31.08.2020, Berlin: Ein beschädigter PKW steht an der Kreuzung Kurfürstendamm Cicerostraße. Bei dem Unfall war der Wagen von der Seite getroffen worden und landete auf dem Dach. (Quelle: dpa/Zinken)
Audio: Inforadio | 13.10.2020 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa/Zinken

Raser-Atlas - Jeden Tag ein illegales Rennen in Berlin

Über 1.200 Rennen haben sich Raser in den vergangenen drei Jahren auf Berliner Straßen geliefert. Aus dem Raser-Atlas der Innenverwaltung geht auch hervor, wo besonders viele Rennen stattfinden - und dass zahlreiche Blitzanlagen nicht in Betrieb sind.

In Berlin gibt es mittlerweile täglich ein illegales Autorennen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der CDU beim Senat hervor, wie die "Berliner Morgenpost" am Dienstag berichtet. Als Antwort hat die Innenverwaltung einen 74 Seiten langen Raser-Atlas vorgelegt.

Demnach wurden in den vergangenen drei Jahren 1.257 illegale Autorennen mit mehr als 1.000 Tatverdächtigen registriert. Auf 197 Strecken in Berlin wird besonders oft gerast, darunter auf der A100, im Tiergartentunnel und an der Hasenheide.

Zwei Tote und 63 Verletzte

Immer häufiger - in 93 gelisteten Fällen - kommen dabei Mietwagen zum Einsatz. Ende August hatte es auf dem Kurfürstendamm einen schweren Unfall mit einem angemieteten, 530 PS starken BMW gegeben. Zwei Frauen wurden schwer verletzt, die Ermittler vermuten ein verbotenes Rennen. Der mutmaßliche Unfallverursacher sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Seit Oktober 2017 sind bei Raser-Unfällen 63 Menschen verletzt worden, zwei Personen starben. Vor genau drei Jahren wurden illegale Autorennen durch den sogenannten "Raser-Paragrafen" als Straftaten eingestuft.

Jeder dritte Blitzer nicht in Betrieb

Aus dem Blitzer-Atlas geht auch hervor, dass ein Drittel der festen Blitzer nicht in Betrieb ist: Von 30 Geräten, die auf den als Raser-Strecken bekannten Straßen installiert sind, werden derzeit nur 20 genutzt. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger forderte den Senat auf, den Grund dafür zu erklären. Außerdem müsse es mehr mobile Geschwindigkeitskontrollen geben.

Sendung: Inforadio, 13.10.2020, 09.00 Uhr

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27 Kommentare

  1. 27.

    Wie wäre es denn mit Pferdekutschen? Das beruhigt bestimmt. Wer in der Stadt wohnt sollte Verkehr gewihnt sein. Ansonsten umziehen.

  2. 26.

    Wieso ist es eigentlich nicht verboten sogenannte "Blitzermeldungen" von Sendern (z.B. auch vom rbb) zu veröffentlichen?
    Die Angaben zu den aktuellen festen und mobilen Standorten von diesen Apparaten können nur für diejenigen Autofahrer nützlich sein, die mit überhöhter Geschwindigkeit fahren und um nicht dabei erwischt zu werden. An den besagten Stellen können sie dann die geforderte Geschwindigkeit einhalten. Wie lassen sich diese "Blitzermeldungen" denn rechtfertigen und warum sind nur wenige darüber empört?
    Welchen Aufschrei würde es wohl auslösen, wenn diese Sender aktuelle Kontolleurmeldungen beim VBB veröffentlichen würde! Und das wäre im Vergleich mit den "Blitzermeldungen" in Bezug auf die Sicherheit und Folgen doch völlig harmlos ....

  3. 24.

    Genau WEIL du es nicht glaubst, glauben willst, wäre eine Namensliste perfekt! Und sollte sich DANN herausstellen, das die meisten Wolfgang, Manfred, Heinz oder Gisela heißen, bin gerne bereit, mein (Vor-)Urteil über die Altersverteilung der Raser zu revidieren. Aber dazu wird es mit tödlicher Sicherheit nicht kommen.

    Nächstes Kriterium: Familienstand.

    Mit Sicherheit unverheiratet und kinderlos.

  4. 23.

    Träfe Ihre Annahme denn auch z. Bsp. auf Kevin, Dustin und Dschantall zu? ;-)
    Dann wäre mein Vorschlag, Sie wnden sich mit Ihrer selbstgebastelten Namensliste an den Gesetzgeber und die Sache ist ruckizucki aus der Welt. Sehr zielfürhrende Idee übrigens, Danke für nix!

  5. 22.

