Andreas Scheuer (CSU, M), Bundesverkehrsminister, Guido Beermann (CDU, l) Infrastrukturminister im Land Brandenburg, und Sebastian Putz (r), Verkehrsstaatssekretär von Sachsen-Anhalt, setzen den Ersten Spatenstich beim Baubeginn der länderverbindenden neuen Elbebrücke im Verlauf der künftigen Bundesautobahn 14 im Abschnitt Seehausen-Nord und Wittenberge. Seit Jahren wird die sogenannte Nordverlängerung der A14 geplant und gebaut. (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

Erster Spatenstich - Umstrittener Lückenschluss der A14 bei Wittenberge gestartet

Die sogenannte Nordverlängerung der A14 ist umstritten, immer wieder haben Naturschützer und Kommunen gegen den Bau geklagt und die Arbeiten um Jahre verzögert. Am Freitag aber wurden die Bauarbeiten für einen länderübergreifenden Abschnitt gestartet.

Nach jahrelangen Verzögerungen haben die Bauarbeiten für den Lückenschluss der Autobahn 14 bei Wittenberge (Prignitz) am Freitag offiziell begonnen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der Brandenburger Infrastrukturminsiter Guido Beermann (CDU) und der Verkehrsstaatssekretär von Sachsen-Anhalt, Sebastian Putz (CDU), setzten den symbolischen ersten Spatenstich.

Für die elf Kilometer lange Strecke nach Seehausen in Sachsen-Anhalt soll auch eine Brücke über die Elbe geschlagen werden. Der neue Abschnitt der A14 wird rund 305 Millionen Euro kosten und soll voraussichtlich 2025 fertiggestellt sein.

Immer wieder Klagen gegen Autobahnbau

"Die A14 ist eines der größten Infrastrukturprojekte im Osten Deutschlands", sagte Scheuer am Freitag. "Die neue Elbbrücke verbindet Brandenburg und Sachsen-Anhalt - und wird zugleich ein neues Wahrzeichen für die Stadt Wittenberge." Beermann erklärte, durch den neuen Autobahnabschnitt werde sich die Erreichbarkeit der Prignitz deutlich erhöhen.

Die insgesamt 155 Kilometer lange Neubautrasse soll die bestehende A14 zwischen Magdeburg und dem Dreieck Nossen im sächsischen Kreis Meißen mit Schwerin und der Ostsee verbinden. In Sachsen-Anhalt können bisher zwei der acht geplanten Abschnitte befahren werden, ein weiterer wird gebaut. Der vierte Abschnitt, der jetzt gebaut wird, führt von Seehausen bis nach Wittenberge. In Sachsen-Anhalt laufen für zwei Abschnitte noch die Planfeststellungen und für zwei weitere die Bauvorbereitungen.

Gerichtsprozesse mit Naturschützern und umliegenden Kommunen hatten den Bau um Jahre verzögert. Zuletzt hatte die Gemeinde Seehausen eine Klage gegen die Planungen zurückgezogen. Die Kommune konnte in Verhandlungen unter anderem einen besseren Lärmschutz durchsetzen. Nach aktuellem Stand soll das Verkehrsprojekt Mitte der 2020er Jahre fertig werden. Die Gesamtkosten werden auf mehr als 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

Sendung: rbb24, 16.10.2020, 16 Uhr

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25 Kommentare

  1. 25.

    Zweifel am Bedarf für derart derart kostenintensive und umweltschädliche Projekte sind mehr als angebracht. Statt Autobahnbau wäre z.B. die Reaktivierung zahlreicher Bahnstrecken zur Flächenerschließung ein Schritt hin zur propagierten Verkehrswende. Die Fehmarnbeltquerung ist wie die A 14 hingegen ein reines Prestigeobjekt nach dem Motto: „minimaler Nutzen bei maximalen Kosten.“

  2. 24.

