Symbolbild - Blumen liegen an einem "Geisterrad" zum Gedenken an getötete Radfahrer (Bild: imago images/Christian Mang)
Audio: rbb 88.8 | 22.09.2020 | Ulf Morling | Bild: imago images/Christian Mang

Berlin-Mitte - Lkw-Fahrer nach tödlichem Unfall mit Radfahrerin verurteilt

Nach dem Unfalltod einer Radfahrerin in Berlin-Mitte hat das Amtsgericht Tiergarten einen Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Er muss nun eine Geldstrafe von rund 3.000 Euro zahlen.

Der Mann hatte im Februar des letzten Jahres beim Rechtsabbiegen in Mitte die Radfahrerin getötet. Zwar seien alle fünf Spiegel des Fahrzeugs richtig eingestellt gewesen, so das Gericht. Der Angeklagte hatte zudem vor dem Rechtsabbiegen sogar gehalten und Radfahrer passieren lassen.

Lkw-Fahrer entschuldigt sich

Doch dann fuhr er plötzlich los, obwohl die 37-jährige Radfahrerin noch herangeradelt kam. Sie geriet mit ihrem Rad unter den LKW und starb. Der LKW-Fahrer hatte versäumt, noch einmal in seine Spiegel zu sehen, bevor er rechts abbog.

Seit dem tragischen Unfall kann der 50-jährige nicht mehr arbeiten. Den Eltern des Opfers hatte er Entschuldigungsbriefe geschrieben. Bei der Urteilsverkündung weinte der Angeklagte bitterlich.

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24 Kommentare

  1. 24.

    Ich glaube den Tränen des Fahrers.
    Und es ist schade, dass ein verfehltes Verkehrskonzept derartige Blüten tragen muss.

    Wie auch immer: Das Problem sind nicht Radler, Fußgänger oder die Gummiwagenfahrer. Es sind kaputte Stadtkonzepte, unfähige Regulierer und korrupte Bundespolitiker.

    Und so werden täglich wieder Leute verletzt, getötet oder aus dem Leben gerissen, weil unsere Politiker vollkommen unfähig sind und lieber Bevölkerungsschichten gegeneinander aufhetzen, statt sie miteinander zu binden.

    Teile und herrsche und kassiere massig Geld für dein Haus am See

  2. 23.

    Sie zeigen in Ihren Schilderungen wie ich finde sehr gut auf, was Autofahren insbesondere in der Stadt ist: eine hoch komplexe Tätigkeit. Wenn man sich dessen nicht bewusst ist oder sich, warum auch immer, nicht gewachsen fühlt, muss man es sein lassen. Ganz einfach. Das ist nicht ehrenrührig, sondern heldenhaft. Ernsthaft. Die Folgen eines Fehlers können furchtbar sein. Das ist es einfach nicht wert. Klar gibt es Leute, die das Auto wirklich brauchen. Aber wieviele von denen brauchen es wirklich? Und ist das eine Körperverletzung mit u.U. schwersten Folgen oder den Tod wert? Ich beziehe das ausdrücklich nicht auf den verurteilten LKW-Fahrer. Ich saß weder in der Verhandlung noch neben ihm im LKW. Von dem was ich weiß, war er aufmerksam, bis zu dem kleinen Moment in dem er wieder anfuhr. Also gerade kein Rowdy. An dieser Schuld wird schwer tragen. Das würde er vermutlich auch ohne Urteil.

  3. 22.

    Ich fahre selbst mit einem Kleintranporter in der Stadt. Viele Radfahrer Fahren trotz roter Ampel noch rüber. Der rechts abbiegende Verkehr wird dadurch sehr behindert. Radfahrer sind das schwächte Glied im Straßenverkehr. Das ist einigen Radfahrern wahrscheinlich nicht bewusst. Ein LKW ist nun mal schwehrer und kann auch nicht so schnell bremsen. Die Radfahrer sollten sich das mal bewusst machen und an der Ampel auch anhalten wenn rot ist, dann passieren bestimmt weniger Unfälle

  4. 21.

    Zitat: Doch dann fuhr er plötzlich los, obwohl die 37-jährige Radfahrerin noch herangeradelt kam.

    Was gibt es an diesem Satz nicht zu verstehen ? Diese Typen, die Probleme haben so einen einfachen Satz zu verstehen werden wohl auch genau so Auto fahren. Dann wird von so Gestalten auch noch Opferbashing betrieben. Einfach widerlich.

