Feuerwehrleute stehen an der Autobahn A24 neben einem verunglückten Fernbus. Bei dem Fernbusunglück hat es am frühen Morgen nach Polizeiangaben 31 Verletzte gegeben. Das Unternehmen Flixbus bestätigte der Deutschen Presse-Agentur zunächst 3 Verletzte. Quelle: Ralf Drefin/dpa
Bild: dpa

16 Reisende in Berlin zugestiegen - Flixbus bei Wöbbelin verunglückt

Am frühen Morgen ist auf der Autobahn A24 in Mecklenburg-Vorpommern ein Fernbus von der Fahrbahn abgekommen und in einen Graben gestürzt. Auf der Fahrt des Busses von Prag nach Hamburg waren in Berlin 16 Reisende zugestiegen.

Nach einem Fernbusunglück auf der Autobahn 24 nahe Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern wurden am frühen Samstagmorgen 32 Menschen in ein Krankenhaus gebracht. Ein Notarzt sagte dem Norddeutschen Rundfunk, dass ein Großteil der Fahrgäste leichtverletzt oder unverletzt geblieben sei, vier Reisende hätten mittelschwere Verletzungen davongetragen [ndr.de]. Ein Sprecher des Unternehmens Flixbus bestätigte rbb|24 auf Anfrage, dass es unter den Insassen drei Verletzte gab.

Der Bus hielt auf dem Weg von Prag nach Hamburg unter anderem in Berlin, wo den Angaben zufolge 16 Menschen zustiegen. Alle Insassen des Busses, laut Flixbus 30 Fahrgäste und 2 Fahrer, seien vorsorglich in Krankenhäuser gekommen.

Flixbus: Fahrer wechselten sich alle zwei Stunden ab

Die Ursache für den Unfall nördlich von Ludwigslust werde noch ermittelt, möglicherweise handele es sich um Sekundenschlaf des Fahrers, sagte ein Polizeisprecher in Rostock der Deutschen Presse Agentur (dpa). "Die Ermittlungen laufen."

Unternehmenssprecher Sebastian Meyer sagte rbb|24, Flixbus setze auf Nachtfahrten wie dieser aus Sicherheitsgründen immer zwei Fahrer ein. Beide hätten sich nach der Abfahrt in Prag ungefähr alle zwei Stunden abgewechselt. "Wir können bestätigen, dass die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten wurden", hieß es.

Nach Angaben des Sprechers herrschten zum Unfallzeitpunkt normale Witterungsverhältnisse. Drei Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Ein Rettungshubschrauber sei am Unfallort gelandet, aber nicht zum Einsatz gekommen.

Der Bus sei in Fahrtrichtung Hamburg zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Hagenow von der Straße abgekommen und in einen Graben gefahren, sagte der Polizeisprecher. Nähere Details zu den Verletzten gab es noch nicht. Der Unfall habe sich um 5.45 Uhr ereignet. In dem Fahrzeug hätten Reisende unterschiedlicher Nationalitäten gesessen, sagte der Polizeisprecher. Kinder seien nicht dabei gewesen.

Größere Busunfälle relativ selten

Größere Busunfälle sorgen öfter für Aufsehen, sind aber relativ selten. Im Mai 2019 war ein Fernbus nahe Leipzig verunglückt. Eine Frau starb, neun Menschen, darunter der Busfahrer, wurden schwer verletzt. Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer wegen eines "medizinischen Problems" sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle hatte. Im Juni 2019 wurden sieben Menschen verletzt, als ein Flixbus auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe auf einen Lastwagen auffuhr, der plötzlich die Spur wechselte.

Ein knappes Jahr zuvor waren nahe Rostock 22 Menschen verletzt worden. Ihr Bus war von der Fahrbahn abgekommen und in einem Graben umgekippt. Trotz solcher Unfälle zählen Fernbusse zu den sichersten Verkehrsmitteln. "Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist deutlich geringer, als wenn Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind", heißt es beim ADAC. Laut Statistischem Bundesamt sind Busse nur in knapp einem Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.09.2020, 11 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    I' ve already seen this numbers, but i didn' t know, what they mean until now.

    Thank you, very much, for the Information!

  2. 20.

    Wer die Tourismusbranche kennt, den dürften solche Vorfälle nicht überraschen. Seit Jahren versuchen wir, diese Berufe durch immer verbesserte Arbeitsbedingungen, leistungsorientierte Sonderzahlungen und komplette Fahrkostenübernahme attraktiver zu gestalten. Der anhaltende und weiter zunehmende Fachkräftemangel wird zu einer immer größeren Belastung, da durch fehlendes Personal bei den Bussen und Bahnen, Veranstaltungen immer schlechter durchgeführt werden können. Sollte das Personalproblem nicht in absehbarer Zeit behoben werden, kann auch die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden. Außerdem können attraktive Fahrpreisangebote, nicht aufrechterhalten werden. Bewerben Sie sich! Ein nettes Team erwartet Sie.

  3. 18.

