Anis Mohamed Youssef Ferchichi (l), bekannt als Rapper Bushido, steht beim Prozess gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie neben seinem Anwalt. (Quelle: dpa/dpa/Pool)
Bild: dpa/Pool

Prozess im Berliner Landgericht - Bushido vergleicht Beziehung zu Abou-Chaker mit Zwangsheirat

Trotz unberechtigter Forderungen habe er versucht, für sich die Situation "lebenswert zu machen": Mit diesen Worten hat Rapper Bushido vor Gericht die Beziehung zu seinem früheren Manager Abou-Chaker beschrieben.

Im Prozess gegen seinen früheren Manager Arafat Abou-Chaker hat der Berliner Rapper Bushido am Montag erneut vor dem Landgericht Berlin ausgesagt. Dabei verglich er seine Beziehung zu dem Clanchef mit einer Zwangsheirat.

Er habe versucht, sich trotz der aus seiner Sicht unberechtigten Forderungen seines ehemaligen Partners im Musikgeschäft und "unfreiwilligen" Zahlungen über Jahre hinweg "die Situation lebenswert zu machen", beschieb der Musiker seine Situation. So sei es auch zu mehreren gemeinsamen Immobiliengeschäften gekommen. Inzwischen laufe neben dem Strafverfahren auch eines vor einem Zivilgericht, sagte Bushido.

Einst Geschäftspartner, schließlich zerstritten

Der 41-jährige Rapper und der 44-jährige Abou-Chaker, Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, galten über Jahre hinweg als Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Bushido die Geschäftsbeziehungen 2017 aufgelöst hatte. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.

Der Rapper sei im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden, so die Anklage. Die Brüder des Clanchefs im Alter von 39, 42 und 49 sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt. Die Männer haben zu den Vorwürfen geschwiegen. Nur der 39-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.

Bushido seit vier Verhandlungstagen im Zeugenstand

Die Anklage lautet auf versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue. Es wird unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen verhandelt.

Bushido erklärte am inzwischen sechsten Verhandlungstag weiter, im Zivilverfahren sei unter anderem eine angebliche Vereinbarung aufgetaucht, die sein Ex-Geschäftspartner "mit sich selber" abgeschlossen habe, um "lebenslang an meinen Sachen zu verdienen". Der Rapper gab an, von dieser "komischen Vereinbarung" erst im Oktober 2019 erfahren zu haben. Bushido befindet sich bereits seit vier Verhandlungstagen im Zeugenstand.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

4 Kommentare

  1. 4.

    Wieder nur Hirnfreie Kommentare!
    Wir haben ein Rechtsystem in dem sich Bushido bewegt, und hat recht damit.
    Soll er einen haufen Fans mobilisieren, und die Tür ein rennen und in den Knast gehn?
    Er hat in erster Linie Musik und "Kunst" gemacht.
    Nur schon immer mit dem falschen Hintergrund und Partnern.
    Jetzt will er raus aus dem Moloch und das auf dem rechtsweg, vielleicht wird er ja jetzt erwachsen.
    Er machts richtig

  2. 3.

    Bushido bleibt sich treu. Nach frauenverachtenden Texten jetzt ein selbstmitleidiger Vergleich mit Zwangsheirat. Anscheinend hat er bisher keine Sekunde darüber nachgedacht, was Zwangsheirat wirklich bedeutet.

  3. 2.

    Da haben Sie wohl Gansta-Rap mit der Musik von Helene Fischer oder den Wildecker Buben verwechselt?

  4. 1.

    Hat seinen Wohlstand auf entwürdigen, sexistischen und gewaltverherrlichenden Texten begründet und jammert jetzt wegen eines Gefühls der Zwangsheirat?
    Der hat se doch nich mehr alle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kira Pieper
rbb|24/Mitya

Der Absacker - Krokodil dringend gesucht

Das Känguru Skippy, die Kuh Yvonne und der Problembär Bruno: Sie werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und das Sommerloch-Tier 2020? Gab es nicht. Woran hat das nur gelegen, fragt sich Kira Pieper.