Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg errichten nahe dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße einen festen Zaun gegen die Afrikanische Schweinepest. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Tests und Zaunbau - Brandenburg verstärkt Kampf gegen Afrikanische Schweinepest

Spätestens seit September hat Brandenburg mit der Afrikanischen Schweinepest zu tun. Um der Seuche Herr zu werden, baut das Land nun einen weiteren Zaun. Außerdem wird das Testen und Beseitigen von Kadavern zentralisiert.

Um die Afrikanische Schweinepest in Brandenburg weiter einzudämmen, hat das Land mit dem Bau eines weiteren festen Zaunes begonnen.

Zudem müssen im Osten und Süden des Landes ab sofort alle toten Wildschweine auf die Afrikanische Schweinepest hin untersucht werden.

Bislang galt die Testpflicht nur für Tiere aus den gefährdeten Bereichen und den Kernzonen. Die neue Anordnung gilt für die Kreise Uckermark und Barnim, dann entlang der Oder bis nach Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz.

Nicht vermarktungsfähiges Schwarzwild wird an zentralen Abgabestellen angenommen, die Jägerinnen und Jäger werden dafür entschädigt. Sie müssen sich nicht mehr um die Beprobung und die Beseitigung der Kadaver kümmern. Das hat das Agrarministerium heute bekannt gegeben.

Zaun rund um den "Hotspot" in Oder-Spree

Im Landkreis Oder-Spree hat derweil der Bau eines Zauns um die weiße Zone begonnen. Bereits am Dienstag wurden die ersten Holzpfosten in den Boden geschlagen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Am Mittwoch soll das Material geliefert werden, um mit dem weiteren Bau des äußeren von zwei Zäunen rund um das Kerngebiet Sembten/Neuzelle zu beginnen.

Die Gegend gelte als "Hotspot" der Seuche, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) in Potsdam. Nachdem der erste Wildschutzzaun mit einer Höhe von rund 1,20 Metern zum Landesinneren hin stehe, solle ein weiterer Zaun direkt am Kerngebiet gebaut werden. Die rund fünf Kilometer breite sogenannte weiße Zone dazwischen soll dann wie ein Halbkreis das Kerngebiet umschließen. Wildschweine sollen anschließend dort nach Ministeriumsangaben stark reduziert werden, unter anderem mit Fallenjagd.

Wie lang der Zaun, dessen Bau mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird, werden soll, ist derzeit noch offen. Für den Landkreis Oder-Spree soll die Länge nach Kreisangaben rund 150 Kilometer betragen.

Weiterer Zaun entlang der deutsch-polnischen Grenze

Parallel dazu wird noch ein weiterer Zaun entlang der deutsch-polnischen Grenze gebaut. Das Land begann mit dem Bau im Südosten an der Grenze zu Sachsen, nun baut der Kreis weiter im Norden. Nach einem Seuchenfund in Bleyen-Genschmar (Märkisch-Oderland) wurde die Restriktionszone ausgeweitet.

Es gibt nun ein zusammenhängendes gefährdetes Gebiet. In nördlicher Richtung geht es bis über den Letschiner Ortsteil Neubarnim in Märkisch-Oderland und umschließt Frankfurt (Oder), im Süden bis nach Jänschwalde und Peitz. Vom Westen zieht sich das Gebiet von Günthersdorf (Oder-Spree) und Goschen (Dahme-Spreewald) bis nach Wellmitz in der Gemeinde Neißemünde (Oder-Spree) im Osten.

Vorläufiges Jagdverbot für Wildschweine in Frankfurt (Oder)

In Frankfurt (Oder) müssen Hunde seit Mittwoch an die Leine. Die Verfügung wurde auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht. Außerdem besteht ein vorläufiges Jagdverbot. Land- und forstwirtschaftlichen Flächen dürfen nicht genutzt werden, mit Ausnahme von Weidehaltung. Nach erkrankten oder verendeten Wildschweinen wird verstärkt gesucht, auch mit Kadaver-Suchhunden. Wälder dürfen aber weiterhin betreten werden - allerdings unter Beachtung der neuen Regelungen. Werden vermeintlich erkrankte Wildschweine oder Wildschweinkadaver entdeckt, soll man unverzüglich das Veterinäramt der Stadt informieren.

Kritik der Brandenburger Bauern

Die Bauern in Brandenburg kritisieren das Verbot für die Landwirtschaft. Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft dürfen die Eindämmungsmaßnahmen nicht dazu führen, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in den betroffenen Regionen die unmittelbar anstehenden Arbeiten der Herbstbestellung nicht durchführen können.

Am Mittwoch hatte das Verbraucherschutzministerium weitere Lockerungen vom Verbot für Landwirte in den Landkreisen Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald bekannt gegeben. In dem gefährdeten Gebiet könnten jetzt auch unter bestimmten Voraussetzungen - mit Ausnahme des Kerngebietes - Ausnahmen für die Ernte von Mais, Sonnenblumen und Feldgemüse erteilt werden. Nicht so allerdings im Kreis Märkisch-Oderland. Hier ist die Suche nach erkranktem Wild erst angelaufen.

Bisher wurde in Brandenburg die Krankheit bei 51 Wildschweinen nachgewiesen - zuletzt im Landkreis Oder-Spree. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und für Hausschweine fast immer tödlich.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 07.10.2020, 19:30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ach jetzt doch einen Zaun, die bösen Dänen haben das schon vor Jahren richtig gemacht!

  2. 1.

    Sollte der Zaun wie auf dem Bild dargestellt lose über der Erde verlaufen,drücken die Schweine ihn hoch.

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