Einsatzfahrzeuge nach den Unfällen auf der A100 (Quelle: dpa/ZB/ Paul Zinken)
Bild: dpa/ZB/Paul Zinken

Von mutmaßlichem Islamist gerammt - Opfer von A100-Attentat weiter auf Intensivstation

Rund drei Wochen nach dem Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn A100 liegt eines der Opfer weiter auf der Intensivstation. Der Zustand des schwer verletzten Feuerwehrmannes sei unverändert, teilte die Feuerwehr am Mittwoch auf Anfrage mit. Er werde weiter intensivmedizinisch betreut. Die Feuerwehr stehe im engen Kontakt mit der Familie und den Ärzten.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Der Mann war am 18. August mit einem Motorroller oder Motorrad auf der Stadtautobahn unterwegs, als er vom Auto des mutmaßlichen Islamisten gerammt wurde.

Der 30-jährige Iraker rammte mehrere Fahrzeuge und hatte es offensichtlich vor allem auf Motorräder abgesehen. Sechs Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Der mutmaßliche Attentäter ist weiterhin in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht, gegen ihn wird wegen versuchten Mordes ermittelt.

Innensenator: Deutschland schiebt nicht in den Irak ab

Der Mann kam seinem - mittlerweile gesperrten - Facebook-Account zufolge vor etwa vier Jahren über Finnland als Asylbewerber nach Deutschland. Sein Asylantrag war in Finnland abgelehnt worden. Er lebte zuletzt mit einem Duldungsrecht in Berlin.

Zur Begründung dazu sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) am 20. August im Berliner Abgeordnetenhaus, dass "Deutschland im Moment grundsätzlich nicht in den Irak abschiebt, weil es sich dabei um ein Bürgerkriegsland handelt". Ausnahmen seien "schwerste Gewalttäter, Mörder, Vergewaltiger, Personen, die schwerste Körperverletzungen begangen haben und Terroristen". Dies hätte auf den mutmaßlichen Täter nicht zugetroffen.

Nach den europäischen Dublin-Regeln hätte Deutschland allerdings sechs Monate Zeit gehabt, ihn zurück nach Finnland zu schicken. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) stellte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur keinen entsprechenden Antrag.

Sendung: rbb 88,8, 09.09.2020, 12 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Weil die Ermittlungen noch laufen und noch keine Verurteilung statt gefunden hat. Sie brauchen mir nicht zu danken, ich helfe immer wieder gern.

  2. 2.

    ...weil er dann weg wäre. Somit gäbe es dann auch keine Gerichtsverhandlung bzw. Verurteilung. Diese wäre allerdings für die Opfer wichtig. Die Schuldfrage ist ja auch ohne Verurteilung auch nicht abschließend geklärt. Somit treffen, wie Herr Geißel richtig angemerkt hat, keine dieser Kategorien aktuell zu.
    Dies wäre erst nach einer rechtskräftigen Verurteilung der Fall.

  3. 1.

    Herr Geisel hat angemerkt: "Deutschland im Moment grundsätzlich nicht in den Irak abschiebt, weil es sich dabei um ein Bürgerkriegsland handelt". Ausnahmen seien "schwerste Gewalttäter, Mörder, Vergewaltiger, Personen, die schwerste Körperverletzungen begangen haben und Terroristen"

    Inzwischen fällt der Täter unter die genannten Ausnahmen, warum wird er jetzt nicht abgeschoben?

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