Nach der Amkofahrt eines Transporterfahrers in Berlin sehen sich Einsatzkräfte der Feuerwehr das ramponierte Fahrzeug an. (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Acht Polizisten verletzt - viele Autos beschädigt - Betrunkener rast durch Steglitz und verletzt elf Menschen

Eine Schneise der Verwüstung hat in der Nacht auf Donnerstag ein 28-Jähriger Transporter-Fahrer in Steglitz hinterlassen. Der Alkoholisierte konnte erst nach einer Verfolgungsjagd und zahlreichen Unfällen von mehreren Polizeistreifen festgenommen werden.

Ein alkoholisierter Autofahrer hat in der Nacht auf Donnerstag in Berlin-Steglitz mehrere Unfälle gebaut und dabei elf Menschen verletzt, darunter acht Polizisten. Zudem wurden zahlreiche Fahrzeuge beschädigt. Der 28-jährige Mann wurde schließlich in Lichterfelde festgenommen.

Zunächst war der Mann kurz nach Mitternacht mit einem Mercedes-Transporter auf der Schloßstraße in Richtung Birkbuschstraße unterwegs und fuhr dabei auf einen vor ihm fahrenden VW eines 24-Jährigen auf, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nach dem Zusammenstoß blieben beide Fahrzeuge an der Unfallstelle stehen.

Wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei

Ein 55-jähriger Zeuge hielt ebenfalls an der Stelle an. Kurz darauf soll der 28-jährige mit dem Transporter mehrmals gegen den Opel des Zeugen gefahren sein, worauf der 55-Jährige ausstieg und zum Transporter ging. Dort stellte er den 28-Jährigen zur Rede. Dieser hielt den Zeugen an dessen rechtem Arm fest und fuhr los. Nur durch Öffnen der Fahrertür des Transporters gelang es dem Opel-Fahrer sich zu befreien. Er wurde jedoch vorher noch einige Meter mitgeschleift und verletzte sich dabei leicht. Der Transporter-Fahrer warf laut Polizei noch eine leere Glasflasche auf die beiden Mitfahrerinnen des 55-Jährigen, glücklicherweise verfehlte er diese jedoch

Anschließend flüchtete der 28-Jährige in Richtung Rathaus Steglitz. Auf der Albrechtstraße wurde ein Funkstreifenwagen auf ihn aufmerksam und nahm die Verfolgung auf. Auf seiner Flucht verursachte der Fahrer weitere Verkehrsunfälle, unter anderem mit drei Einsatzfahrzeugen der Polizei. An der Kreuzung Klingsorstraße/Hindenburgdamm stieß er mit einem kreuzenden Mercedes-Jeep zusammen, der bei grüner Ampel in Richtung Bäkestraße unterwegs war. Durch die Kollision schleuderte der Mercedes-Transporter gegen einen Ampelmast, kippte auf die rechte Seite und blieb liegen.

Der Transporter-Fahrer liegt im Krankenhaus

Die Polizei nahmen den 28-Jährigen fest, der erheblichen Widerstand zeigte und nur mit Hilfe von Reizgas zum Einlenken gebracht werden konnte. Der 28-Jährige erlitt durch die Unfälle schwere Verletzungen und liegt im Krankenhaus, dort wurde auch eine Blutentnahme durchgeführt. Der Hintergrund des Geschehens ist noch unklar.

Sendung: rbb24, 22.10.2020, 13 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Immer diese Radfahrer!

  2. 15.

    Die Polizei wird ausgebildet um u.a. Schaden von friedliebenden Bürgern abnzuwenden!!!
    Das hat nichts mit Fernsehen zu tun, wo Sie offensichtlich Ihren wissentscvhaftlichen Hintergrund suchen,
    sondern mit Realität!!!
    Zuschauen wie griminelle Persone hier Verbrechen begehen, kann nicht mit "friedlichen" Verfolgungsfahrten bekämpft werden.
    Könne Sie das möglicherweise verstehen???

  3. 14.

    Egal welche Probleme der Fahrer hat. Er hat Verantwortung gerade auch im Straßenverkehr. Man kann nicht einfach drauflos fahren und in Kauf nehmen andere Menschen zu verletzen. Führerschein, Auto weg für min 3 Jahre.

