Ein Spürhund der Polizei in einem Waldgebiet (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Audio: Studio Frankfurt | 21.09.2020 | Stefan Kunze | Bild: dpa/Julian Stähle

Afrikanische Schweinepest - Ausgebildete Spürhunde suchen nach Wildschwein-Kadavern

Mittlerweile 20 Fälle von Afrikanischer Schweinepest sind in Brandenburg bestätigt. Um möglichst schnell die Ausbreitung eindämmen zu können, wird die Suche nach toten Wildschweinen verstärkt. Im Einsatz sind seit Montag auch speziell ausgebildete Spürhunde.

Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg wird die Suche nach toten Wildschweinen in der Kernzone verstärkt. Seit Montag kommen auch Kadaver-Spürhundestaffeln zum Einsatz.

Vier dieser speziell ausgebildeten Suchhunde aus Rheinland-Pfalz haben dazu ihre Arbeit aufgenommen, wie der Landkreis Oder-Spree mitteilte. Hier sollen sie verendete Wildschweine aufspüren. Aus dem Kreis Bad Segeberg und dem Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein sind weitere derartige Teams angereist. Auch im Kreis Spree-Neiße soll noch am Montag eine der Hundestaffeln eintreffen und dann am Dienstag ihr Einsatz beginnen. Die Hundestaffeln sollen zunächst für eine Woche zum Einsatz kommen.

Hunde zusätzlich zu Drohnen und Wärmebildern

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz hatten frühzeitig begonnen, Jagdhunde für die Suche nach Wildschweinkadavern auszubilden. Kadaver-Spürhunde stöbern verendete Tiere nur auf, sie berühren sie nicht und hetzen auch keine sterbenden Wildschweine, sondern melden ihren Fund dem Hundeführer. Geprobt wurde monatelang mit toten, überfahrenen Wildschweinen in verschiedensten Verwesungsstadien, alle frei von Afrikanischer Schweinpest.

Für die Kadaver-Spürhunde-Teams ist die Suche an der deutsch-polnischen Grenze zwischen Schenkendöbern in Spree-Neiße und Neuzelle in Oder-Spree von besonderer Bedeutung. Denn es ist ihr erster Praxistest im Dauereinsatz. Erhofft wird, dass die ausgebildeten Hunde mit ihrem Riechsinn schneller und auch verlässlicher sind als Wärmebildkameras und Drohnen.

Mittlerweile 20 bestätigte Fälle - Kernzone auf 150 Quadratkilometer ausgeweitet

Mittlerweile gibt es in Brandenburg 20 amtlich bestätigte Fälle von Afrikanischer Schweinepest. Landestierarzt Stephan Nikisch rechnet mit weiteren Funden infizierter Tiere. "Vor allem rund um die Hotspots, wo bereits verendete Wildschweine entdeckt wurden, muss man das erwarten", sagte Nickisch.

Der erste infizierte Wildschweinkadaver war in Schenkendöbern gefunden worden. Danach wiesen die Behörden ein Gefahrengebiet mit einem Radius von 20 bis 25 Kilometern aus. Dort gilt ein Jagdverbot. Ein Kerngebiet, in dem Wald und Landschaft nicht betreten werden dürfen, war nach Bestätigung neuer Fälle bei Neuzelle vergrößert worden. Die Kernzone wurde nach amtlichen Angaben auf 150 Quadratkilometer ausgeweitet.

Mobiler Weidezaun umgibt Kernzone

Nach Angaben des Kreises Oder Spree vom Wochenende ist das Kerngebiet mit einem mobilen Weidezaun eingegrenzt. "Zum allergrößten Teil" stehe inzwischen auch die Stromversorgung des Zauns, hieß es in einer Mitteilung am Sonntagabend.

Die noch fehlenden Weidezaungeräte würden am Montag beschafft und angeschlossen. Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree informierte über Einschränkungen: So darf zum Beispiel der Oder-Neiße-Radweg in dem Kerngebiet nicht genutzt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2020, 14 Uhr

 

Es hat nach Angaben des Kreises einen Umfang von 58 Kilometern und ist mit einem mobilen Weidezaun eingegrenzt. "Zum allergrößten Teil" stehe inzwischen auch die Stromversorgung des Zauns, hieß es in einer Mitteilung am Sonntagabend.

Die noch fehlenden Weidezaungeräte würden am Montag beschafft und angeschlossen. Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree informierte über Einschränkungen: So darf zum Beispiel der Oder-Neiße-Radweg in dem Kerngebiet nicht genutzt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2020, 14 Uhr

Es hat nach Angaben des Kreises einen Umfang von 58 Kilometern und ist mit einem mobilen Weidezaun eingegrenzt. "Zum allergrößten Teil" stehe inzwischen auch die Stromversorgung des Zauns, hieß es in einer Mitteilung am Sonntagabend.

Die noch fehlenden Weidezaungeräte würden am Montag beschafft und angeschlossen. Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree informierte über Einschränkungen: So darf zum Beispiel der Oder-Neiße-Radweg in dem Kerngebiet nicht genutzt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2020, 14 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Und dieses Aufspüren toter bzw. waidkranker Wildschweine ohne Berühren usw. können halbwegs gut ausgebildete (brandenburgische ...) Jagdhunde nicht?!?! Kann man sich kaum vorstellen ...

  2. 1.

    Sehr gut, endlich mal eine erfolgversprechende Methode.

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