Berlin-Tempelhof - Vivantes baut Wenckebach-Klinikum zu ambulantem Standort um

Das Wenckeback-Klinikum in Berlin-Tempelhof, Archivbild (Quelle: Imagebroker/Schoening)
Bild: Imagebroker/Schoening

Das Vivantes-Wenckebach-Klinikum in Berlin-Tempelhof wird künftig keine Patienten mehr stationär versorgen. In den kommenden Monaten sollen die 443 Betten schrittweise in das drei Kilometer entfernte Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg verlagert werden, teilte eine Sprecherin von Vivantes am Dienstag in Berlin mit. Der Tempelhofer Standort soll demnach zu einem Gesundheitscampus mit ambulanter Medizin weiterentwickelt werden.

Mitarbeiter hatten gegen Entscheidung protestiert

"Nach umfangreichen Analysen sind wir daher zu dem Schluss gekommen, dass wir die Patientenversorgung nachhaltig verbessern können, wenn wir die stationäre Krankenhausbehandlung und das Fachpersonal an einem modernen Standort in Tempelhof-Schöneberg konzentrieren", wurde Johannes Danckert, Geschäftsführer Klinikmanagement, zitiert.

Durch die Zusammenlegung verspricht sich Vivantes Vorteile unter anderem für die Patienten: Würden bestimmte medizinische Behandlungen an einem Standort konzentriert, entstünde dort durch die hohe Zahl der Behandlungen eine bessere Behandlungsqualität, behauptet der Krankenhauskenhaus. Mitarbeiter der Klinik hatten im Vorfeld gegen diese Entscheidung protestiert.

Mitarbeiter des Vivantes-Wenckebach-Klinikums protestieren im Mai 2020 gegen die Neuausrichtung des Hauses (Quelle: DPA/Andreas Gora)

Sendung: Abendschau, 29.09.2020, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Es ist vielleicht sinnvoll aber schlechterdings unmöglich die 443 Betten innerhalb von Monaten ins Auguste-Viktoria-Klinikum zu Verlagen. Wir sprechen hier von vielen Jahren wenn nicht Jahrzehnten.
    So viel so schnell Bauen kann man schlicht nicht.
    Zurück bleiben werden die Psychiatrie und die Geriatrie und damit die Stigmatisierten. Und das trotz des klar seid der Psychiatriereform erklärten Willens, solche alleinstehenden Abteilungen abzuschaffen.

  2. 4.

    Danke, den Medizinern des WENCKEBACH für die Rettung meines Lebens. Nur die ultraschnelle Versorgung am Herzkathederplatz und die anschließende Weiterversorgung rettete mein Leben. Die sehr freundlichen Ärzte und Pflegekräfte unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. Dietlind Zohlnhöfer-Momm und deren professionelle Arbeit sind eine positive Erinnerung die unvergessen bleibt. Die ehrwürdigen Mauern des Areals sind schon sehr beeindruckend, stecken sie doch voller medizinischer Geschichte. MfG

  3. 3.

    In Corona-Pandemiezeiten Standorte schließen ?
    Klingt nach Logik ! Je weniger Krankenhäuser, desto höher die Keimbelastung.
    In Zeiten multiresistenter Krankenhauskeime stationäre (ortsfeste) Behandlung durch ambulante Behandlung (Laufkundschaft) zu ersetzen, ohne den Standort zu entseuchen, klingt zumindest Humorvoll.

  4. 2.

    Mein Opa, meine Oma, mein Papa und meine Schwester sind im Wenckebach verstorben, meine Tochter ist dort geboren. Wir lebten weniger als 1 Min. Vom Eingang entfernt.

  5. 1.

    So so, die Patientenversorgung wird also nachhaltig besser, wenn man ein Krankenhaus schließt. Was das jemals so?
    Wenn die 443 Betten aus dem Wenckebach-Klinikum wirklich in voller Zahl ins AVK verlagert werden (was ich irgendwie nicht so recht glauben kann), dann frage ich mich, wo da die Verbesserung (ganz zu schweigen von einer "nachhaltigen" Verbesserung) für die Patienten herkommen soll.
    Das ist höchstens eine Verbesserung für Vivantes, weil man auf "Synergieeffekte" hofft (falls die überhaupt jemals eintreten) und unter dem Strich Personal einsparen möchte. - Mehr aber auch nicht!

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