Polizeibeamte vermessen einen LkW nach einem tödlichen Unfall mit einem Fahrradfahrer (Bild: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Nähere Umstände noch unklar - Radfahrer bei Unfall mit Lkw in Berlin-Köpenick getötet

Ein 89 Jahre alter Radfahrer ist am Donnerstagvormittag bei einem Unfall mit einem Lkw getötet worden. Laut Polizei erfasste der Sattelzug am Donnerstagmorgen den Rentner beim Abbiegen an der Pablo-Neruda-Straße/Ecke Salvador-Allende-Straße. Der 41-jährige LKW-Fahrer erlitt einen Schock und wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt.

15 tote Radfahrer bislang in Berlin für 2020

In Berlin kommt es immer wieder zu Unfällen, bei denen Radfahrer von abbiegenden Fahrzeugen erfasst und dabei schwer verletzt oder getötet werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die Organisation Changing Cities fordern von Berliner Behörden schon länger umgehende Maßnahmen, mit denen für mehr Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern im Straßenverkehr gesorgt wird. Die hohe Zahl an Verkehrstoten in der Stadt in diesem Jahr sei nicht hinnehmbar, heißt in einer gemeinsamen Erklärung - insbesondere nachdem im August innerhalb von einer Woche vier Fußgänger und Radfahrer in Berlin zu Tode gekommen waren.

In Berlin waren zu diesem Zeitpunkt 39 Menschen als Verkehrstote für 2020 registriert. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 40. In diesem Jahr umfassen die Verkehrstoten 14 Fußgänger, sieben Motorrad- oder Rollerfahrer, zwei Autofahrer, zwei weitere Personen, deren Rolle im Verkehr von den Behörden nicht näher benannt wurde, sowie 14 Radfahrer.

Die am Donnerstag tödlich verunglückte Person ist damit der 15. getötete Radfahrer in Berlin in diesem Jahr. Erst am Vortag war in Rummelsburg ein Radfahrer bei einem Abbiegeunfall mit einem Lkw verletzt worden. Im Vorjahr starben sechs Radfahrer im Berliner Straßenverkehr, zuletzt waren es 2016 mit 19 toten Radfahrern ähnlich viele Fälle.

Die Kommentarfunktion wurde am 08.10.2020 um 20:30 Uhr geschlossen

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17 Kommentare

  1. 17.

    mich hat neulich ein junger Autofahrer beim Rechtsabbiegen fast erwischt. Es ergab sich eine Diskussion, in der er den Standpunkt vertrat, die Fußgängerampel rechts neben der Straße sei rot gewesen, deswegen hätte er fahren dürfen und ich hätte halten müssen und hätte deswegen kein Recht, mich zu beschweren. Ein weiterer Passant pflichtete ihm bei.
    Ich frag mich, was machen die Leute eigentlich in den Fahrschulen???

  2. 16.

    Das Bußgeld gilt aber nur, wenn nichts passiert. Da es hier bedauerlicherweise zu einem Unfall mit Todesfolge gekommen ist, wird das Verhalten des Fahrers in einem Prozess bewertet werden und ein Fehlverhalten wird weit schärfer sanktioniert. Dessen muss sich jeder Fahrer eines großen Fahrzeugs gewiss sein, der nicht in Schrittgeschwindigkeit abbiegt.
    Unabhängig davon, könnten besser geplante Radwege mehr Leben retten als die Abbiegegeschwindigkeit. Liegt der Radler erst mal unter dem LKW, weil er übersehen wurde, ist es egal, wie schnell er dabei überfahren wird. Retten kann sich der Radfahrer dann auch nicht mehr und der LKW-Fahrer sieht ihn trotzdem nicht. Wir brauchen bessere Sichtbarkeit für Radfahrer. Idealerweise müssten die sogar links vom Kraftverkehr fahren. Rechts verschwinden sie zu oft im Nichts. Tragisch!

  3. 15.

    Es erschüttert mich über den Tod eines Menschen zu lesen.
    Doch ein Tag in Berlin würde jedem die Augen öffnen. Für viele Radfahrer gelten wohl keine Verkehrsregeln. Aggressiv und rücksichtslos gegenüber anderen Teilnehmern. Drängelnd und pöbelnd pochen sie auf ihre Rechte,zu Lasten aller.
    Mein herzliches Beileid an die Familien der Opfer.
    Gegenseitige Rücksichtnahme ist der Schlüssel.
    Ganz ohne Auto geht es nicht!

  4. 14.

    Wann kriegt Frau Günter es endlich hin versetzte Ampelschaltung für Rad und.Kfz , LKW einzuführen. Radwege bis zum Abwinken, aber kein Konzept zum Schutz von Radfahrern.

  5. 13.

    Habe ich auch immer von mir Gedacht. aber dann ging es ganz schnell. Tür auf und zack, ich vier wochen im KrH....Manchmal gibt es einfach Situationen, da können sie noch so Erfahren sein.Sie wissen ja nicht, wie sletsam sich der andere verhällt.
    Ich finde es auf jedenfall Traurig. Am Ende sind alle zerstört. Und damit meine ich auch den armen LKW Fahrer. Weil der auch erstmal damit klar kommen muss.

  6. 12.

