Archivbild: Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni, Charlottenburg. (Quelle: dpa/Schöning)
Bild: dpa/Schöning

Verwaltungprobleme an der TU Berlin - Der Teilnehmer ist nicht verfügbar

Ein Student beschreibt katastrophale Zustände beim Prüfungsamt der TU Berlin. Dort arbeitet man mit Laufzetteln und Pauspapier. Durch Corona ist die Kommunikation nahezu zum Erliegen gekommen - was aber nicht alle Missstände erklärt. Von Vanessa Klüber

Max empfindet das Prüfungsamt der Technischen Universität Berlin (TU) als eine Zumutung, die er nach eigener Aussage weiteren Studierendengenerationen ersparen möchte. Mit seinem Masterstudium ist er fast fertig, doch sein Abschlusszeugnis erhält er erst, wenn alle seine Prüfungsleistungen erfasst und eingetragen sind. "Um die eintragen zu lassen, muss ich
zwangsläufig mit dem Prüfungsamt in Kontakt treten", erklärt er rbb|24.

Und das empfindet er als problematisch. Denn Sprechstunden bieten die Mitarbeiter seit dem 23. März keine an, obwohl zumindest bis Ende August auf der Website des Prüfungsamts noch welche angegeben waren. Telefonisch ist laut Max ebenfalls seit Ende März niemand erreichbar.

Antwort per Mail nach mehr als zwei Monaten

Nur per Mail kann man mit dem Prüfungsamt Anliegen klären, wie aus einer automatischen Antwort-Mail hervorgeht, die das Prüfungsamt versendet. Darin heißt es auch, dass kein Zugang zu Studierendenakten bestehe und das Prüfungsamt um Verständnis bittet, "wenn Fragen nicht zeitnah beantwortet werden können."

Doch auch dieser Kommunikationsweg ist offenbar begrenzt. Seine Mail vom 6. Juni, die rbb|24 vorliegt, beantwortete das Prüfungsamt ohne Angabe eines Ansprechpartners erst am 11. August. Und das mit einer für ihn unbefriedigenden Antwort – sodass er sich weiter mit der Abteilung auseinandersetzen muss. Max rechnet deshalb mit einer "enormen Verzögerung" bei der Aushändigung seines Zeugnisses.

Erklärungen und Entschuldigung des Leiter des Studierendenservice

Der Leiter des Studierendenservice, Robert Nissen, der auch für das Prüfungsamt zuständig ist, hat mittlerweile veranlasst, dass die fälschlicherweise angegebenen Sprechzeiten von der Internet-Seite verschwunden sind - nachdem rbb|24 die TU darauf aufmerksam gemacht hatte. Für den Fehler bittet Nissen um Entschuldigung, "das ist mehr als misslich".

Die entstandenen Verzögerungen für Studierende erklärt er mit Corona und dem Shutdown an der TU seit dem 20. März. Seitdem hätten die Kolleginnen und Kollegen aber ein "beeindruckendes Engagement" an den Tag gelegt - weit über das normale Maß hinaus, so dass die Rückstände nun abgearbeitet seien. Das sagte er Ende August. Gegen Ende September jedoch hat Max immer noch keine Antwort auf seine letzte Mail, und das Prüfungsamt seines Fachbereichs verschickt weiterhin die gleiche automatisierte Mail, wie rbb|24 in zwei Stichproben feststellte.

Gefühl eines Bittstellers im Prüfungsamt

Für Nissen sind Fälle, wie der von Max, Einzelfälle und Verzögerungen, die sich nicht vermeiden ließen, auch wenn es für den Einzelfall umso bedauerlicher sei. "Von einer Präsenzuniversität auf ein reines Onlinesemester umzuschalten, löst naturgemäß eine ganze Reihe von Änderungen und folgerichtig Nachfragen aus, die wir bemüht waren, nachzugehen, abzuarbeiten, zu beantworten." Weil das Prüfungsamt nicht persönlich vor Ort beriet, hätten drei bis vier Leute eines Teams am Tag bis zu 300 E-Mails bearbeiten müssen.

Zur fehlenden Erreichbarkeit per Telefon erklärt er, dass es bedingt durch die einheitliche Einwahl technisch nicht möglich gewesen sei, die Telefone im Büro umzustellen.