    Man kann so oft wechseln wie man will ... , da ist was , das heißt Biorhythmus . Außerdem ist der eingewechselte ja auch nicht frisch . Busfahrten über Nacht sind lebensgefährlich . Der tote Punkt liegt zwischen 3 Uhr und 6 Uhr . Da gibt es kein entrinnen , die Momente müssen für die Fahrer die Hölle sein . Da der arme Kerl aber Liniendienst fährt , muß der Fahrplan gehalten werden . Der muß weiterfahren ... Selbst wenn er nicht eingeschlafen ist , ist die Wahrnehmung verzerrt .
    Mit einem Nachtfahrverbot für Reisebusse hätte manches Leben gerettet werden können .

  4. 17.

    Just look again at tge picture. On the front upper window there is red circle sticker with white 21 number inside. Only Umbrella is marking it's coaches like this. I used to work there...

  5. 16.

    Ich bin vor einigen Wochen auf der A9 Richtung Leipzig in einen Starkregen gekommen. Alle Verkehrsteilnehmer haben sich vorbildlich verhalten. Geschwindigkeit deutlich reduziert, rechts eingeordnet und vorsichtig weitergefahren. Nur auf der linken Spur kam wie aus dem Nichts so ein grüner Flixbus und raste mit hoher Geschwindigkeit an allen vorbei. Tempolimits halten diese Fahrer nie ein, immer am oberen Limit. Ich würde niemals in so einen Bus steigen. Ja, ich kann es mir leisten Auto oder Bahn zu fahren.

  6. 15.

    Die Fahrer können allerdings auch bei den Lenk- und Ruhezeiten tricksen, indem sie in der Pause Nebentätigkeiten abseits des Lenkrades ausführen.

    Flixbus hatte sich vor einiger Zeit bei einer Sperrung der Autobahn nach Hamburg dumm gestellt, dass sie nicht auf die Daten des Busses zugreifen könnten. Dabei ist eine Standortkontrolle mittels GPS seit vielen Jahren bereits beginnend mit Lkw-Spedititionen Standard. Deren Ausrede war, dass die Fahrt von einem Subunternehmen ausgeführt wurde.

  7. 14.

    Da habe ich mich wohl für Sie unverständlich ausgedrückt. Die Strecke Prag - Hamburg ist natürlich nicht kurz, deshalb ist in Berlin (Haltepunkt) ein neuer Fahrer an Bord gekommen.

  8. 12.

    Der „frische“ Busfahrer steigt an einem Haltepunkt zu. Auf kurzen Strecken, wenn es gleich wieder zurück geht, sind zwei Fahrer an Bord.

  9. 11.

    Alle Busfahrer m/w/d hat eine persönliche Karte, die in den "Fahrtenschreiber" gesteckt wird und sämtliche Daten aufzeichnet. Die kleinen runden Papierscheren sind gerade bei modernen Fernbussen längst passe.
    Diese Karten werden bei Unfällen sichergestellt/beschlagnahmt und können vor Ort durch die entsprechende Technik ausgelesen werden.
    Es kann davon ausgegangen werden, dass die ermittelnde Behörde eine entsprechende Mitteilung an das Busunternehmen gegeben hat.
    Möglicherweise sind bei Flix-Bus auch Geräte verbaut, die mit dem businternen WLAN die Daten auch an die Zentrale übermitteln und dadurch die Aussage getroffen werden konnte.

  10. 10.

    Man erkennt die Busfirma an die Nummer im roten Kreis. Das ist eindeutig die Firma Umbrella.Diese Firma stellt die meisten Busse für Flixbus.

  11. 8.

    Alle zwei Stunden zu wechseln ist ja schön und gut, aber bei zwei Fahrern bleibt für den "pausierenden" keine echte Ruhezeit. Da müssten dann mindestens 3 Fahrer auf dem Bus sein, um wenigstens 4h Schlaf zu versuchen zu bekommen.

  12. 7.

    Was soll man sagen .... das kommt irgendwann dabei raus bei dieser Geiz is Geil schei....!
    Bevor ich in diese billig Busse steige laufe ich lieber ....

  13. 6.

    Hohohooo... nun aber mal laaangsam mit den Spekulationen!!! Wer, wie, was und vor allem warum, werden die Ermittlungen zeigen! Gott sei Dank wurde niemand lebensgefährlich verletzt, was aktuell die wichtigste Frage ist. Allen Insassen gute Besserung! Und mal ehrlich, Flixbus wird sehr wohl solche Subunternehmer im Auge haben, denn Flixbus hat einen Ruf zu verlieren. Warten wir ab, und hoffen, dass solch Unfälle sich nicht häufen.

  14. 5.

    O je, nach der offiziellen Spekulation durch Polizei und dpa zur Unfallursache nun eine weitere angedeutete Spekulation. Schade um die Wahrheit.

  15. 4.

    Vor 2 Jahren hatte ein Fahrer der selben Sub Firma von Flixbus ein Bus von Rostock kommend in den Graben gesetzt. Damals war schon Übermüdung im Spiel. Dieser tschechischer Unternehmer spielt mit Menschenleben und ist gleichzeitig größter Flixbus Subunternehmer.

  16. 3.

    Anscheinend hat in Berlin ein Fahrerwechsel stattgefunden, wie üblich, deshalb kann der Flixbus-Sprecher das jetzt schon sagen.

  17. 2.

    "Wir können bestätigen, dass die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten wurden", sagte ein Flixbus-Sprecher.
    Dies weiß er also jetzt schon ? Etwas anderes wird der Flixbus Sprecher auch sicherlich nicht bestätigen.

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