Berlinerinnen und Berliner wird man in Kühlungsborn kaum sehen (Quelle: imago images/Norbert Fellechner).
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Reisende aus Corona-Risikogebieten - Mecklenburg-Vorpommern überlässt Einreisekontrolle den Herbergen

Mecklenburg-Vorpommern plant nach Angaben von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) keine Kontrollen an der Landesgrenze, um die Einreise von Touristen aus dem Corona-Risikogebiet Berlin zu überwachen. Dafür gebe es Verfahren in den jeweiligen Unterkünften. Dort sei zu prüfen, ob Feriengäste aus Berlin den geforderten negativen Corona-Test vorweisen können, und dort sei auch Sorge dafür zu tragen, dass die vorgeschriebene Quarantäne eingehalten wird.

"Das setzt keine Grenzkontrollen voraus", sagte Caffier der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. Bei dem generellen Einreiseverbot im Frühjahr hatte es an den Landesgrenzen und auf Zufahrtsstraßen zu Tourismusorten im Nordosten vielfach Polizeikontrollen gegeben.

Schärfere Regeln als in anderen Bundesländern

In Berlin war am Donnerstag die kritische Corona-Infektionsschwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschritten worden. Damit gelten für Einwohner Berlins, die Mecklenburg-Vorpommern besuchen wollen, besondere Einreisevorschriften [regierung-mv.de].

Tagesbesuche sind nicht erlaubt. Bei Buchung einer Unterkunft erfordert die Einreise einen negativen Virustest, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Nach Ankunft müssen sich die Feriengäste nach Maßgabe der Landesverordnung einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen. Die Wartezeit kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein zweiter, selbst zu bezahlender Test nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt.

Damit gelten für Mecklenburg-Vorpommern deutlich schärfere Regeln [landesegierung-mv.de] als in anderen Bundesländern, wo für die Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten ein aktueller negativer Test ausreicht.

Tausende Urlauber bleiben aus

Mit Beginn der Herbstferien in Berlin waren im Nordosten zum Wochenende ursprünglich Tausende Urlauber von dort erwartet worden. Die Tourismuswirtschaft befürchtet aber angesichts der strengen Einreisevorschriften, dass Gäste erst gar nicht anreisen. Auf Usedom und Rügen seien 30 bis 40 Prozent der Buchungen aus der Bundeshauptstadt gekommen, sagte der Präsident des Landes-Hotel- und Gaststättenverbandes, Lars Schwarz.

Sendung: Inforadio, 09.10.2020, 10:30 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Nö, die Hotellerie leidet ja nicht, denn die darf das Geld ja behalten. Gaststätten, Cafès, Ausflugbetriebe, die ja.....

  2. 10.

    Bei fünf Tagen Urlaub wird eine 14-tägige Quarantäne schon schwer. Kostenfrei stornieren darf ich aber auch nicht. Sagt die Unterkunft. Was nun...

  3. 9.

    Berlin - die Metropole - wird von meinem Bundesland MV als einheitliche Region betrachtet, bei fast 3,8 Mio Einwohnern.
    Es gibt dort viele Stadtbezirke, da ist alles unter Kontrolle - trotzdem dürfen wir nach derzeitiger Lage (beschlossen vor ein paar Stunden ....im Eilverfahren der MV- Regierung) nicht mehr wirklich nach Berlin . (130 km entfernt)
    Wir in Mecklenburg - Vorpommern müssen uns nach Rückkehr aus diesem innerdeutschen Risikogebiet (quaisi vor der Haustür) testen lassen.
    "Frei" testen lassen.
    Aber WO und WIE.....?? Steht in den Sternen....
    In Greifswald (ca. 95 km entfernt) soll es manchmal klappen (mit viel Glück) für ca. 135,00 Euro je Test.
    Ist ja freiwillig.
    ich erwarte das diese CoronaWarn- App nun auch bald mal sinnvoll nutzbar ist!
    Ich erwarte Schnelltests und weitere praktikable Regelungen - gern auch eine generelle MasenPFLICHT in den betroffenen Berliner Stadtbezirken bei Einhaltung der AHAL - Regeln.
    Was bitte ist daran so schwer durchzusetzen?