  5. 20.
    Antwort auf [Rene] vom 22.09.2020 um 20:57

    Die von Ihnen geschilderte, persönlich erlebte Situation auf dem Weg zur Arbeit hat rein gar Nichts mit dem Unfall zu tun. Null! Wieso also schildern Sie ihn hier? Für mich zeigt das, wie tief die Denkmuster bei Ihnen, aber auch vielen Anderen sitzen: Fahrradfahrer sind erstmal selbst schuld. Wieso fahren sie denn auch Fahrrad.

  6. 19.
    Antwort auf [Rene] vom 22.09.2020 um 20:57

    Auch so einer der Opfer zu Tätern macht. Wo steht in dem Bericht das es dunkel war? Was hat ihr schwachsinniger Kommentar mit Radfahrern zu tun die bei Dunkelheit kein Licht anhaben ?

  7. 18.

    Zitat: Doch dann fuhr er plötzlich los, obwohl die 37-jährige Radfahrerin noch herangeradelt kam.

    Was gibt es an diesem Satz nicht zu verstehen ? Diese Typen, die Probleme haben so einen einfachen Satz zu verstehen werden wohl auch genau so Auto fahren. Dann wird von so Gestalten auch noch Opferbashing betrieben. Einfach widerlich.

  8. 17.

    Der LKW-Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen und einige Kommentatoren wollen ihn mit einer Mahnwache gedenken? In welcher Welt leben wir, in der Straftäter noch geehrt werden sollen?

    Er hat ein Menschenleben genommen!!! Er kann sich psychologische Unterstützung suchen, damit sollte ihn genug geholfen sein.

    Opferbashing ist und bleibt eine geliebte Methode der Autofahrer!

  9. 16.

    3000€ sind mehr ein Bussgeld als eine Strafe!

  10. 15.

    Die Mentalität, der Stärkere habe immer Recht, muss im Keim erstickt werden!!!

  11. 14.

    Die Strafe ist ein schlechter, pietätsloser Witz und wird dafür sorgen das LKW Fahrer noch öfters Fussgänger und Radfahrer totfahren!
    Fahrlässige Tötung gleich 3000€, ist ja höchst interessant, d.h. wenn ich fahrlässig mit meinem Fahrrad ne Oma oder eine Kind tot fahre, bekomme ich auch ein 3000€ Strafe?
    Das Urteil beweisst, für den Wirtschaftverkehr sind wir nichts, Fussgänger und Fahrradfahrer sind offensichtlich Verkehrsteilnehmener zweiter Klasse!
    Und an die Verkehrs-Verteidiger, Radfahrer haben eigentlich einen Orden verdient! siehe:
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/09/berlin-fragen-antworten-fahrrad-steuer-radweg.html

  12. 13.

    Wie wär's mit einer Mahnwache für die Planer von Verkehrsinfrastruktur wo sowas überhaupt möglich ist? Getrennte Ampelphasen könnte man morgen einführen. Verpflichtende Abbiegeassistenten in wenigen Jahren.

  13. 12.

    Weil die nun tote Radfahrerin nicht ahnen könnte, dass der (eben nicht verantwortungsbewusste, sondern unvorsichtige) Fahrer unvermittelt losfährt.
    Diese andauernde Schuldumkehr macht mich wütend! Die Frau ist TOT! Nicht betroffen, nicht berufsunfähig, tot. Tot, weil sie unverschämter Weise ohne Blechkiste um sich Strassen benutzt hat, bei Vorfahrt fuhr und sich irrationalerweise nicht denken konnte, dass ein LKW einige Radler sieht und sie nicht.

  14. 11.

    Geht es ums Autofahren, sind Grundregeln der Zivilisation - Du sollst nicht töten - weitgehend außer Kraft gesetzt?

    Der Autofahrer habe ja geguckt - und dann darf er töten? Krasses Autofahrer-Fehlverhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern beobachte ich in fast jeder Minute im Stadtverkehr. Ein Teil der Autofahrer lässt faktisch ständig den Affen raus (weitgehend rechtsfrei, solange es nicht zu Blechschäden kommt..).

