Ein Großbrand in ehemaligen Kinderkrankenhaus Hansastraß, Berlin, Weißensee (Bild: Morris Pudwelll)
Bild: Morris Pudwell

Berlin-Weißensee - Feuerwehr löscht erneut Brand im ehemaligen Kinderkrankenhaus

Im ehemaligen Kinderkrankenhaus in Berlin-Weißensee hat es erneut gebrannt. Am späten Donnerstagabend sei die Feuerwehr zum Löschen ausgerückt und habe den Einsatz kurz vor 4 Uhr am Freitagmorgen beenden können, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Insgesamt waren 80 Einsatzkräfte vor Ort, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Zur Ursache des Feuers gibt es noch keine Angaben. Verletzt wurde niemand.

21.000 Quadratmeter Brachfläche

Nach Angaben der Feuerwehr brennt das leerstehende Gebäude häufiger. Seit 1992 wird die ehemalige Kinderklinik in der Hansastraße nicht mehr benutzt. Obwohl nur noch eine Ruine übrig ist, steht es unter Denkmalschutz. Nach Jahren des Leerstands und Vandalismus kaufte ein Unternehmen das Areal und verpflichtete sich zu Investitionen in Millionenhöhe. Nach Abschluss des Vertrages passierte jedoch nichts. Das Land Berlin bemüht sich regelmäßig das Gelände von insgesamt 21.000 Quadratmeter zurückzukaufen - bisher ohne Erfolg.

Zahlreiche Brände in den Gebäuden folgten. Als Ursache vermutete die Feuerwehr oft Brandstiftung. Die Täter könnten Jugendliche sein, die Müll und Gerümpel anzündeten - gefasst wurde aber bis heute niemand. Hinweise auf Brandbeschleuniger, wie Benzin, gab es keine.

Eines der größten Brände ereignete sich Ende Juni 2013, als der Dachstuhl über 80 Quadratmeter brannte. Die Rauchwolken waren Kilometer weit zu sehen.

Zwei Großeinsätze an einem Tag

Zeitgleich zum Brand in Weißensee war die Berliner Feuerwehr bei einem Großbrand in Spandau im Einsatz. Schon am Donnerstagnachmittag war die Feuerwehr zu einem Dachbrand in der Zuflucht-und-Jeremia-Kirche ausgerückt und zeitweise mit mehr als 100 Mann vor Ort.

Sendung: Inforadio, 25.09.2020, 7 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Das war, ehrlich gesagt genau meine ersten Gedanken! ABER was sich mir nicht erklärt, wenn da jemand vom Land kauft und sich verpflichtet zu investieren, dies aber nicht tut, dann ist eine Seite seinen Vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Jetzt gäbe es doch logischer Weise zwei Wege... 1.) Vertrag ist ungültig und somit das Land wieder Eigentümer oder 2.) das Land pocht darauf, dass das Gelände geräumt und saniert wird. Passiert nix, müsste das Unternehmen eben bis zum bitteren Ende bluten, so lange bis etwas passiert... Hier würden mich mehr, @RBB vieeeel meeehr Infos interessieren! Kümmert euch doch mal genau darum und macht das was Journalisten eigentlich machen sollten, recherchieren und dann AUSFÜHRLICH berichten!

  2. 4.

    „Die Täter könnten Jugendliche sein, die Müll und Gerümpel anzündeten“

    Die andere Möglichkeit: Ein „warmer Abriss“ im Auftrag von Investoren, denen der Denkmalschutz im Wege steht.

  3. 3.

    Wir haben schon vor Jahren gemutmaßt, dass die russischen Investoren mit ihrem „führendem Krebsforschungsinstitut“ dort keinen Finger rühren werden! Stattdessen brannte plötzlich der relativ gut erhaltene Dachstuhl lichterloh.
    Es sind übrigens auch nur Teile des ehem. KKKH unter Denkmalschutz, lieber RBB. Ihr könnt da mal etwas genauer zu recherchieren und drüber berichten: Warum man in weiser Kurzsichtig das Haus in den späten Neunzigern schloss, welche Besitzer es gab etc. Für uns Weißenseer ist es unverständlich, was dort passiert.

  4. 2.

    Für mich eine Schande wie man so ein Gebäude so runter kommen lässt auch die Bezirksregierung und der Senat haben ihren Anteil daran. Es war zur DDR Zeiten mal ein super Kinderkrankenhaus aber heute zählen nur noch Gewinne.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  5. 1.

    Dreimal um die Ecke gedacht: wieviel ist das Grundstück des Unternehmens wohl wert, wenn das denkmalgeschützte Gebäude abbrennt? Und auch wenn die simple Frage "wem nützt es?" dieser Tage eine von Verschwörungsgläubigen negativ besetzt ist... irgendwie ist es doch seltsam, wie häufig und immer wieder konzentriert dort Brandstifter am Werk sind.

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