Archivbild: Das Landgericht Berlin am 05.01.2018 (Bild: imago images/Ulli Winkler)
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Berlin-Neukölln - Lebensgefährtin im Streit erstochen - neun Jahre Gefängnis

Ein 25-Jähriger, der seine Lebensgefährtin in Berlin-Neukölln im Streit erstochen hat, ist am Mittwoch zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den geständigen Mann des Totschlags schuldig. Er habe Ende Dezember 2019 nach gegenseitigen Beleidigungen und auch leichteren körperlichen Auseinandersetzungen mit Fäusten auf die 23 Jahre alte Frau eingeschlagen, dann ein Küchenmesser geholt und mehrmals auf das Opfer eingestochen.

Der 25-Jährige, der zuletzt in der Sicherheitsbranche tätig war, und die 23-Jährige hätten sich Anfang 2018 über ein Dating-Portal kennengelernt, hieß es im Urteil. "Für ihn war es große Liebe", so die Vorsitzende Richterin. Es sei allerdings immer wieder zu Streitereien mit gegenseitigen Beschimpfungen und Schubsereien gekommen. Zuletzt habe sich das Paar "fast täglich gestritten und versöhnt".

Beziehungsgeschichte berücksichtigt

Einen konkreten Auslöser für den tödlichen Messerangriff habe das Gericht nicht feststellen können, so die Richterin. Bei dem Opfer habe es sich nach Angaben mehrerer Zeugen um eine "schwierige Persönlichkeit" gehandelt. Nach der Tat sei der Angeklagte zur Berliner Wohnung seiner Eltern gefahren. Von dort aus sei die Polizei alarmiert worden. Als die Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, war das Opfer bereits tot.

Bei der verhängten Strafe sei auch die Beziehungsgeschichte des Paares berücksichtigt worden, sagte die Richterin. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin. Die Verteidigung hatte auf sechseinhalb Jahre Haft plädiert. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: Inforadio, 16.09.2020, 18:30 Uhr

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