    Und kommt das Autofahrer-Fehlverhalten im krassen Extremfall überhaupt vor Gericht, so gilt es trotzdem als Kavaliersdelikt - sogar Tötungen!

    Das Opfer kann nicht mehr weinen, aber der Täter. Alle Autofahrer weinen mit, und ganz billig davonkommen: - Was würde hier etwa stehen, handelte es sich um eine Schlägerei mit Todesfolge? Um Ärztepfusch mit Todesfolge? Um einen Handtaschen-Diebstahl mit Todesfolge? Um den Totalverlust eines Boliden für 60.000€ mit Todesfolge?

  15. 10.

    Getrennte Ampelphasen für Geradeausfahrende und Rechtsabbiegende, jetzt sofort!
    Viel menschliches Leid und mehrere Tode hätten mit dieser simplen Maßnahme zuletzt vermieden werden können.

  16. 9.

    Ich fürchte, Sie haben den Artikel nicht gelesen. Es steht darin, daß er gehalten hatte und dann doch los fuhr. Egal, ob auf dem Rad, im Auto oder zu Fuß: Es müssen sich alle VerkehrsteilnehmerInnen immer !!! aufmerksam zeigen. Es ist eine Minderheit, die das tut. Das ist das Problem. Jede und jeder sollte sich vor Augen halten, daß auch Kinder das Recht haben, unsere Straßen mit Fußwegen etc. entsprechend zu benutzen, sogar ohne Aufsicht. Darauf sollten wir uns alle einstellen. - Ich kann nur hoffen, daß der Unfallfahrer das dauerhaft beherzigt. Ich wünsche niemandem in die Lage zu kommen, einen anderen Menschen zu töten. Wenn es so weit ist, muß der Mensch seine Verantwortung tragen, niemand anderes.

  17. 8.
    Antwort auf [Rene] vom 22.09.2020 um 20:57

    Vielen Dank für den Kommentar. Vollste Zustimmung und auf dem Punkt gebracht

  18. 7.

    Zitat: "Gibt es hier eventuell auch mal eine Mahnwache - für den LKW-Fahrer . . .""

    Damit muss er schon selbst klarkommen, und sich innerhalb der Familie und des Bekanten- und Kollegenkreises Unterstützung holen. Eine Mahnwache dafür, dass er durch seine Unachtsamkeit einen anderen Menschen zu Tode gebracht hat, scheint mir doch "etwas" unangebracht, JustABerliner.

    Zitat:". . . indem man die - trotz aller Spiegel - schlechte Rundumsicht von LKW berücksichtigt und gegebenenfalls mal auf sein Vorrecht verzichtet, vor dem abbiegenden LKW noch über die Kreuzung zu huschen?

    Diese Aussage offenbahrt, dass Sie nicht mal die paar Zeilen oben gelesen oder verstanden haben. Der LKW Fahrer gewährte einigen Radlern ihre Vorfahrt, so dass die später leider verstorbene Radlerin davon ausgehen konnte auch "durchgelassen" zu werden. Dann fuhr der Fahrer aber offenbar plötzlich an, ohne sich nochmal vergewissert zu haben.

  19. 6.

    ähm, sie bezeichnen hier einen der fahrlässigen Tötung für schuldig gesprochenen Angeklagten als verantwortungsbewusst?
    Ja, das tue ich allerdings auch!!! Verantwortungslos wäre, er hätte gar nicht geguckt oder nur flüchtig - hat er aber nicht.
    Fahren Sie eigentlich täglich mit einem Auto durch diese Stadt? Beim Abbiegen muss man auf viele Dinge achten - nicht nur die Radfahrer von hinten. Auch die von vorne entgegen der Fahrtrichtung fahren, Fußgänger, die unvermittelt noch rüberhuschen (manchmal schräg) und die Linksabbieger, die nicht warten wollen abwohl sie müssten. Deine Augen müssen überall sein. Du bist aber nur ein Mensch!!! Und Menschen sind nicht unfehlbar - da kann man noch so aufpassen und erfahren sein.

  20. 5.

    Ah, die übliche Schuld umkehr. Eigentlich ist es ja die Schuld der Radfahrerin. Eigentlich war der Fahrer ja ganz aufmerksam. Eigentlich usw. Würden die Radfahrer, so wie von Ihnen behauptet, immer auf Ihre Vorfahrt bestehen, hätten wir Massen von Toten Radfahrern.

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