10.01.2020, Sachsen, Dresden: Ein Absperrband hängt an einem Zaun vor den Gitterfenstern des Grünen Gewölbes. (Quelle: dpa/Sebastian Kahnert)
Audio: Inforadio | 02.09.2020 | Doreen Herbe | Bild: dpa/Sebastian Kahnert

Beweismittel sichergestellt - Spur vom Einbruch ins Grüne Gewölbe führt nach Neukölln

Im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl von Dresden verdichten sich die Hinweise ins kriminelle Hauptstadtmilieu. Ermittler stellten in einem Neuköllner Café Beweismittel sicher, die zu den Einbrechern ins Grüne Gewölbe führen könnten.

Im Zuge der Ermittlungen zum Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Schatzkammermuseum Grünes Gewölbe im November 2019 ist die Polizei am Mittwoch in Berlin fündig geworden. Bei der Durchsuchung eines Internet-Cafés im Bezirk Neukölln und der Wohnung eines dort Beschäftigten wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte.

Café-Angestellter ist nicht tatverdächtig

"Wir gehen davon aus, dass er mit den Tätern in Kontakt stand", sagte ein Sprecher. Es bestehe der Verdacht, dass er ihnen auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten verkauft hat oder sie zum Vertrieb an das Café gab, die von den Tätern benutzt wurden. Ob er deren Verwendung kannte, ist bisher unklar und der Mann nicht tatverdächtig.

Die Ermittler nahmen Geschäftsunterlagen, Mobiltelefone und Speichermaterial mit, die nun ausgewertet werden. Sie hoffen, dass sie zu den Käufern der SIM-Karten führen und die Täter des Coups identifiziert werden können, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Es sei "ein erster Anhaltspunkt" zur Aufklärung des Falles.

Auch Einbruchswerkzeug weist nach Berlin

Dass die Spur der Juwelendiebe von Dresden nach Berlin führen könnte, hatte sich bereits kurz nach dem Einbruch in das weltberühmte Grüne Gewölbe angedeutet. Hintergrund ist ein hydraulisches Spreizwerkzeug, das die Einbrecher bei der Tat in den frühen Morgenstunden des 25. November 2019 verwendeten.

Derartige Spezialwerkzeuge sind mehrfach bei der Berliner Feuerwehr gestohlen worden. Ein Hydraulik-Spreizer wurde beim Überfall auf einen Geldtransporter in Berlin-Mitte im Oktober 2018 eingesetzt. Einer der Täter wurde zu zwei Jahren und acht Monaten Haft wegen Beihilfe verurteilt - er hatte die Tatwerkzeuge besorgt.

Die SoKo "Epaulette" der Kripo Dresden hatte außerdem geprüft, ob es Parallelen zu dem spektakulären Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum gibt. Wegen der Tat waren zwei Mitglieder eines arabischstämmigen Clans sowie ein Wachmann des Museums im Februar zu Haftstrafen verurteilt worden.

Sendung: Abendschau, 02.09.2020, 19.30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 5.

    Das überrascht mich jetzt (wirklich nicht).

  2. 4.

    Die Politik ist nicht unschuldig an der sogenannten "Clankriminalität". Die haben das doch viel zu lange ignoriert, warum auch immer. Wie kann man sowas überhaupt tolerieren?

  3. 2.

    Na nu, wer hätte das gedacht?! :-)
    Was für ein Zufall.
    Aber irgendwie müssen ja die ganzen teuren Karren finanziert werden mit denen dann durch Berlin & über den Ku’damm gerast wird.
    Ich kann es nicht mehr hören.
    Mich wundert schon das Wort.
    CLANKRIMINALITÄT.
    Das dürfte es gar nicht geben.

  4. 1.

    *lach* warum habe ich das geahnt?? Die SIM Karten sind sicher bar bezahlt worden. Warum nochmal wurde dieses Identverfahren bei den SIM-Karten eingeführt? Damit genau das nicht passiert.

    Gelernt ist gelernt, in manchen Ecken Neuköllns gibt's halt "abweichende Lebensentwürfe", vermutlich, weil man in Deutschland durch ehrliche Arbeit nicht wirklich reich werden kann...

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