    In anderen Ländern ist man da schon weiter. Zum Beichspiel Italien, Auto weg, Führerschein weg und das sofort und saftige Strafen auch für diejenigen die mit Handy am Ohr einen Unfall bauen. Raser bekommen ihr Auto nicht wieder, in Italien sind echt drastische Strafen.

  6. 21.

    Hier müssen härtere Strafen mit Fahrzeugbeschlagnahme und Führerscheinentzug angewandt werden.

  7. 19.

    Der Vorname sagt etwas über das Alter des Fahrenden aus. Es wird nicht Traudel, Wolfgang, Manfred oder Toska sein. Bei Sherämie, Shayän, Dschastin, Bräin, Morris und Jesse etc pp würde ich allerdings vermuten, dass die Fahrerlaubnis nicht älter als 1 Jahr ist und die Testosteronwerte entsprechend dem Alter rangieren.

  8. 18.

    Härtere Strafen nutzen gar nichts.
    Aber wenn jeder Raser weiß ,das man ihn bekommt-Dann herrscht Recht auf den Straßen!
    Den Rest darf sich jeder selbst denken.

  9. 17.

    Ja, an allen möglichen Orten das Tempo weiter reduzieren. Gerne vor Schulen und Kitas Schritttempo und Zebrastreifen (Verkehrsberuhigungen), in Seitenstraßen Tempo 20 und bei starkem Mischverkehr auf Hauptstraßen Tenmpo 30. Das macht den Verkehr für alle sicherer und überschaubarer.
    @rbb Im Tgsp wird eine Liste der Straßen mit den meisten Rennen aufgeführt. Erstaunlicherweise fehlen da viele Straßen in Kreuzberg auf denen ich regelmäßig "Alleinrennen" beobachte. Auch auf engen Straßen, wie z.B. der Oranienstraße und in diversen Nebenstraßen im Kiez.
    Übrigens Temposchwellen können auch in Tempo 50 Straßen aufgedübelt werden, die gibt es in passenden Varianten für Tempo 50, Tempo 30, Tempo 20 und Tempo 10.

  10. 16.

    Freiheitsstrafe und Auto einziehen für Verschrottung oder Versteigerung wie in der Schweiz, nur so lernen es diese halbstarken Egozentriker.

  11. 14.

    Heute morgen gegen halb vier bin ich von laut heulenden Motoren geweckt worden, ich wohne im Hinterhaus und etwa 400 Meter von der Bundesallee entfernt. Das Spielchen dauerte mindestens eine halbe Stunde und ich habe gekocht vor Wut! Puhhh, da muss doch was zu machen seinen, diesen Idioten das Handwerk zu legen!

  12. 13.

    Diese Fragen können Sie sich durch einen Blick ins Gesetz durchaus selber beantworten, ist wirklich nicht so schwer....

  13. 12.

    "Es gibt bestimmt Rennstrecken wo man ganz offiziell seine PS ausfahren kann."

    Die interessieren die Raser ja nicht. Denen gibt es doch einen zusätzlichen Kick und Sensationsgefühl, auf öffentlichen Straßen entlang zu brettern. Und je mehr gefährliche Situationen/Gefahrenpotential, desto besser fühlen die sich, wenn sie da heile durchkommen. Insofern sind in diesem Zusammenhang Blitzer sowieso egal.
    Daher bin ich beim Ertapptwerden für Führerscheinentzug auf mindestens zehn Jahre, bis die hoffentlich mal erwachsen werden (denn ich gehe mal davon aus, dass das in 95% der Fälle junge Männer sind). Bei Personenschaden natürlich lebenslang. U.a......

  14. 11.

    Gerne wüsste ich noch den Altersschnitt der Raser (und den Vornamen)"
    Die afd Saarland ist Ihnen sicherlich gerne behilflich wenn es um nach Vornamen geordnete Täterlisten geht.

  15. 10.

    Mietwagenfirmen dürften an Personen, die unter 30 Jahre alt sind, erst gar keine hochmotorosierten Fahrzeuge aushändigen dürfen.

  16. 9.

    Warum gibt es nicht mehr Blitzer? Warum sind soviele ausgeschaltet?
    Immer wieder wird das Geld von diesem Senat zum Fenster raus geschmissen
    Aber für den Schutz der Bevölkerung ist nichts da.

  17. 8.

    Was und wem nützt denn ein Blizeratlas incl. Vornahme ?! Manche User/innen wie # 1 haben wirklich Probleme.
    Und was nützen Blitzer wenn sie nicht funktionieren.
    Hier helfen nur drastische Strafen aber so richtig drastisch wie lebenslang. Hier wird das Auto als Tatwaffe benutzt um Menschenleben zu zerstören. Es gibt bestimmt Rennstrecken wo man ganz offiziell seine PS ausfahren kann.

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