  4. 8.

    Na klar doch .Diese Argumentation ist genauso hohl wie die Nord-Stream-2 Diskussion ,die der AM Maaß oder die Grünen-Möchtegernkanzlerin entfacht haben!

  5. 7.

    Bei allem Verständnis für Föderalismus und "punktuell-regionale" Reaktionen auf das Virus: Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht länder- oder (in Berlin) bezirksspezifisch auseinanderdividieren lassen. Es kann einfach jeden jederzeit treffen. Überall und von überall her.

    Es ist wirklich Zeit für bundesweit einheitliche Kriterien und Maßnahmen, die - dann gern regional - Anwendung finden. Innerdeutsche "Einreisebeschränkungen", mit denen wir uns gegenseitig überziehen und damit Millionen von Menschen unnötig unter Generalverdacht stellen, sind dabei wenig hilfreich - aber um so geeigneter, uns gegeneinander aufzubringen. Da will ich nicht hin.

  6. 6.

    @David Weber
    In Ihrer Welt würde ich auch gern leben ;-) Nur nette vertrauenswürdige rücksichtsvolle Menschen um mich herum...Leider sieht die Realität ganz anders aus. Eigenverantwortlichkeit, dafür gibt es leider zu viele Corona Leugner und diejenigen die sich für Corona Immun halten, ob sie es hatten oder nicht.

  7. 5.

    Man könnte auch diejenigen zulassen, die bereits Unterkünfte gebucht hatten. Das sind in der Regel Familien und Ältere, nicht junges Feiervolk und Mitglieder von Großfamilien.
    Da die Herbergen hier die Kontrolle innehaben sollen, wäre das doch machbar.
    Klar, in diesen Zeiten sollte man möglichst zu Hause bleiben. Aber wurde nicht in den vergangenen Wochen heftig für Urlaub im eigenen Land - nicht Bundesland - geworben? Und gerade in Zeiten wie diesen brauchen die Menschen ein wenig Abstand zum täglichen Bombardement mit schlechten Nachrichten.
    Es wird vonseiten der Politik immer von Maßnahmen mit Augenmaß gesprochen. Das zu sehen, fällt selbst mir, die ich bisher immer die Maßnahmen für angemessen gehalten habe, mittlerweile schwer. Und den Unsinn mit den Freitestungen für den Urlaub sehe ich als großes Problem. Die Testkapazitäten sind endlich und wir sollten sie sinnvoll und mit Augenmaß einsetzen.

  8. 4.

    Sind die Bürger nicht in der Lage eigenverantwortlich zu handeln? Müssen denn die Behörden alles kontrollieren?
    Wenn ich weiß das ich im Risikogebiet wohne und keinen neg.Test habe muss ich es doch nicht drauf ankommen lassen und einfach losfahren, obwohl mich keiner beherbergen darf. Ist alles erlaubt was nicht kontrolliert wird?
    Jeder hat in einer Demokratie auch die Freiheit Verantwortung zu übernehmen.

  9. 3.

    Nach 30 Jahre Wiedervereinigung haben wir eine neue Grenze. Man sollte allen Firmen aus MV, die in Berlin arbeiten, die Einreise nach Berlin verwehren.

  10. 2.

    Und wenn morgen oder am Montag diese "ominöse" Neuinfektionszahl bei 49 liegt? Darf ich dann an die Ostsee? Darüber habe ich nichts gefunden.

  11. 1.

    Und wieder muss die gebeutelte Hotellerie darunter leiden vor so engstirnigen Entscheidungen. Grenzen innerhalb eines Landes ziehen ist ein Ding der Unmöglichkeit zumal sich viele Bürger auf deutsche Urlaubsorte umorientiert haben auf Empfehlung unserer Bundesregierung.

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