Nun gehe er davon aus, dass "durch die Rückkehr der Teams in die TU und die Abarbeitung des Rückstaus" voraussichtlich im September wieder telefonische Sprechzeiten eingerichtet werden.

Archiv 2018: Formulare für Prüfungsanmeldungen (Quelle: dpa/Anne Pollmann)

Prüfungsamt entspricht nicht dem Bild des Studierendenservice-Leiters

Doch Max fühlte sich auch schon vor Corona in den Räumen des Prüfungsamts um Jahrzehnte zurückversetzt und schildert die Abläufe. Für zu viele Anliegen müsse man persönlich vorbeikommen, eine Wartenummer ziehen und bis zu zwei Stunden auf die Sprechstunde warten, um dort auf größtenteils überforderte Mitarbeiter zu treffen - und auf Aktenordner mit Daten der Studierenden in Pressspanregalen, sowie Blaupapier zum Kopieren.

Eine schnelle Besserung kann der Leiter des Studierendenservice nicht versprechen. "Wenn man wieder in einen Präsenzbetrieb zurückkehrt, wird es zumindest für einen gewissen Zeitraum auch noch so sein", sagt Nissen rbb|24 in Bezug auf Ausstattung und Prozedere. Zu seinem eigenen Missfallen, wie er erklärt. "Man wartete vor dem Shutdown etliche Stunden im Flur, man füllt Anträge auf Papierform aus, wo es dann einen Durchschlag gibt als Laufzettel – das entspricht nicht meiner Vorstellung von einem modernen Serviceangebot."

Akten und Kisten von Unterlagen

Das Prüfungsamt ist nur eine Baustelle der Technischen Universität. Eine weitere benennt eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der TU: die Abteilung Personal und Recht. Die Mitarbeiterin möchte anonym bleiben, nennen wir sie Sandra Höfig.

Ihr geht es in ihrem speziellen Fall darum, dass ihr Antrag fürs Elterngeld lange nicht bearbeitet worden sein soll. Ihren Schilderungen zufolge soll es zu einer derartigen Verzögerung gekommen sein, dass sie das Geld seit zwei Monaten vorstreckt, obwohl die Elterngeldstelle die Frist bereits verlängert habe.

Höfig prangert ebenfalls an, dass vieles noch in der analogen und nicht in der digitalen Welt abläuft. Sie erzählt von Bewerbungsunterlagen, die sich in Papierform in Akten und Kisten stapeln und von analogen Personalakten der TU-Mitarbeiter.

Erklärungen für Höfigs Schilderungen hat Susanne Cholodniki, Sprecherin der TU. Ähnlich wie beim Prüfungsamt sei es durch die Arbeit der Belegschaft im Homeoffice zu Einschränkungen und Bearbeitungsverzögerungen gekommen, so auch bei der Abteilung Personal und Recht der TU Berlin.

"Derzeit verfügt die Personalabteilung nicht über eine digitale Personalakte", sagt auch Cholodniki. Aus Datenschutzgründen könnten die Personalakten nicht mit nach Hause genommen und bearbeitet werden. Durch den Notbetrieb sei auch dort ein Rückstau entstanden. Auch hier Entschuldigungen: "Das ist für Anfragende natürlich ärgerlich und die Unannehmlichkeiten, die für Anfragende entstanden sind, tun uns leid", teilt Cholodniki rbb|24 mit.

Höfig aber ist der Ansicht, dass die Verwaltung, in der vorher schon Vieles nicht gut funktionierte, mit Corona regelrecht implodiert sei. "Es ist immer von einem Ausnahmezustand gesprochen worden. Aber nie konnte man eine nachhaltige Organisation etablieren."

Das Persona an der Uni macht neben Lehre und Forschung auch die Verwaltung

Tatsächlich sind staatliche Universitäten spezielle Gewächse, was die Organisation betrifft und sicherlich ist auch das ein Grund, warum Prozesse langsamer ablaufen können als in Unternehmen der Privatwirtschaft. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Professorinnen und andere Dozierende forschen, halten Vorträge außerhalb der Uni, werben Mittel ein - und verwalten die Uni obendrauf.

