Feuerwehreinsatz beim U-Bahnhof Wittenau. Ein 6-jähriges Kind wurde bei einem U-Bahn-Unfall lebensgefährlich verletzt. (Quelle: M. Pudwell)
Video: Abendschau | 04.09.2020 | Kerstin Breinig | Bild: M. Pudwell

Keine Lebensgefahr - Sechsjährige bei U-Bahn-Unfall schwer verletzt

Ein sechsjähriges Mädchen ist bei einem Unfall an der U-Bahn-Haltestelle Wittenau im Berliner Bezirk Reinickendorf schwer verletzt worden. Das Kind sei am Donnerstagnachmittag mit einer Hand in einer Tür der anfahrenden U-Bahn steckengeblieben und über eine Strecke von 70 Metern mitgeschleift worden, wie die Feuerwehr am Freitagmorgen erklärte.

Der Zug sei erst im Tunnel zum Stehen gekommen, nachdem Fahrgäste die Notbremse gezogen hatten, hieß es am Freitagmittag von der Berliner Polizei. Der Fahrer hatte nicht bemerkt, was passiert war.

Eine Notärztin habe die Sechsjährige am Unfallort behandelt. Das schwer verletzte Kind wurde ins Krankenhaus gebracht. Laut Polizei hat es sich den Arm gebrochen und ist am Kopf verletzt. Es bestehe aber keine Lebensgefahr. Der Zugfahrer und mehrere Augenzeugen erlitten einen Schock - auch die Begleiterin des eingeklemmten Mädchens, ebenfalls noch ein Kind. Sie hatte es noch in die Bahn geschafft. Die Auswertung von Videoaufnahmen soll jetzt helfen, den Unfall zu rekonstruieren. Eigentlich gibt es einen Einklemmschutz in den Türen, der dann die Abfahrt verhindern soll. Möglicherweise wurde aber die Kinderhand von diesem gar nicht wahrgenommen.

Sendung: Abendschau, 04.09.2020, 19:30 Uhr

70 Kommentare

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  1. 70.

    Wieder dieser weit verbeitete Irrtum. Auch in Hannover kann keiner sicherstellen dass niemand in einer Tür eingeklemmt wird. Bitte nicht solche falschen Informationen verbreiten, da dies eben genau zu solchen Unfällen führt wie hier. So kam 2017 ein Hund bei einem solchen Unfall ums leben. Auf allen U-Bahnhöfen in Berlin gibt es Notbremsen.

  2. 69.

    Meine Tochter, 19, ist vor kurzem beim Ausstieg in der Berliner U-Bahn eingeklemmt worden. Unterschenkel und Finger hingen fest, der Rucksack noch im Wagen. Nur durch die Hilfe von Mitreisenden von außen kam sie noch frei, einer ist zum Zugführer gelaufen. Im Wagen hat keiner das bemerkt. Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert wäre ohne die schnelle Reaktion der Mitreisenden. In Hannover geht die Tür der Bahn sofort wieder auf, wenn etwas dazwischen ist. Touristen und Neuberliner rechnen nicht mit so etwas. Meine Tochter hat den Vorfall der BVG mitgeteilt, aber noch keine Antwort,

  3. 68.

    So gut informiert sind Sie eben nicht: "Vermutung: Bei dem Wittenauer Unfall war es d direkte Fahrgastnotbremse, die Schlimmstes verhinderte: "

  4. 67.

    Hängen sie weiter ihren Phantasien mit ihrer Kampagne nach einer Rückkehr vom Bahnsteigpersonal nach und ignorieren Sie die Ursachen des Unfalls weiter. Weder ist Bahnsteigpersonal wirtschaftlich zu stemmen und zudem müssten Sie jedem in der heutigen Zeit mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsdiensts zur Seite stellen.

  5. 66.

    Aus zuverlässiger Quelle folgende Infos: 1.) Bei der Berliner U-Bahn wirkt innerhalb von ca. 10 Sekunden nach jeder Abfahrt die Fahrgastnotbremse direkt: Wird in diesem Zeitraum der Griff im Wagen gezogen, bremst der Zug sofort automatisch. Ab der 11. Sek ist eine "Notbremsüberbrückung" aktiviert: Wird der Griff erst dann gezogen, entsteht nur eine Sprechverbindung zum Fahrer, der entscheiden muss, ob der Zug sofort stehen bleiben soll oder erst im nächsten Bahnhof. 2.) Der Notsignal-Griff auf d Bahnsteig setzt u.a. ein Ausfahrsignal auf Rot, das ca. 80 m im Tunnel steht. Ein Fahrgast kann so innerhalb v knapp 8 Sek nach Abfahrt einen ausfahrenden Zug zum Halten bringen; eher wenig Zeit. -- Vermutung: Bei dem Wittenauer Unfall war es d direkte Fahrgastnotbremse, die Schlimmstes verhinderte: Der Zug stand immerhin nach ca. 7 s (70 m). -- Für eine Löchern hoher BVG-Offizieller zur dringenden Frage der Rückkehr der Zabper und/oder anderer Maßnahmen hoffe ich weiter auf die Redaktion...

