahreszeit gut bepflanzen. Jedenfalls hat der jetzige Zustand nichts mit einer Flaniermeile oder Fußgängerzone zu tun. Statt vorher auf den gesamten Verkehr müssen die Fußgänger jetzt auf massiven Radverkehr achten und haben damit wieder den Kürzeren gezogen. Bei Flaniermeilen steht dem ,"Fußvolk" die volle Breite der Fläche zur Verfügung und nicht nur weiterhin 2 schmale Gehwege.

  15. 46.

    Richtig. Gegenüber hoch integrierten, bereits seit langer Zeit erprobten, immer wieder aus dieser Erfahrung verbesserten Konzepten in den Niederlanden oder Dänemark hat dieser Versuch die Anmutung eines geradezu ängstlich-vorsichtigen Beginns. Das liegt vor allem an Widerständen, den obstruierenden Milieus, die noch immer glauben moderne Stadt und Verkehrskonzepte seien unter der Überschrift "links-grüne Ideologie" abzulehnen. Auf die absurde Idee käme kein konservativer, wirtschaftsliberaler Niederländer oder Däne. Das ist eine Unsitte, geradezu verbohrte Blödheit in Deutschland, die auf anderem Niveau möglicherweise der deutschen Automobilindustrie doch noch den Nokia-Effekt bescheren wird. Oder seit 25 Jahren durch die Fehlbesetzungen des Bundesverkehrsministeriums, den Schienenschluss der Rotterdam-Genua-Linie auf 2035 verschiebt. (Auch hier einmal mehr trotz vertraglicher Verpflichtung) Nötig ist der alternativlose Konsens: Dem Auto zugunsten von Rad, Fuß, ÖPNV-Verkehr Raum nehmen

  16. 44.

    An die "Nur mal so"s und "nur mal nachgefragt"s
    Lesen Sie Verkehrskonzepte des RRG-Senats. Erarbeiten Sie sich Überblick über bereits verwirklichte und noch zu verwirklichende Pläne, auf der Grundlage einer Vision für die Stadt. Haben Sie GEARBEITET, gibt es eine Grundlage für qualifizierten, sachlichen und inhaltlichen Diskurs. Konstruktive Kritik ist so notwendig wie willkommen. Destruktives Genöle sparen Sie sich für da auf, wo Sie mit derartiger Schlichtheit brillieren. Offenbar gibt es Klientel, die dafür sogar Personal mit Diäten ausstatten. Die dann im Abgeordnetenhaus auf solchem Niveau Opposition simulieren. Im Zweifelsfall steht sie in YouTube-Filmchen auf Fahrrad-Fahrstreifen herum, um sich über sie lustig zu machen. Fordern am nächsten Tag aber Radwege. Verstehen Sie das die Geduld Grenzen hat. Mit Leuten die jede Diskussionsgrundlage zerstören, damit niemand bemerkt, das sie selbst keine haben. Ich begrüße den Versuch in der Friedrichstraße. Lernende Stadt.

  17. 43.

    Na dann bitte entsiegeln und Bäume sowie Strauchwerk, vor allem insektenfreundliches Gewächs Pflanzen.

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