Wenn eine größere Umstrukturierung bevorsteht, müssen Leute wie zum Beispiel der Dekan oder die wissenschaftliche Mitarbeiterin dafür abgestellt werden oder machen das zusätzlich noch nebenher. Ein Umstrukturierungsprozess wie eine Digitalisierung dauert Jahre, unter anderem weil die Fakultäten in ihrer Individualität unter einen Hut gebracht werden müssen.

Digitalisierungsoffensive zu spät?

In den vergangenen drei Jahren brüstete sich die TU mit einer "Digitalisierungsoffensive". Kommt die Digitalisierung angesichts der Schilderungen zu spät?

"Ja, im Nachhinein betrachtet hätte man bestimmte Themen bestimmt vorziehen können", sagt Robert Nissen, der Leiter des Studierendenservice. "Ich glaube, es kommt jetzt zur rechten Zeit, aus vielfältigen Gründen. Man muss erstmal die Voraussetzung schaffen und die Bereiche mitnehmen."

Lars Oeverdieck ist Kanzler der TU und Oberhaupt der gesamten Verwaltung. Er meint: "Ob man schnell genug ist, weiß man immer erst hinterher." Die Betonung darauf: Sehr schnell reagiert habe man in der Krise, um so viele Mitarbeiter wie möglich im Homeoffice arbeitsfähig zu machen.

Oeverdieck übernahm im August kommissarisch die Geschäfte von Mathias Neukrichen, der mitten in der Coronakrise sein Amt aufgab, obwohl er es noch bis 2027 hätte besetzen können. Nach Angaben der TU hat er es für einen besseren Posten als Direktor am Europäischen Hochschulinstitut Florenz aufgegeben.

Oeverdieck stellt sich mit einem kurzem Lebenslauf und einem Vierzeiler auf der Website der Uni vor. Etwas mehr ist über "Kanzler Neukirchen" de facto eben Ex-Kanzler - als "Vorbild für Verwaltung" zu lesen, denn die Seite wurde zuletzt am 19.07.2019 aktualisiert.

34 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 34.

    An der TU Berlin wird gerade SAP eingeführt um mehr als 20, teils antike, IT-Systeme abzulösen. Seitens der Firma SAP ist das Projekt mit der TU Berlin das deutschlandweit größte im öffentlichen Sektor.

    Noch funktioniert die Umstellung nicht reibungslos, aber in 1-2 Jahren hat die TU Berlin das fortschrittlichste IT-gestützte Verwaltungssystem aller Universitäten in Deutschland.

    Bis SAP läuft hat man halt noch Papierwirtschaft in der Verwaltung - warum sollte da noch unnötig Geld für eine Zwischenlösung ausgeben werden?

    Hier wäre mal ein bisschen positives Denken angebracht.

  2. 33.

    Ich kann Max nur zustimmen, mir ist es genauso ergangen. Darüberhinaus arbeite ich als freelancer und habe an ein TU Institut Rechnungen im März geschrieben, natürlich umständlich per Post, die erst im August bearbeitet und beglichen wurden. Darüber hinaus hat die Asta, bzw. das Semesterticket Büro einen ganzen Monat gebraucht um meinen Antrag auf Befreiung vom Semesterticket zu bearbeiten und mir folglich 30 Euro , ohne mein Verschulden, von der Rückerstattung des Semestertickets abgezogen. Die Kommunikation mit der Asta war eine Katastrophe. Ich blicke mit Schrecken auf den Lockdown zurück: Arbeitsausfall, die TU hat meine Rechnungen nicht bezahlt und dank der Unfähigkeit aller Asta Mitarbeiter wurden mir noch 30 Euro für nichts weggenommen. Die Rückzahlung des Semesterticket hat auch "nur" 3 Monate gebraucht.

  3. 32.