  6. 65.

    Es ist etwas komplexer deshalb erst jetzt als Antwort. Einklemmschutz und Türblockierung sind zweierlei.
    Bei der U4 zwischen November 1978 und Juli 1980 wurden 16 Fahrzeuge von pneumatischer Technik auf elektrischen Antrieb umgestellt, was damals schon einen Einklemmschutz ermöglichte. Mehr auf berliner-verkehrsseiten.de
    Die Türblockierung war nach einigen Straftaten in der S-Bahn ich glaube 90zigern eingeführt worden. Diese Türblockierung macht es schwer, wenn nicht unmöglich die Türen wieder aufzubekommen.
    Die Türblockierung war sicher notwendig. Leider verhindert die Türblockierung aber in Notfällen eine schnelle Hilfe.

  7. 64.

    Sie wollen es weiter nicht wahr haben und der BVG eine Schuld anhängen. Beschäftigen Sie sich mit den Fakten bevor sie über andere herziehen. Aber vielleicht gehören Sie auch zu den denjenigen die gerne für sich die Tür aufhalten andere Fahrgäste auf sich warten lassen und ein schlechtes Vorbild sind. Anstatt sich einer konstruktiven Diskussion anzuschließen fahren sie weiter ihrer Kampagne. Dass die Lösungsmittel der Farben der Schmierfinken den Türgummis schaden ist ihnen auch keiner Kritik wert. Auch haben Sie nicht verstanden, dass die BVG nur begrenzte finanzielle Mittel hat, alles somit Entscheidungen vom Senat sind. Der selbe Senat bei welchen die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) zuständig für die BVG es unterlässt die Schmierereien zu verurteilen.

  8. 63.

    Wenn ein Kind um ein Haar auf übelste Weise zu Tode gekommen wäre, weil Sicherheitsvorkehrungen wiederholt versagt haben, gehen mir Ansichten von einem fränkischen Elfenbeinturm tatsächlich weit am Gesäß vorbei. Können Sie sich angesichts dieses Falls wirklich hinter Paragrafen, schlechten Vorbildern und Sprayern verschanzen? Für eine Kampagne fehlt mir leider doch die Zeit, aber falls die BVG offiziell ähnlich reagiert wie Sie es hier tun, wäre das die richtige Rückantwort. - So, hier muss ich aber wirklich raus. Nun müssen Sie jemand anders persönliche Vorwürfe machen.

  9. 62.

    Mit dem Bremsweg ist schon richtig. Dennoch je früher desto besser. Sie irren, es gibt Unterschiede bei den Baureihen.
    Bei älteren Bahnen erfolgt die Blockierung erst, wenn die Fahrgeschwindigkeit von 5 km/h erreicht wird.

  10. 61.

    Auch wenn Sie es nicht wahr haben wollen und der BVG eine Schuld anhängen möchten. Gerichte haben dies schon längst entschieden. Landgericht Nürnberg-Fürth (Az: 8 S 5719 / 17) Dem Urteil können Sie entnehmen die optischen und akustischen Warnhinweise vor dem Schließen der Wagentüren stellten aus Sicht des Gerichts eine hinreichende Sicherheitsvorkehrung dar. Aber ignorieren sie ruhig weiter die Tatschen und führen Ihre Kampagne fort.

  11. 60.

    1.) Nix ignoriert; siehe #37: "Höhere Strafen". 2.) Siehe #47 und viele andere: "Keine andere Technik, sondern Zugabfertiger". 3.) Ich steig hier aus und hoffe auf fundierte Aussagen von BVG-Experten, die demnächst vllt vom rbb gelöchert werden. Tschö.

  12. 59.

    Keine Nebelkerze es ist eine Tatsache dass eben das schlechte Vorbild der Erwachen nach bisherigen stand ursächlich war. Warum ignorieren sie diesen Punkt? Welche andere Technik soll die BVG verbauen? Mit ihrem technischen Sachverstand haben sie leider auch nicht bemerkt was die Lösungsmittel der Farben der Schmierfinken mit den Türgummis machen.

  13. 58.

    Direkte Ursache des Unfalls ist und bleibt, dass die aktuellen Sicherungsmechanismen zur Verhinderung der Abfahrt bei einem eingeklemmten Menschen versagt haben. Da helfen keine Nebelkerzen, keine Spraydosen und keine anderen Ablenkungsmanöver. Menschen machen immer Fehler, und bei zehntausenden täglicher Abfahrten kann es aus verschiedensten Gründen vorkommen, dass jemand eingeklemmt wird; und sei es "nur" ein Kleidungsstück, an dem derjenige dann mitgezogen wird. Der aktuelle Fall zeigt erneut, dass die BVG die diesbezüglichen Sicherheitsmaßnahmen überarbeiten muss. Weder Sie, Alisa, noch die offizielle Pressestelle können die BVG aus dieser Verantwortung rausreden.

  14. 57.

