Ein beschädigter PKW steht an der Kreuzung Kurfürstendamm Cicerostraße. Er war bei einem mutmaßlichen illegalen Rennen auf ein anderes Fahrzeug geprallt, die beiden unbeteiligten Insassen wurden verletzt. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Illegales Autorennen - Polizei ermittelt Automieter nach Raser-Unfall auf dem Kudamm

Zwei Unbeteiligte wurden bei einem illegalem Rennen vergangene Woche auf dem Kudamm schwer verletzt. Ihr Auto war bei dem Rennen von einem gemieteten BMW gerammt worden. Nun hat die Polizei den Mieter des Wagens ermittelt.

Nach dem schweren Raser-Unfall auf dem Kurfürstendamm vor gut einer Woche hat die Berliner Polizei den Mieter eines beteiligten Autos ermittelt.

Ob dieser an dem fraglichen Abend auch den BMW steuerte, der den Unfall verursachte, ist noch unklar. Das werde derzeit ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Am 31. August hatte der BMW bei einem mutmaßlichen illegalen Autorennen ein unbeteiligtes Auto gerammt. Die beiden Insassen eines unbeteiligten Kleinwagens, eine 45 Jahre alte Frau und ihre 17-jährige Tochter, wurden schwer verletzt. Der Unfallverursacher flüchtete zu Fuß. Er war in einem Mietwagen unterwegs. An dem Rennen soll mindestens ein weiteres Fahrzeug beteiligt gewesen sein.

Debatte über Maßnahmen gegen Raser

Der Unfall in der Nähe der Schaubühne hat eine Diskussion um entschiedenere Schritte gegen illegale Autorennen ausgelöst. Vorgeschlagen wurden etwa Blitzer oder Schwellen auf der Fahrbahn.

Die Amtsanwaltschaft Berlin hält wenig von Blitzergeräten am Kudamm. Blitzer an den Raserstrecken wirkten nur punktuell, sagte der Leiter der zuständige Spezialabteilung bei der Anwaltschaft, Andreas Winkelmann, vergangene Woche. Er betonte zudem, nach dem verheerenden Unfall durch ein illegales Rennen im Jahr 2016 mit einem Todesopfer seien die Polizeikontrollen am Kudamm deutlich erhöht worden.

Sinnvoller als Blitzer wären Stufenführerscheine, die eingeführt werden sollten, so der Verkehrsanwalt. Damit dürften erst erfahrene Autofahrer hochmotorisierte Fahrzeuge führen, so Winkelmann. Mit einem Stufenführerschein könnte bis zu einer bestimmten Altersgrenze die maximal erlaubte PS-Zahl auf 100 reduziert werden. Auch die Abgabe von Mietwagen an junge Autofahrer könnte an ein Null-Punkte-Konto in Flensburg oder ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis geknüpft werden, so Winkelmann.

Sendung: Inforadio, 08.09.2020, 20:20 Uhr

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33 Kommentare

  1. 32.

    Die Berliner Polizei braucht eine Woche, um "den Mieter des Autos zu ermitteln"??? Na, mal gut, dass es kein Terroranschlag war ... Kennzeichenabfrage geht sofort, die meisten Autovermieter sind 24h erreichbar, und bei jeder normalen Automiete – bei Luxuswagen schon dreimal – werden vom Mieter Ausweisdaten, Führerscheindaten, Kreditkartendaten gespeichert und hinreichend Sicherheiten (Kaution, Bonität) verlangt, plus Klarheit, wer den Wagen fahren darf. Anonym geht das überhaupt nicht, auch Zusatzfahrer werden in der Regel eingetragen. Niemand würde einen 100.000-Euro-Wagen an Unbekannte rausgeben, und die Versicherungen wollen auch wissen, für wen sie im Zweifel haften sollen ...

    @FEIVEK: Mit Datenschutz hat das nur insoweit zu tun, als in der Vergangenheit manche Autovermieter *mehr* Daten von den Mietern gespeichert haben, als sie durften. Stichwort heimliche Ausweiskopie bei Robbe. Sie haben wohl schon lange kein Auto mehr gemietet, und schon gar keinen Luxuswagen, oder?

  2. 31.

    Harte Worte. So weit ich es weiß ist das, was Sie vorschlagen, in der Schweiz so in etwa Praxis. Autos können bei bei hohen Geschwindigkeitsübertretungen vom Staat eingezogen werden. Wird auch gemacht. Bei der Versteigerung kann man dann aber gerne mitbieten. Auch kann die Fahrerlaubnis dauerhaft eingezogen werden. Bei Ausländern wird dann übrigens ein landesweites Verbot ein Fahrzeug zu führen ausgesprochen. Die Strafen sind auch deutlich höher als bei uns.
    Allerdings werden in dr Schweiz Autos nur in extrem kleiner Stückzahl hergestellt. Vielleicht hat man dort deshalb kein so ein neurotisches Verhältnis zum Thema Geschwindigkeitsübertretung wie bei uns.
    Hochachtungsvoll
    Frank N. Stein

  3. 30.

    Es geht in dem Kommentar um einen Fahrtenschreiber, heute elektronisch und klein, der für Fahrzeuge über 3,6 t schon sehr sehr lange Vorschrift ist. Regt sich darüber jemand auf? Nein.
    Was hat das mit Totalüberwachung zu tun? Wenn es hilft Straftaten und damit u.U. großes Leid zu verhindern - her damit. Und selbst wenn es nur hilft, Täter zu fassen macht es Sinn. Falls Sie in Ihrem Fahrzeug ein Navi benutzen, haben Sie schon eine Totalüberwachung. Was bitte haben Sie dann dagegen, dass die Geschwindigkeit erfasst wird? Oder haben Sie etwas zu verbergen, wie man so schön sagt?