  4. 13.

    Wer ne LEERE Schnapsflasche aus'm Fenster auf Damen wirft, MUSS ICH ganz schön stramm sein... Schwere Kindheit, ungerechte Lehrer, Corona-Stress. Bewährung. Ne, Geldstrafe, Tagessätze am Verdienst ausgerichtet: Kurzarbeit null. Kein Aufstocken. Also 500 Euro.

    Allen Verletzten gute Besserung. Auch dem Täter. Dem außerdem ne erfolgreiche rehab.

  5. 12.

    Theoretisch ist dem natürlich so, in der Praxis läuft es aber darauf hinaus, dass ab einem gewissen Alkoholpegel die Schuldunfähigkeit quasi immer angenommen wird. Bei Gelegenheitstrinkern sind diese Pegel dazu geeignet, fast schon ins Koma zu fallen, irgendwas Böses zu unternehmen ist da schon rein körperlich nicht mehr möglich. Bei Vieltrinkern prüft aber in der Realität niemand, ob der Pegel wirklich zu einer Schuldunfähigkeit geführt hat. Die agieren damit oft noch völlig normal, weil der Gewöhnungseffekt längst eingetreten ist und viel höhere Promille vom Körper akzeptiert werden. Die Angeklagten behaupten dann einfach Erinnerungslücken und der Richter nimmt diese oft als gegeben oder nicht widerlegbar hin.

  6. 10.

    Wofür haben Polizisten eine Schußwaffe?

  7. 8.

    @Polizei Danke für die erfolgreiche Festnahme und gute Besserung allen Verletzten.

  8. 7.

    Die Strafe für keinen Versicherungsschutz fürs Fahren mit Alkohol reicht schon. Der kann alles selber bezahlen und wandert ein. Es sei denn er beantragt woanders in der EU Asyl unter anderem Namen. Ist ja keine Fluchtgefahr, bleibt ja im Umkreis.

  9. 6.

    Alkoholeinfluss gilt eben NICHT per se als strafmildernd!

    Erst, wenn der Alkohol- oder sonstige Drogenpegel so hoch ist, das der/die Täter*in sich im Vollrausch befindet, geht man davon aus, das der Ausführende nicht mehr für die Tat verantwortlich ist und bestraft werden kann.
    Dafür wird man ALLEINE dafür bestraft, wenn man sich in den Vollrausch trinkt/kifft/spritzt ...

  10. 5.

    Den Kommentaren ist nicht s hinzufügen außer das hier jeder machen kann was er will und die deutsche Strafgesetzgebung meist nicht greift traurig immer für die unschuldigen Opfer die leider immer allein da stehen ich frage mich wie lange diese Ungerechtigkeit noch geht

  11. 4.

    Ich finde die Rechtsauffassung auch sehr problematisch, dass Alkoholeinfluss fast generell als strafmildernd anzunehmen ist, weil der Alkoholisierte nicht mehr im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte war. Das ist zwar formal richtig, unterschlägt jedoch, dass der Täter sich in aller Regel selbst und bewusst in diesen Zustand gebracht hat. Ich bin der Meinung, dies musste immer und sehr genau differenziert werden. Die jetzige Handhabung ist ein Freibrief und reiner Täterschutz.

  12. 3.

    In anderen Ländern soll es für sowas sogar Haftstrafen geben, wie man hört. Hier gilt hingegen in der Regel Täterschutz vor Opferschutz, Resozialisierung, bla bla.

  13. 2.

    Autofahren unter Drogen bitte unter besonders starke Strafen stellen, nicht als mildernde Umstände den "Genuß" von Drogen heranziehen. Welche Entwicklung wird der Berliner Autovekehr noch nehmen?

  14. 1.

    Muss man sich nicht wundern. Alkoholisiert Straftaten begehen gilt doch in Deutschland beinahe schon als Kavaliersdelikt. Sie waren halt alkoholisiert. Auf dem Revier gibt's dann 'ne Schachtel Pralinen und der Alkoholisierte kann gehen.

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