    Nach jahrelangen Verzögerungen der sogenannten Umweltschützer geht es nun endlich spürbar weiter.
    Liebe Kommentartoren aus den Gebieten die super angeschlossen sind, ich bin erstaunt über eure Meinung.
    Sicher ist der wirtschaftliche Erfolg dieser Projekte auch immer abhängig von lokalen Menschen und Unternehmen und dessen Fähigkeiten. diese Chancen zu nutzen.
    übrigens diese sogenannten Umweltschützer klagen, wie bei uns auch, deutschlandweit ständig gegen Infrastrukturprojekte. Davon betroffen sind auch Bahnprojekte (Fehmarnbelt, Brenner Nordzulauf u.s.w.) Ständig werden die Bedarfe angezweifelt.
    Ein Umweltverband schreibt auf Ihrer Website allen Ernstes, Zitat: "Obwohl das Verkehrsaufkommen im Güter- und Personenverkehr, also die Mobilität, seit über 20 Jahren nicht mehr zunimmt, werden immer mehr Straßen gebaut."
    Ich denke alle Menschen die in den letzten 20 Jahren unsere Verkehrswege (Bahn , Straße) nutzten, können anders berichten.

  3. 23.

    Länger ansässige Unternehmen werden so nicht zu erreichen sein. Je schneller Unternehmen (hin) kommen, umso schneller sind sie auch wieder weg. Und das ist nicht nur mit dem Hinweis auf die Ladung gemeint, sondern betrifft auch die Dauer der Unternehmensansässigkeit.

    Der Wechsel in den einschlägigen Gewerbegebieten ist dafür m. E. ausreichender Beleg.

    Gewerbegebiete mit Schienenanschluss sind da nicht nur ökologischer, sondern auch von längerem Zeithorizont, einfach deshalb, weil sich die hochwertigeren Anlagen "bezahlt" machen müssen.

  4. 22.

    "Die Politiker der Autopartei schaufeln sich ihr und unser Grab" wäre die passendste Bildunterschrift. So offensichtlich, dass Umweltschutz für die CDU nur ein populistisches Mittel ist. In Wahrheit fröhnt sie weiter der Autolobby. Wirkliche Politik für die BürgerInnen wäre der Ausbau des ÖPNV.

  5. 21.

    Die A14 ist ein wichtiger Impulsgeber für unsere strukturschwache Region. Wir möchten gern hier wohnen können und einen gutbezahlten Arbeitsplatz haben. Dafür benötigen wir starke Unternehmen, die es derzeit hier noch nicht gibt. In sofern sollten sich die bestens angeschlossenen und vernetzten Berliner Mitbürger, ihre abwertenden Kommentare sparen.

  6. 20.

    Schön, daß vor allem die Damen und Herren aus Berlin immer wieder am Besten wissen, was für die Menschen auf dem flachen Land notwendig ist. Aber klar, fein mit dem Rad durch die Großstadt gondeln, dann ist die Ökowelt in bester Ordnung.

  7. 19.

    Im Prinzip unterscheidet sich kurzfristige und kurzsichtige Denkweise von einer im längeren Zeithorizont.

    Im Zeitraum von 10 - 20 Jahren mag ein Straßenneubau tatsächlich Entlastung bringen, darüber hinaus wird der Stau nur auf eine größere Stufenleiter gehoben. Dann aber ist keiner der abgebildeten Herren mehr im Amt.

  8. 18.

    Für Autobahn- und allgemein den Straßenbau scheinen nahezu unbegrenzte Mittel zur Verfügung zu stehen. Natur- und Umweltschutz treten gegen die Interessen der mächtigen Kfz-Lobby stets zurück. Vor diesem Hintergrund hat die Bahn als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel keine Chance.

  9. 17.

    Gibt es eigentlich eine zerstörerische Lobby, die nicht von der cSU vertreten wird?

  10. 16.

    Faulheit, Dekadenz und Unbelehrbarkeit das ist die Fratze unserer Zeit! Autobahnen sind das beste Beispiel dafür!

  11. 15.

    Damit er in hohem Bogen von seinem Ministersessel fliegt? Schöne Idee!!!
    Und das damit eingesparte Autobahn-Geld nehmen wir dann aber sinnvollerweise für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und vernünftiger Radwege. Da haben alle Berliner definitiv mehr von...

  12. 13.

    Neue Straßen bringen mehr Verkehr!
    Können Sie mir erklären, wie z.B. der Britzer Tunnelbereich den Verkehr aus der Verlängerung bis zur Elsenbrücke und des eröffneten BER verkraften soll? Schon jetzt sind stadteinwärts morgens lange Staus die Regel!