    In den Prüfungsämtern und -ausschüssen wird teilweise gut gearbeitet, teilweise auch nicht. Von Geschichten wie im Artikel habe ich während meiner Tätigkeit an der TU immer wieder mal gehört. Ich kenne die genannten Probleme aus den anderen Verwaltungsabteilungen: SAP-Umstellung, Personalmangel, teilweise auch inkompetente Mitarbeiter, die man nicht so einfach austauschen kann. Die guten und engagierten Mitarbeiter, die woanders eine Stelle finden, wandern seit einigen Jahren ab. Ex-Kanzler Neukirchen hat ziemlich schlecht "regiert" und damit viel kaputt gemacht. Starr hierarchische und forschungsfeindliche Strukturen halten sich hartnäckig, es gibt nur vereinzelt Besserungen. Viele der "mächtigen" Leute (meist Professoren), die durchaus was verändern könnten, ziehen lieber eine Show ab und profitieren vom Chaos - auf dem Rücken der Mitarbeiter, der Studierenden und auch der Verwaltung.

  4. 31.

    > Home office z.B. wurde grundsätzlich immer verwehrt und das rächt sich nun.

    .. und wird teilweise immernoch verwehrt, sogar an Lehrstühlen der Fakultät IV (!!). Wie man in einer solchen Ausnahmesituation den Kopf so derartig im Sand stecken lassen kann ist mir schleierhaft. Danach heißt es dann wieder "ach, hätte man doch bloß früher gewusst, dass ..."

    Von mir gibt's jedenfalls kein Mitleid.

  5. 30.

    Zum Thema Digitalisierung: Ich mag das Wort nicht, weil man impliziert, dass nur noch Nullen und Einsen rumlaufen.

    Sei es drum, an der Technischen Universität Berlin geht nichts voran. Ich habe selbst entnervt gekündigt, weil konstruktive Vorschläge und Änderungen einfach nicht erwünscht sind. Als Systemadministrator ist man an der TU Berlin der Typ für alles was auch nur aussieht wie Technik, weil sich sonst keiner darum kümmert. Es wird groß von Gleichbehandlung und Familienfreundlichkeit gesprochen und als Siegel aufs Briefpapier gedruckt, aber da ist das Papier mehr wert. Home office z.B. wurde grundsätzlich immer verwehrt und das rächt sich nun. Für den großen Lockdown war nichts vorbereitet und wie immer kein Geld da. Die Gehaltsunterschiede zw. Kollegen die exakt den gleichen Job machen sind enorm. Es geistert noch immer das Gespenst vom alten BAT-Tarifvertrag durch die Flure.

  6. 29.

    Ich arbeite seit über 20 Jahren in der TU. Die zentrale Verwaltung hat schon lange vor Corona nicht mehr richtig funktioniert, die Mitarbeiter sind häufig frustriert und überlastet, viele sind deshalb gegangen. Die Dekane aller Fakultäten haben bereits an das Präsidium appelliert, endlich Massnahmen zu ergreifen, damit sich hier etwas ändert. Was macht der Präsident? Nichts. Seit Wochen Schweigen im Walde. Der Kanzler? Ebenfalls nichts. Der Krisenstab? Stellt sich tot. Digitalisierung? Welche Digitalisierung? Aber Hauptsache, wir führen den Titel 'Exzellenz-Universität'. Exzellente Misswirtschaft, das trifft es wohl am besten...

  7. 28.

    Ich arbeite in einem Prüfungsausschuss der TU Berlin und habe in meinem Bereich mit vielen Studierenden zu tun. Ja, ich bin „seit März im homeoffice bei vollem Lohnausgleich“, wie Mat in seinem Kommentar schreibt. Dies bedeutet aber nicht, dass ich meine Arbeit nicht erledige. Ich versuche, auch von zu Hause den Studierenden bei Problemen zu helfen. Ich weiß, mit welchen personellen, strukturellen und technischen Problemen die Kolleg*innen der Prüfungsämter und viele andere Verwaltungsangestellte der TU Berlin kämpfen. Ich weiß jedenfalls von denjenigen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, dass sie ebenfalls ihre Aufgaben gewissenhaft erledigen, so gut es eben von zu Hause geht.

  8. 27.

    Da kann ich Ihnen gerne meine Beispiele zeigen, in denen ich erst eine antwort bekommen habe, als die Dame vom Prüfungsauschuss an das Prüfungsamt getreten ist. Meine Emails wurden über 4 Monate lang nicht beantwortet obwohl mein Studium davon abhing. Anrufe, Besuche vor Ort etc. waren erfolglos.

  9. 26.