  4. 27.

    " sollten Erwerber von Fahrzeugen mit über dem Durchschnitt liegenden PS sich eines Eignungstestes zu unterziehen haben "
    was wäre " über dem Durchschnitt liegenden PS " ?? 100, 200 PS ? damit kann man auch jede Menge Unheil anrichten

    wer viel Geld für den Erwerb seines Auto ausgibt gehört sicher nicht zur Gruppe der rücksichtslosen Raser

  5. 26.

    Bei einem seriösen Autovermieter weiß ich wird der Führerschein kopiert +Personalausweis auch.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  6. 25.

    Den Rasern ist meiner Meinung nach nur bei zu kommen in dem man ihre Autos einzieht den Führerschein abnimmt und sie anklagt und diese Urteile hart ausgesprochen werden(Freiheitsstrafe hohe Geldstrafen)und nie wieder die Aushändigung eines Führerscheins. Dieses muß der Gesetzgeber aber regeln mit den dem entsprechenden Gesetzen die dann auch von den Gerichten umgesetzt werden können. Es geht um unser aller Sicherheit im Straßenverkehr denn jeder möchte Unfallfrei durch kommen.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  7. 24.

    Einzige Lösung:
    Der Raser bekommt lebenslänglich keinen Führerschein mehr und Einzug des Tatfahrzeuges. Dazu sollten Erwerber von Fahrzeugen mit über dem Durchschnitt liegenden PS sich eines Eignungstestes zu unterziehen haben. Autovermieter sollten über höhere Kautionen nachdenken.

  8. 23.

    Ich glaube Sie sind wohl doch eher ein Fahrradfahrer? Die von Ihnen gewünschte "Totalüberwachung" könnte direkt von ADFC stammen!

  9. 22.

    "Blitzer an den Raserstrecken wirkten nur punktuell, sagte der Leiter der zuständige Spezialabteilung" Das mag sein, wenn die Punkte aber nahe genug beieinander liegen, verhindert man damit auch sehr effektiv ein Autorennen, weil man gar nicht lange genug beschleunigen kann. Der Stufenführerschein erhöht zwar die Sicherheit bei Fahranfängern insgesamt, verhindert aber keine bewussten Übertretungen und gleich gar keine Rennen.

  10. 21.

    Hochmotorisierte Fahrzeuge sollten erst gar nicht auf dem Markt zugelassen werden. Nur bestimmten Berufen sollten hochmotorisierte Fahrzeuge vorbehalten sein. Etwa der Feuerwehr.

  11. 19.

    Ich habe ja nicht grundsätzlich etwas gegen eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung, aber bitte sachlich argumentieren! Der Effekt für die Umwelt ist marginal und im hier betreffenden Fall hätte sie rein gar nichts gebracht. Dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht die Stärke der Motorisierung beeinflusst, kann man übrigens in Skandinavien beobachten, obwohl dort Höhe Strafen bei Übertretungen drohen. Es geht mehr um das Drehmoment beim Anfahren und Überholen. Ob man solche PS-Zahlen wie hier im besonderen in Mietwagen wirklich braucht und anbieten sollte, steht auf einem anderen Blatt. Gerne könnte man hierfür eine extra Luxussteuer erheben. Ein Allheilmittel wäre auch das nicht. Und technische Systeme lassen sich immer auch umgehen.

  12. 18.

    Ist Herr Winkelmann nicht naiv, wenn er glaubt das der Raser erst auf einen Stufenführerschein wartet. Dem Raser und dem Auto ist das doch schnuppe. Weiter so im Amtsschimmel-Berlin.

  13. 17.

    Ein Massnahme damit solch starke Autos weniger verkauft werden, wäre eine Geschwindigkeitsbegrensung Europaweit auf 120 Km/h mit fest eingestellten elektronischen Geschwindigkeitsbegrenser auf 130Km/h und eine Blackbox die die Geschwindigkeit der letzten Woche aufzeichnet. Bei LKW´s und Busse sind elektronische Geschwindigkeitsbegrenzer und "Blackboxen" schon lange Vorschrift. Zudem hilft eine Geschwindigkeitsbegrenzung unser Umwelt.

  14. 16.

    Icke bin ja der Meinung, wer solch ein hochtouriges Auto mietet um dann junge Protzer damit fahren zu lassen macht sich mit schuldig!!! Icke denke auch, die Vermieter solcher Fahrzeuge müssen ne irre gute Versicherung haben bzw. sehr gute Anwälte. Icke frage mich auch,wozu werden solche Autos überhaupt gebraucht??? Der normaler Benutzer schleicht im Durchschnitt mit 40 km\h durch die Stadt! Mal schneller,mal langsamer!

  15. 15.

    Dank Datenschutz und Barzahlung bei Autovermietung ist es schwer dies nachzuverfolgen. Man sollte auch mal feststellen wo das Geld herkommt und sich so ein Auto mieten zu können! Ich kann das nicht zwinker

  16. 14.

    Wenn ich mich nicht irre, muss man bei der Anmietung die möglichen Fahrer angeben. Wenn, wie in diesem Falle, das Fahrzeug zu Schaden kommt, haftet der Mieter. Ist jemand anders - nicht befugt - gefahren, haftet er auch.
    Warum also muss erst ermittelt werden, ob der Mieter auch der Fahrer war? Will er Jemanden decken und für ihn verurteilt werden? Oder gilt hier wieder die Unschuldsvermutung?

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