Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg in Berlin (Quelle: imago images/Schoening)
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Berlin-Kreuzberg - Eingangstür von Amtsgericht in Flammen - Staatsschutz ermittelt

Die Eingangstür des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg ist am frühen Mittwochmorgen angezündet worden.

Gegen 4 Uhr bemerkte eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts an der Möckernstraße den Brand am Eingang des Gebäudes und alarmierte Polizei und Feuerwehr, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Zunächst versuchten Polizeikräfte, das Feuer zu bekämpfen, bevor Feuerwehrkräfte den Brand löschten und das Gebäude begingen, um auszuschließen, dass der Brand bereits in das Innere des Hauses vordrang.

Die Ermittlungen wegen des Verdachtes der Brandstiftung führt der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin, da eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden kann. Verletzt wurde niemand.

Womöglich erneut linksextremistischer Anschlag

Bei den Ermittlungen prüft die Polizei auch einen Zusammenhang zur geplanten Räumung des besetzten Hauses "Liebig 34" in Berlin-Friedrichshain. Bekennerschreiben oder eindeutige Hinweise zur linksextremen Szene und dem Haus in der Liebigstraße lagen zunächst laut Polizei nicht vor. Allerdings wird auf linksradikalen Internetseiten seit längerem zum Widerstand gegen die Räumung aufgerufen. Besser als Sitzblockaden seien "dezentrale Aktionen" gegen die "Infrastruktur" von Polizei und Staat, stand dort bereits vor Tagen.

Verlinkt ist eine "Aktionskarte", auf der Ziele für mögliche Sachbeschädigungen markiert sind, darunter Immobilienfirmen, SPD-Büros, Polizeiwachen und Baustellen. Gekennzeichnet ist auch das jetzt betroffene Gericht sowie eine Polizeiwache in Lichtenberg. Die dortige Zufahrt war in der Nacht auf Dienstag von Unbekannten mit Ketten versperrt worden, zudem wurden bei einem parkenden Polizeiauto die Reifen zerstochen und die Scheiben zerstört. Dann stießen die Täter mehrere Motorräder um und warfen Farbbeutel und andere Gegenstände gegen das Gebäude.

Sendung: Abendschau, 07.10.2020, 19:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Jetzt das haus liebig 34 sofort räumen.
    Was soll noch passieren?

  2. 5.

    Erstaunt bin ich schon sehr lange. dass keiner der verantwortlichen Politiker klar in Richtung des Linksextremismus die Anschläge verurteilt. Vielleicht wäre es naiv zu glauben, dass Politiker der Linken die Anschläge verurteilen würden. Alleine nach dem Bekennerschreiben zum Kabelbrandt, wodurch der Ring immer noch nicht in Betrieb genommen werden. Danke für diese Einstellung, da passt doch nur noch eins...
    Ich mach' mir die Welt
    Widdewidde wie sie mir gefällt

  3. 4.

    Aber "Linke" beschädigen ja keine Menschen, sondern NUR Sachen!
    Falls man Polizisten und Rettungskräfte NICHT als Menschen ansieht!

    Und Eigentum ist eh überbewertet - "Linke" wollen kein Eigentum, nicht bei sich und erst recht nicht bei Anderen.
    Und wenn alles keinem gehört, darf man es auch kaputtmachen.

  4. 3.

    Alles ein warm laufen für Freitag. Die linke Szene testet und trainiert.
    Mich verwundert nur warum alle so erstaunt tun.

  5. 2.

    Das passt zu einem Berlin, das heißt zu einem Stadtteil, der auch die Bundeswehr bei der Corona Hilfe ablehnt und sich ein Stück weit außerhalb der demokratischen Tradition der Bundesrepublik stellt, wohlgemerkt unter grüner Führung.
    Dieser Bezirk ist nun für das verantwortlich was er ein Stück mit hochgezüchtet hat.

    Man stelle sich vor Neonazis würden solche Anschläge verüben, die Länge der Lichterketten würde Kilometer betragen.

  6. 1.

    Na sowas aber auch. Statt jedes Mal einen Pseudo-Skandal zu beweinen, sollten wir es als das betrachten, was es ist: Der Kampf um die Stadt zwischen verschiedenen Fraktionen ihrer Bewohner und Institutionen. Muss man nicht gut finden, ist aber alles nicht neu und seit Jahrzehnten Teil dieser Stadt - egal ob von rot oder schwarz regiert. Angesichts von Scherbendemos und echten Krawallen in den 1980ern ist das, was gerade passiert außerdem eher noch ein Sturm im Wasserglas.

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