    Die meisten Kommentare sprechen von Unfähigkeit des Personals. Ich denke, diejenigen haben noch nicht hinter die Kulissen gesehen. Alle Universitäten müssen ohne zusätzliches Personal auf SAP umstellen. Heißt bei laufenden Betrieb und Corona auf ein System umstellen welches nicht immer unterstützt sondern zu mehr Arbeiten führt. Bestes Beispiel ist die Umstellung des Bibliothekssystems an den Universitäten. Auch ohne zusätzliche Mitarbeiterinnen, alles nebenbei ohne Schulungen alles in Eigeninitiative.

  10. 25.

    Komisch finde ich das Max sich erst beschwert, dass momentan alles nur digital möglich ist aber das das persönliche Erscheinen vor Corona auch nicht cool war und vieles nicht digital möglich war...

    Ich mag das gemecker was oft in Deutschland vorkommt einfach nicht.

  11. 24.

    Ich kann "Max" da nur bedingt zustimmen, mein Prüfungsamt an der TU ist absolut schnell und ich bin froh das es so wunderbar digital funktioniert, Auch ohne Sprechzeiten, die meiner Meinung nicht wirklich benötigt werden, da es auch so gut funktioniert. Diese Meinung teilen viele meiner Kommiliton! Warum Wartenummern ziehen oder in der Telefonschleife warten, wenn es bequem per Email geht? Aber natürlich bei 30.000 Studierenden kann es auch mal länger dauern und Fehler passieren da auch. Man muss auch bedenken, dass es durch Corona, monatelang für alle Beschäftigten kein Zugang zu den Gebäuden gab. Ich kann mir gut vorstellen, dass es danach ein ganz schöner Akt war, z. B. alle liegengebliebenen Zeugnisse auszudrucken. Neben der ganzen anderen Arbeit. Da kann natürlich mal was unter gehen.

  12. 23.

    Da ich selber Student der TU Berlin bin und vor allem in diesem Semester häufig mit dem Prüfungsamt in Kontakt treten musste, will ich gerne meine Sicht zum Onlinebetrieb des Prüfungsamts zeigen.

    Gerade bin ich einige meiner E-Mails mit dem Prüfungsamt durchgegangen und habe festgestellt, dass ich meist zwischen 2h-3h auf eine Antwort warten musste. Einmal habe ich sogar innerhalb von 10min eine Antwort erhalten. Angesichts der aktuellen Corona-Situation bin ich äußerst begeistert und dankbar über den schnellen und kompetenten Service, welcher mir das Prüfungsamt bietet. Im Austausch mit anderen Kommilitonen, wird dieses positive Bild erhärtet. Ausnahmslos alle sind, wie ich, sehr zufrieden.

    Aus diesem Grund kann ich Ihren Artikel und die Sicht von Max nicht nachvollziehen und empfinde es als unfaire Denunziation.

  13. 22.

    Ich habe mein Studium 1976 -80 an der TU-Berlin absolviert. Seit dem hat sich in der Verwaltung dort nichts geändert. Meine Anstellung beim Senat wäre beinahe geplatzt weil ich meine Scheine und das Diplom nicht rechtzeitig bekommen habe.

  14. 21.

    Kann ich (leider) voll bestätigen. Highlights aus meiner Tätigkeit: persönlich vorbeigebrachte Gutachten für Abschlussarbeiten verschwinden, Forschungsmittel werden fast ein dreiviertel Jahr lang blockiert, Zettelwirtschaft dominiert weiterhin -- trotz (oder wegen) des SAP-Desasters...

  15. 20.

    Als Bachelor & Masterstudent Elektrotechnik an der TU kann ich die geschilderten Sachverhalte des Studenten als "Bittstellers" (im besten Fall) nur bestätigen. Die Verwaltungsmitarbeiter sind meist überheblich und genervt und lassen einen dies auch deutlich spüren.
    Hinter vorgehaltener Hand wird vor allem die Umstellung auf das neue SAP System für noch weniger Effizienz im Verwaltungsapparat der TU verantwortlich gemacht. Angeblich gibt es ganze Verwaltungsabteilungen, die nicht mehr digital einsatzfähig sind.
    Es erstaunt mich immer wieder, dass eine Technische Universität im Jahr 2020 immer noch ein papierbasiertes Kommunikationssystem hat. Für Prüfungen außerhalb der Fakultät wird eine Note digital am entsprechenden Fachgebiet verwaltet, dann per Papier an das zuständige Prüfungsamt übermittelt und dort wieder auf digital gespeichert. Für mich als Student scheint dies eher eine Art zu sein Arbeitsplätze zu erhalten. Freunde die im Ausland studieren können über so etwas nur lachen

  16. 19.

