Archiv - Der Angeklagte Abou Chaker betritt am 07.09.2020 das Gericht. (Bild: imago images/Olaf Wagner)
Bild: imago images/Olaf Wagner

Krankheitsfall in der Familie - Prozess gegen Clanchef Abou-Chaker unterbochen

Der Prozess um Clanchef Abou-Chaker ist bis Ende September unterbrochen. Der Grund: Die Mutter des Hauptangeklagten ist erkrankt. Dem 44-Jährigen wird vorgeworfen, den Rapper Bushido bedroht zu haben. Vor Gericht stehen auch drei seiner Brüder.

Der Prozess gegen den bekannten Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder am Landgericht Berlin ist am Montag nach wenigen Minuten unterbrochen werden. Die Verhandlung werde am 30. September fortgesetzt, sagte der Vorsitzende Richter. Dann werde die Zeugenbefragung des Rappers Bushido fortgesetzt.

Der Richter gab einem Antrag der Verteidigung auf Unterbrechung statt. Zum Inhalt sagte Gerichtssprecherin Lisa Jani am Rande des Prozesses, der Mutter der Angeklagten gehe es sehr schlecht.

Clanchef soll Bushido bedroht haben

Der 41-jährige Rapper Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, ist in dem Prozess Nebenkläger und Zeuge. Er soll laut Anklage im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein. Der Hauptangeklagte Arafat Abou-Chaker (44) und Bushido galten einst als Partner im Musikgeschäft.

Die Staatsanwaltschaft wirft Abou-Chaker Straftaten zum Nachteil des Rappers vor. Drei Brüder des Clanchefs sind als Gehilfen oder Mittäter mitangeklagt. Die Männer haben zu den Vorwürfen bisher geschwiegen.

Laut Anklage kam es zu den Straftaten, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.

Rapper spricht von Geschäftsbeziehungen mit Clan

Bushido hat schon an mehreren Prozesstagen als Zeuge ausgesagt. Er verglich seine Beziehung zu dem Clanchef mit einer Zwangsheirat und sprach von unfreiwilligen Zahlungen an den Clanchef. Es sei auch zu mehreren gemeinsamen Immobiliengeschäften gekommen.

Erste Kontakte zu Arafat Abou-Chaker gab es laut Bushido bereits 2004. Der Clanchef habe ihm geholfen, als sein damaliges Plattenlabel einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen sollte. Abou-Chaker habe einem der Gesellschafter eine Ohrfeige verpasst und ihn am Ohr gepackt.

Sendung: rbb 88.8, 14.09.2020, 12:00 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Wäre ja schräg, wenn es ihr nicht schlecht ginge, immerhin ist ihr Sohn ein widerliches, kriminelles ...!
    So etwas funktioniert?
    Kein Wunder, das die sich über uns kaputtlachen!

    Ist das nicht immer die Zeit, die benötigt wird, um auf Zeugen einzugehen?

  2. 5.

    Da fragt sich der Laie schon, wieweit sich die Strafjustiz auf die taktischen Spielchen des Angeklagten einläßt. Die Unterbrechungsgründe sind in der StPO aufgezählt. Die Erkrankung der Mama ist da nicht enthalten. Doch man muß berücksichtigen, was für ein Sensibelchen der Angeklagte ist. Außerdem will die Strafkammer keinen Befangenheitsantrag riskieren und muß auch berücksichtigen, daß alle Gedanken des Machos nur noch bei seiner Mama sind und er deswegen dem Prozeß nicht mehr folgen kann. Das paßt wunderbar zu diesem Schmierentheater, für das die Berliner Justiz die Bühne bietet

  3. 4.

    Auf was wir alles Rücksicht nehmen. Diese Rücksicht hat der Angeklagte Vogel bestimmt Nie genommen.

  4. 3.

    Sehe ich genauso. Und was die Mutti angeht, da hält sich mein Mitgefühl leider in Grenzen.

  5. 2.

    Karma is a bitch...
    Wie auch immer, oder trotz alledem, gute Besserung der Mutti der Jungs. auch oder gerade "harte Männer" brauchen ihre Mutti, stellt sich immer wieder heraus...

  6. 1.

    Ach so? Dem Rücksichtslosen wird Rücksicht gegeben, interessant

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