  13. 12.

    Da, wo die Logik der Lücke erstmal herrscht, wird die Lücke niemals aufhören, zu existieren. Es ist ein Zirkelschluss mithin und nur die Frage, ab welcher Engmaschigkeit dem eine Grenze gesetzt wird.

  14. 11.

    Ach, was so alles umstritten ist...
    Wie gut, dass nun endlich gebaut wird.
    Ich hoffe, dass der Bundesverkehrsminister dem Senat nun auch mal endlich in den Allerwertesten tritt, um die überfällige Entlastung der Berliner Innenstadt vom Durchgangsverkehr voranzutreiben, indem die A 100 schnellstmöglich bis zur Frankfurter Allee verlängert wird.

  15. 10.

    Hansestadt Seehausen bekommt einer Autobahnanschluss.

  16. 9.

    Liebe Prignitz, meine alte Heimat. Endlich ist es soweit und du bekommst eine lange notwendige Verkehrsanbindung an den Rest der Republik/ Welt Das dies schon besser vor 25 Jahren hätte passieren müssen sei mal dahingestellt. Ich hoffe es bringt auch den ersehnten Schub der Ansiedlung von Industrie und Gewerbe. Ich wünsche dir nur das Beste.
    Dein Atze

  17. 8.

    Ja. Bedauerlich, dass immer noch zukünftig (2050) unnötige Autobahnen gebaut werden. Statt bewährte und zukunftssichere Alternativen, wie z.B. die Bahn auszubauen. Der anhaltende Autobahnausbau und überflüssige Mamutprojekte (wie S21) verzögern die notwendige Verkehrswende um Jahrzehnte.
    Ein "weiter so" erinnert zunehmend an die blinde Erfüllung der Fünfjahrespläne - auch am Bedarf vorbei - remember ;)
    Zukunftssicheres Umdenken ist jetzt möglich, um die tatsächlich notwendige, zukünftig funktionierende Infrastruktur zu errichten.

  18. 6.

    Der Scheuer sollte mal lieber ein paar Bahntrassen bauen anstatt immer mehr Straßen. Was ist zum Beispiel mit dem Brenner Nordzulauf? Oder die Betuweroute? Oder die Fehmarnbeltquerung? Mit mehr Autobahnen bekommt man den Güterverkehr nicht in den Griff. Vom Klimawandel mal ganz abgesehen.

  19. 5.

    Es vergeht doch kaum 1 Tag, wo nicht jemand irgendwelche Einwände für bestimmte Bauvorhaben hat.
    Keiner dieser Einwänder, stellt sich die Frage, wieviel Steuergelder in diesem Projekt geflossen sind?. Manchmal hat man den Eindruck ersteinmal stunk und Gerichte zu beschäftigen. Was wieder Zeit und Geld kostet und letztlich wird die Strecke doch gebaut. Ich würde mir wünschen, wenn sich die Leute eimal äußern würden, welche Vorteile sie mit dem Bau bekommen?, dass die Pesimisten endlich aufhören, alles anzuzweifeln.

  20. 3.

    Für das Geld könnte man auch den Prignitz-"Express" flottmachen (Wiederaufbau der Kremmener Bahn usw.) und die stillgelegten oder wenig befahrenen Eisenbahn-Querverbindungen in der Prignitz wieder in Betrieb nehmen.

    Es ist ja nicht so, dass man mit dem Lkw nicht nach Wittenberge käme – bei dem Ausbaugrad der dortigen Bundesstraßen …

  21. 2.

    Ich hoffe ab morgen wird der Wald das Feld und alles durch unsere selbsternannten Retter besetzt! Zum Schutz der Regenwürmer des Maulwurfs! Danke ihr Retter! Ironie Ende ;-)

  22. 1.

    Welcher Autobahnbau in den letzten Jahren war denn nicht "umstritten"?
    Gibt es eigentlich überhaupt öffentliche oder private Vorhaben, die NICHT umstritten sind?

    Irgendwer ist immer dafür und irgendwer dagegen, das ist halt Demokratie.

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