    Mein herzliches Beileid und viel Kraft den Hinterbliebenen.
    Mehr Schutz ist möglich und machbar, wie London zeigt - wo auch Bußgelder bis zu 1.000 Pfund verhängt werden - z.B. mit dem vorbildlichen "Direct Vision Standard" und dem Safer Lorry Scheme ...
    in einem 2min Video hier erklärt: https://youtu.be/i-P20wdrcAQ
    mehr Informationen hier: https://tfl.gov.uk/info-for/deliveries-in-london/delivering-safely
    Sichererer Lieferverkehr, der die Vision Zero umsetzt, ist auch in Berlin möglich, wenn politisch gewollt.

  7. 11.

    Ich trauer um diesen und jeden anderen gestorbenen Radfahrer. Aber kann man nicht selber etwas aufmerksam sein? Ich bin ein sehr geübter Radfahrer, viele extreme Mountain Bike Touren, mich würde niemals ein LKW erwischen, ich warte im Zweifel einfach....

  8. 10.

    Nein, die "Politik" versucht n i c h t alles Mögliche , sonst würden Abbiegeverstöße viel häufiger kontolliert und geahndet.
    Warum ist das Abbiegen mit Schrittgeschwindigkeit (außer bei Grünlicht speziell für Abbieger)nicht für alle Kraftfahrzeuge Vorschrift ? Entsprechend hohe Strafen, wenn sie denn durchgesetzt werden, würden hier wohl ganz schnell zu einem "rücksichtsvollen" Verhalten führen. Die "Politik" macht es sich hier bequem und Sie machen es sich zu einfach !

  9. 9.

    Sie haben natürlich völlig recht, wir haben das korrigiert. Danke!

  10. 8.

    "Der oder die am Donnerstag tödlich verunglückte Person"
    Ich glaube, bei einer "Person" geht nur "die" ;-)

  11. 7.

    Wieder ein toter. Und der Senat beschließt immer noch nicht das Lkw ohne abbiegeassisten nicht mehr die Stadt befahren dürfen.
    Sonst kann man mit Verboten nicht weit genug gehen. Aber da wo es etwas bringen könnte schweigt der Senat. Das sollte zu denken geben.

  12. 6.

    „fahren eh alle bei Rot“...
    Es fehlt ein „fast“, dann stimmt es. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, kann es jeden Tag sehen oder erfahren.
    Ein Miteinander gemäß Paragraf 1 STVO gibt es schon lange nicht mehr, aber das betrifft nicht nur den Straßenverkehr... Leider!

  13. 5.

    @Mo H. Mett: Auch wenn ich Ihren Kommentar im Großen und Ganzen bei pflichten. Ich bin der Meinung die Politik versucht alles Mögliche. Woran es hapert ist die zögerliche Durchsetzung. Und warum immer nur die Politik? Zu DDR-Zeiten gab es zwei schöne Sachen: NEUERERVORSCHLÄGE und JUGEND FORSCHT. Sollte man mal als mündigen Bürger drüber nachdenken und nicht nur immer von anderen fordern. Auch noch ein Tipp an die Radfahrer: ein LKW ist immer stärker. Ich als Fußgänger lege mich auch nicht mit einem KFZ an. Lieber warte ich, auch wenn ich grün habe. Wenn der Rechtsabbigeverkehr schon rollt und ich erst dazu komme werde ich bestimmt nicht mein Recht durchsetzen. Ich gehe einfach mal davon aus, wenn sich der Fahrer davon überzeugt hat, dass kein Radfahrer bzw. Fußgänger da ist, sich dann wieder auf Geradeaussicht konzentriert. So denke ich als Fußgänger und Radfahrer sollten eventuell sich in di die KFZ-Führer hineinversetzen.

  14. 4.

    R.I.P.
    Keine 100m vom Krankenhauses entfernt verstorben :C

  15. 3.

    LKW´s ab 3,5 Tonnen dürfen seit Anfang 2020 übrigens nur noch in Schrittgeschwindigkeit abbiegen, danach sieht es hier nicht aus. Das Bußgeld für die Nichteinhaltung beträgt übrigens 70 Euro und es gibt einen Punkt in Flensburg, was für eine Farce. Für Gewaltdelikte, und für mich ist Abbiegen mit überhöhter Geschwindigkeit eines (!), müssen mindestens 1000 Euro und zwei Punkte fällig werden und es muß regelmäßig, zur Not mit automatischen Kameras, kontrolliert werden.
    Stattdessen wird lediglich über Abbiegeassistenten diskutiert, die zusätzlich natürlich auch wichtig wären.
    Wenn hier nicht umgehend etwas passiert, werden wir leider bald wieder solch traurige Nachrichten lesen müssen.

  16. 2.

    Traurig!
    Bleibt eine Mahnwache und ein trauriges Gefühl.
    Na, dann los mit den Kommentaren hier, gibt ja noch gar keine a la:
    "fahren eh alle bei Rot, scheiss-pop-up, muss man eben auf Vorrecht verzichten, u.s.w.u.s.f"
    lese ich diesmal besser nicht!

  17. 1.

    Schrecklich, trauring, skandalös und Zorn auslösend.
    EWs sind nicht nur alle Verkehrsteilnehmer gefordert, immer(!) die erforderliche Sorgfalt und Rücksicht walten zu lassen, ich frage mich auch wann die Politik, der Gesetzgeber endlich zielgerichtet handelt um solche sinnlosen Opfer künftig zu vermeiden.

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