Rettungsübung der Feuerwehr (Quelle: dpa/Frank Bründel)
Bild: dpa/Frank Bründel

DLRG-Bilanz - Weniger Badetote bisher in Brandenburg, dafür mehr in Berlin

In den ersten acht Monaten des Jahres 2020 sind in deutschen Gewässern mindestens 329 Menschen ertrunken, davon 22 in Brandenburg und 11 in Berlin. Das hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag mitgeteilt.

Insgesamt sind das deutschlandweit 20 Fälle weniger als im Vorjahreszeitraum. In Brandenburg starben im vergangenen Jahr sechs Menschen weniger durch Ertrinken, Berlin zählte neun Fälle mehr.

August-Zahlen so hoch wie seit 17 Jahren nicht mehr

Die Zahlen für den Sommermonat August lagen deutschlandweit mit 117 so hoch wie seit vielen Jahren nicht. Zum Vergleich: 2019 waren es 45 Badetote im August. Auch im heißen Sommer 2018 gab es mit 110 ertrunkenen Personen etwas weniger Todesfälle in diesem Monat zu verzeichnen. Letztmals lag die Zahl ertrunkener Personen im August 2003 mit 129 Fällen höher.

"Erfreulich ist, dass wir verglichen mit dem Vorjahr weniger Fälle von Ertrunkenen insgesamt haben. Der Sommer war dieses Mal speziell im Juni und Juli etwas verhaltener. Die Statistik zeigt jedoch auch: Sobald es heiß wird, gehen die Leute - oft zu sorglos – ins Wasser", warnte DLRG-Präsident Achim Haag.

"Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern", so Haag weiter. Dadurch, dass zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten oder nur beschränkt zugänglich waren, hätten sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht. Damit seien auch die steigenden Zahlen bei gutem Wetter im August zu erklären, so Haag weiter.

Häufigste Unfälle an Seen und Flüssen

Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse. In den überwiegend unbewachten Binnengewässern ertranken in diesem Jahr insgesamt 287 Menschen, rund 85 Prozent der Gesamtzahl. 156 Menschen starben in Seen und Teichen, 123 in Flüssen und Bächen, 8 in einem Kanal.

Demgegenüber sind die überwiegend bewachten Küsten von Nord- und Ostsee vergleichsweise sicher. Die DLRG hat an fast 90 Stationen zwischen Borkum und Usedom von Mitte Mai bis Mitte September bemannte Wachposten. Daher ertranken im Meer bis Ende August 18 Menschen – davon vier in der Nordsee und 14 in der Ostsee.

In deutschen Schwimmbädern ertranken bis August sechs Menschen, drei weniger als 2019. In Hafenbecken, Gräben und an sonstigen Orten kamen 16 Menschen ums Leben.

Bundesland Ertrinkungsfälle Veränderung
Bayern 68 -12
Nordrhein-Westfalen 41 -13
Niedersachsen 41 0
Baden-Württemberg 38 +4
Schleswig-Holstein 23 +7
Brandenburg 22 -6
Hessen 21 +3
Sachsen 17 +3
Mecklenburg-Vorpommern 16 -9
Rheinland-Pfalz 15 +10
Berlin 11 +9
Hamburg 4 -7
Saarland 4 +2
Sachsen-Anhalt 4 0
Bremen 2 +1
Thüringen 2 -5

Es ertrinken deutlich mehr Männer

In der Verteilung nach Männern und Frauen gab es wie in den Vorjahren ein starkes Ungleichgewicht. Bisher verloren 261 Männer ihr Leben im Wasser. Das macht fast 80 Prozent der Gesamtzahl der Badetoten aus. Hier sind laut DLRG Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oftmals auch Alkohol Gründe für die tödlichen Unfälle.

In der Altersstatistik ist wie bisher bei den Vor- und Grundschulkindern die Zahl der Todesfälle relativ hoch. In der Altersklasse 0 - 10 Jahre starben 22 Kinder, unter den 11- bis 15-Jährigen gab es fünf Todesfälle.

Sendung: Fritz, 17.09.2020, 6 Uhr

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