    Wieso nur Bafög-Bezieher? DAzu kann man doch als Einschreibebedingung alle Studenten verpflichten.

  17. 18.

    Nahezu die gesamte Verwaltung der TU Berlin ist ein Sorgenkind. Die Abteilung I Studierendenservice blickt wie im Artikel beschrieben durch ihre Papierberge nicht mehr durch, die SAP-Umstellung bereitet massive Probleme. Die Abteilung II Personal überblickt ihre Papierberge auch nicht mehr; Bewerber springen wieder ab, weil sie nach 2-3 Monaten immer noch keinen Arbeitsvertrag haben. In der Abteilung III Finanzen wurden letztes Jahr nach der SAP-Umstellung Rechnungen plötzlich nur noch mit 3-4 Monaten Verspätung beglichen. Bis heute schaffen die es nicht in unter 2 Wochen eine Rechnung zu bezahlen. Die Bauabteilung, Forschungsverwaltung und die IT-Abteilung leiden unter großem Personalmangel.

    Die Probleme mit fehlendem oder unfähigem Personal werden auch noch weiter zunehmen, da der Senat den Mitarbeitern der Hochschulen diese Ballungsraumzulage nicht zahlen will und somit die Gehälter auch noch ins Hintertreffen gegenüber dem restlichen öffentlichen Dienst geraten.

  18. 17.

    "Wenn niemand mehr Lust auf einfache Tätigkeiten hat, werden die Alltagsprobleme immer mehr."
    In diesem Punkt muss ich Ihnen aber fast vollkommen Recht geben.
    Allerdings glaube ich nicht, dass es allein mit "Lust" zu tun hat. Wenn du eine Familie in dieser Stad gründen willst, musst du eben ersteinmal Jahre lang studieren um dann genug Schotter für eine simple 3-Zimmer Wohnung zusammen kratzen zu können, die du dann einem anonymen Vermieter oder Aktionär in die Hand drückst, der wahrscheinlich Berlin nur vom Papier her kennt.

  19. 16.

    Sie haben wohl schon eine Weile keine Uni mehr von Innen gesehen. Seit den Bologna Reformen studieren Studenten wie am Fließband. Jetzt auch noch Bafögempfängern extra Arbeit aufzudrücken, die reichen Studenten erspart bleibt ist ein sehr merkwürdiger Vorschlag. Übringens ist es schon Status Quo, dass Studenten an den Unis und auch in deren Verwaltung beschäftigt werden, aber das unabhängig vom Bafög. Bafög ist übrigens keine Sozialleistung sondern eine erwiesenermaßen gut funktionierende Investition in die Zukunft.

  20. 15.

    Wer sich mal den Lebenslauf des ehemaligen Kanzlers M. Neukirchen angesehen hat, dann war klar, dass er es auch an der TU Berlin nicht lange aushält. Warum werden solche Leute eingestellt? Schon lange vor Corona war die TU-Verwaltung mit der Einführung der Digitalisierung per SAP komplett überfordert. Das lag wohl auch daran, dass Verwaltungsprozesse in den Jahren zuvor nicht gut für SAP aufbereitet wurden. Mitarbeiter wurden zu Schulungen geschickt, Arbeit blieb liegen, Mitarbeiter kündigten. Neue Mitarbeiter wurden nur schleppend gefunden, die dann von den verbliebenen erst eingearbeitet werden mussten. Stau und Frust überall: Personal-, Rechts-, Forschungsabteilung. Wiss. Mitarbeiter eines Fachgebiets haben im Sommer 2019 mal einen Tag lang alle bereits eingereichten Rechnungen aus den Stapeln in der Verwaltung rausgesucht und zur Bearbeitung nach oben gelegt. Pech für die anderen. So geht Forschung! Was machen die Profs in dieser Zeit? Nichts. Alle verbeamtet, satt und zufrieden.

Das könnte Sie auch interessieren