    Wenn einige meinen es wären überalterte Türgummis die Ursache denen sei gesagt dass diese regelmäßig geprüft werden.
    Die Türen werden mit Messkeulen am Schließen gehindert und die auftretenden Kräfte gemessen und dokumentiert. Keiner kann garantieren das solche Technik zu 100 Prozent funktioniert. Leider war das schlechte Vorbild der Erwachen nach bisherigen stand ursächlich. Aufsichtspersonal grade auf sehr vollen Bahnhöfen würde nur bedingt was bringen und ist auch kein Lösung. Zudem fehlt der BVG das Geld weil Unsummen für die Beseitigung der Schmierereien ausgegeben werden. Monatlich werden 520 U-Bahnwagen mit Farbe beschädigt. Weder Fridays for Future noch die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) zuständig für die BVG verurteilen die Schmierereien mit keinem Wort.

  15. 56.

    Dann lassen wir die Experten zu Wort kommen. Und vielleicht haben bis dahin auch die Fachleute eine Antwort darauf, was tatsächlich passiert ist.

  16. 55.

    Hallo Frank, wir nehmen Ihren Vorschlag gerne in die nächste Redaktionskonferenz mit. Gruß aus der Redaktion.

  17. 54.

    Hallo rbb-Redaktion, vielleicht können Sie mit journalistischer Hartnäckigkeit zur Frage der Sicherheitskonzepte belastbare Antworten von Fachleuten bei der BVG bekommen? Die in diversen Online-Zeitungen zitierten technischen Aussagen der BVG-Pressestelle zum Wittenauer Unfall sind aus meiner Sicht teils nicht schlüssig (z.B. ab wann wird die Notbremse überbrückt), und offenbar reicht die Sicherheit noch nicht aus. Angesichts der Tatsache, dass sich tagtäglich zehntausende Male U-Bahn-Türen schließen und die zugehörigen Züge in Bewegung setzen, halte ich das für ein Thema von sehr großem öffentlichen Interesse.

  18. 53.

    Die Notbremse reagiert noch ca 20 Sek nach Anfahrt des Zuges und er bremst sich fest. Ist diese Zeit überschritten dann stellt sich der Kontakt zum Fahrer auf und in der Regel soll er mit dem Zug bis in den nächsten Bahnhof fahren, damit eine eventuelle Bergung von Fahrgästen vereinfacht wird.
    Die meisten Fahrgäste wissen das es Notsignalschalter auf den Bahnhöfen gibt und das die im Gefahrfall auch benutzt werden sollen. Das sagt eigentlich schon der gesunde Menschenverstand.
    Wenn es tatsächlich veraltete Türgummis waren, wäre es ein Wartungsproblem. Das werden jetzt die Fachleute in der Werkstatt herausfinden.
    Es ist ein großer Unterschied einen Bahnhof personell mit einer Aufsicht oder einem Zugabfertiger besetzen. Ich denke den Unterschied werden Sie erkennen.

  19. 52.

    1. Nochmal die Frage: Worauf basieren Ihre Aussagen? Die widersprechen teils dem, wie anderswo die Pressestelle der BVG zitiert wird. Dort heisst es sogar, die Fahrgast-Notbremse baue immer nur einen Kontakt zum Fahrer auf, der ggf bremst, eigentlich aber bis zum nächsten Bhf weiterfahren soll. https://www.berliner-kurier.de/kriminalitaet/u-bahn-drama-von-wittenau-warum-funktionierte-die-notbremse-nicht-li.103153 2. Es ist bisher m.W. nicht als Fahrgast-Aufgabe kommuniziert worden, Abfahrten zu überwachen. Ihr Hinweis auf das Notsignal am Bahnsteig verwundert mich daher. 3. Falls die Türkontrolle durch überalterte Türgummis versagt hätte, wäre dies ein Wartungsfehler und kein Unglück aus heiterem Himmel. 4. Wenn Sie in Ihrer #49 sogar die ständige Besetzung der Bahnhöfe wieder für möglich halten, auf welcher konkreten Grundlage schliessen Sie dann die Rückkehr der Zugabfertiger wiederholt kategorisch aus? Oder ist das doch nur Ihre Vermutung?

  20. 51.

    Ja ,das meine ich ernst. Es war nicht der erste Unfall und wird auch nicht der Letzte, so traurig es ist, gewesen sein. Die Umstände waren nicht glücklich, sonst wäre das Mädchen nicht 70 Meter mitgeschliffen worden.
    Die Notbremse wirkt nicht nur im Anfahrbereich sofort sondern immer.
    Und hätte jemand auf dem Bahnhof das Notsignal sofort gezogen wäre der Zug auch keine 70 Meter mehr gefahren und der Fahrer hat auch nicht gegen die Vorschrift verstoßen.
    Es war vermutlich ein tragisches Unglück da die Gummis zwischen den sich schließenden Türen nicht mehr die neusten wahren. Aber auch das sind nur Mutmaßungen.
    Aber deswegen bekommen Sie keinen Zugabfertiger mehr auf den Bahnhof. Wie ich schon geschrieben habe, solche traurigen Unfälle gab es leider schon immer.

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