Ein Elektrozaun am Strassenrand im Landkreis Spree-Neiße (Bild: dpa/Andreas Franke)
Video: Brandenburg aktuell | 19.09.2020 | Charlotte Gerling | Bild: dpa/Andreas Franke

Mobiler Elektrozaun soll helfen - Brandenburg startet neue Maßnahmen gegen die Schweinepest

Mobiler Elektrozaun, größere Schutzzone und Hundestaffeln für die Kadaversuche: Brandenburg hat die Maßnahmen verstärkt, um die Schweinepest einzudämmen. Bei 13 Wildschweinen wurde die Tierseuche inzwischen nachgewiesen.

In Brandenburg sind die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest am Samstag verstärkt worden. In der sogenannten Kernzone, die nach neuen Funden infizierter toter Wildschweine bei Neuzelle südlich von Eisenhüttenstadt vergrößert wurde, wird ein längerer mobiler Elektrozaun gebaut. In dieser Zone dürfen Wald und die umliegenden Gebiete nicht betreten werden, wie der Landkreis Oder-Spree mitteilte.

Verstärkung mit Hundestaffeln aus anderen Bundesländern

Auch die Suche nach Wildschweinkadavern geht am Wochenende verstärkt weiter - auch mit Einsatz von Hubschraubern mit Wärmebildkameras und Drohnen. Ab Montag kommen Hundestaffeln aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz dazu.

Wegen der vergrößerten Kernzone um die Tierfunde gebe es zudem touristische Einschränkungen, hieß es vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree. So darf der Oder-Neiße-Radweg nicht genutzt werden. Um das gefährdete Gebiet herum haben die betroffenen Landkreise nach Angaben des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums inzwischen eine rund 2.300 Quadratkilometer große Pufferzone eingerichtet, die als seuchenfrei gilt.

Bisher wurde das Virus in Brandenburg bei 13 Wildschweinen nachgewiesen. Es ist für Menschen ungefährlich, aber für Wild- und Hausschweine tödlich.

Experten rechnen nicht mit baldigem Impfstoff

Nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist offen, wie lange die Tierseuche Wild- und Hausschweine im Land gefährden wird. Wie der Präsident des Bundesforschungsinstituts, Thomas Mettenleiter, der Nachrichtenagentur dpa sagte, gibt es die Seuche auf Sardinien schon seit 1978, während sie in Tschechien innerhalb eines Jahres ausgerottet wurde. Mit einem Impfstoff rechnet Mettenleiter in absehbarer Zeit nicht. Momentan sei die beste Vorbeugung, die Ställe sicher zu machen.

Sendung: Inforadio, 19.09.2020, 13:00 Uhr

Illustration: Die afrikanische Schweinepest, infiziertes Hausschwein, Wildschweine. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)
rbb|24/Caroline Winkler

Hintergrund: Tierseuche in elf Illustrationen erklärt - Das macht die Afrikanische Schweinepest so bedrohlich

Wo kommt die Afrikanische Schweinepest her? Wo trat sie bisher auf? Und welche Gefahr geht von ihr aus? Die wichtigsten Antworten zu der Tierseuche auf einen Blick. Von Bettina Rehmann (Text) und Caroline Winkler (Illustration)

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4 Kommentare

  1. 4.

    Kleinmachnower Wildschweine würden über das Zäunchen schallend lachen! Das hält maximal Menschen ab, aber keine dick-felligen Borstis! Wenn das helfen würde, hätten es alle... Aber alle haben fest betonierte Metallzäune, hoch und im Boden eingelassen, damit sie nicht untergraben werden können.

    Überlegt Mal, was solche pippigen Weidezäunchen bringen sollen...

  2. 3.

    Mit Hubschrauber, Drohnen, Hundestaffeln gegen die Seuche?? Wildschweine sind Wildtiere und bei Gefahr ergreifen sie die Flucht.... da hilft dieses 90 Zentimeter hohe Elektrozäunchen mit Glasfiberstäben überhaupt nichts, da gehen die Schweine durch, drüber oder nehmen ihn teilweise mit. Das ist wie die besondere Fliegenklatsche mit dem Loch in der Mitte.... eine Tür ist immer offen.

  3. 2.

    Kein Schwein ruft mich an.

  4. 1.

    Ach ja, wenn man Elektro-Zäune aufstellt, dann muss man auch eine Stromquelle anschließen! Sonst ist diese Maßnahme absolut sinnfrei!

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