02.11.2019, Berlin: Polizisten mit gelben Fahradwesten stehen an einem regnerischen Tag mit ihren Rädern nahe dem Pariser Platz. (Quelle: dpa/Steinberg)
Audio: Inforadio | 03.09.2020 | Andreas Marschner | Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Ausbau der Fahrradstaffel - Berlin will 160 Polizisten per Rad auf Streife schicken

160 Polizisten auf Fahrrädern sollen ab 2023 Verkehrssünder auf Berlins Straßen kontrollieren und ermahnen. Die Fahrradstaffel der Polizei sei ein Erfolgsmodell, das ausgebaut werde, kündigten Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Freitag an.

Seit der Gründung im Jahr 2014 gehörten 20 Polizisten auf Mountainbikes zur Radstaffel, die ihren Sitz nahe dem Hauptbahnhof hat und zunächst nur in Mitte unterwegs war. Dieses Jahr soll die Fahrradstaffel auf 43 Mitglieder aufgestockt werden. Ab 2021 sollen dann 50 und ab 2023 100 Polizisten zur Radstaffel gehören. Zu Mitte kam bereits im vergangenen Jahr Friedrichshain-Kreuzberg als Einsatzgebiet dazu, künftig wird der Bereich bis nach Nord-Neukölln ausgeweitet.

GdP will flächendeckende Fahrradstaffel

Ab Ende dieses Jahres sollen zudem in den Polizeidirektionen 1 - 4, die außerhalb der Innenstadt liegen, insgesamt 60 Polizisten auf Fahrrädern unterwegs sein, wie Polizeidirektor Frank Schattling vom Bereich Verkehr erläuterte. Fahrrad-Polizisten sollen dann in Zukunft im gesamten Gebiet innerhalb des S-Bahnrings unterwegs sein.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortetet die geplante personelle Aufstockung der Fahrradstaffel der Berliner Polizei. "Wir haben mehr als zwei Millionen Radfahrer in der Stadt, 500.000 davon fahren nahezu täglich", sagte GdP-Landeschef Norbert Cioma am Donnerstag, "Das sollte sich auch in der Polizeiarbeit widerspiegeln".

So erwarte die GdP, dass die Ankündigung an die jeweiligen Direktionen eingehalten werde. Außerdem sei es wichtig die Fahrradpolizisten nicht nur im Stadtkern von Berlin einzusetzen, sondern flächendeckend. "Berlin ist mehr als Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg", so Cioma weiter.

Radler nehmen Tausende Ordnungswidrigkeiten auf

Die Polizisten auf Fahrrädern kümmern sich vor allem um Autofahrer und Radler, die falsch abbiegen, falsch parken, rücksichtslos oder ohne Licht fahren oder rote Ampeln ignorieren.

Die Radstaffel war 2014 als Modellversuch in Berlin-Mitte zwischen Alexanderplatz und Regierungsviertel eingesetzt worden. Eine Auswertung des Versuchs zeigte positive Ergebnisse, etwa einen Rückgang von Unfällen. Seit 2019 sind die Polizisten mit ihren Fahrrädern auch
im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterwegs.

Seit ihrem Bestehen stellte die Fahrradstaffel Zehntausende Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. 2015 wurden rund 14.000 Anzeigen aufgenommen, 2016 etwa 23.000 und 2017 knapp 20.000. Aktuellere Zahlen lagen noch nicht vor.