Die Bäume einer Allee in der Uckarmark sind herbstlich gelb. (Quelle: imago-images/Christian Thiel)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.11.2020 | Matthias Ginsdorf | Bild: imago-images/Christian Thiel

Mehr gefällt als nachgepflanzt - Alleebestand in Brandenburg deutlich geschrumpft

Brandenburgs Alleen an Bundes- und Landesstraßen sind in den vergangenen 15 Jahren um mehr als ein Viertel kürzer geworden. Das geht aus Angaben des Verkehrsministeriums in Potsdam hervor.

Demnach flankierten Allee-Bäume im Jahr 2006 Brandenburgs Straßen noch auf einer Länge von mehr als 2.300 Kilometern. Inzwischen sind es rund 600 Kilometer weniger.

Weniger Nachpflanzungen als geplant

Die Gründe für den Rückgang sind offenbar vielfältig. Ein Großteil der Bäume war nach Ministeriumsangaben zu alt und musste sicherheitshalber gefällt werden. Andere Bäume mussten weichen, um Platz für Radwege und Fahrbahnen zu machen. Dafür sollte es eigentlich Neupflanzungen im Verhältnis 1:1 geben. Seit 2008 gab es aber nur vier Jahre, in denen mehr Bäume gepflanzt als gefällt wurden.

Das Ministerium begründet die negative Bilanz unter anderem mit Dürreperioden und Sturmschäden der vergangenen Jahre. Darüber hinaus werde es immer schwieriger, Randstreifen an den Alleen für Anpflanzungen von den Eigentümern oder Pächtern zu gewinnen. Der Umweltverband BUND befürchtet, dass sich das märkische Alleennetz weiter ausdünnt, sollte der für die Baumpflanzungen zuständige Landesbetrieb Straßenwesen nicht bald umsteuern.

Sendung: Inforadio, 29.11.2020, 09:20 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Es wird schon viele Jahre über den Erhalt der Alleen gestritten. Wie die Vernichtung von Alleebäumen aussehen kann, sieht man am besten in Teltow, Ruhlsdorfer Straße. Dort ist nun nach erfolgten Ausbau kein Baum übrig geblieben. Natürlich alles zum Wohle des Verkehrs. Ansonsten ist das typisch Brandenburg, immer nur Absichtserklärungen nur die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Und eventuelle Ersatzpflanzungen im Nirgendwo helfen da auch nicht.

  2. 6.

    Politisch gewollt ?

    Ja !!!

  3. 5.

    Sehr geehrte Mitarbeiter, -innen des rbb-Team,/ vorab die genaue E-Mail-Adresse erhalte ich nicht von Web.de mit meinen Account zurück./ Gern möchte ich mich, zu Ihren guten Beitrag(29.11.20; 11:47) äußern. Die Alleestraßen sind eine gewachsene Form, auch in der märkischen Landschaft. So finden sich, immer wieder unterschiedlich, angefertigte Kreuze, ambivalente Schädlingsspuren an älteren & jüngeren Alleebäumen, ebenso verschiedene Schutzprojekte sichtbar wieder./ Wie wir wissen, helfen sie. Unterschiedliche Baumsorten ergänzen in den Alleestraßen, diese gut zu bilden. Die Wurzeln, der Stamm, die Kronen bauen sich als Setzlinge langsam in eine Reihe zur Stabilisierung, Flach- und Tiefwurzeler, dieser Straßenform auf. Die Pflege, z.B. der Verschnitt der Baumstämme, -kronen, -wurzeln sowie Fällung von älterer Alleebäumen ist im Alltag sichtbar./ Dankeschön für die Möglichkeit, mich äußern zu können. Über eine Antwort an obengenannte Adresse, freue ich mich./ Mit freundlichen Grüßen/ M.Dähn

  4. 4.

    Kann mich nur anschließen, dass ist eine große Schweinerei.

  5. 3.

    Aus meiner Sicht eine Sauerei. Ich bin überzeugt, dass Absicht dahinter steht. Alleebäume sind von der Pflanzung bis zur Abholzung teuer und pflegeaufwändig. Das möchte man still, heimlich und leise umgehen. In Zeiten des Klimawandels ist es ungeheuerlich, wenn staatliche Einrichtungen so agieren dürfen. Zudem werden die traditionell zu Brandenburg gehörenden, wunderbaren Alleen einen kulturellen Verlust bedeuten. Der Landesbetrieb Straßenwesen sollte unverzüglich mit Nachpflanzung beauflagt werden.

  6. 2.

    Wen interessieren Brandenburgische Alleen ?
    Die Churfürsten und Könige sind lange fort, ihre Armeen marschieren und rasten nicht mehr auf den Straßen. - Bleibt jahrhundertealtes Kulturgut, landschaftsprägend, Insekten-, Vogel-, Amphibien-, Reptilien-, Säugetier-, Pflanzen- Schutz. Wer hält den Wind vom Acker weg ? Wer fängt den Regen auf ? Wo sind die Tesla-Millionen vom Baum- Rodungs -Ersatz ? - Ahh, keine Allebäume, weniger Baumpflege, weniger Unfälle, weniger Krankenhauspersonal .... - Rechnungen gehen immer zu Lasten des Bestellers .... ! Ahhhh

  7. 1.

    Da erübrigt sich jegliche Kritik an Privatinvestoren, wenn nicht mal landeseigene Betriebe den Baumbestand halten können.
    Es wurden allerdings auch neue Straßen gebaut und die alten stillgelegt. Bei Umgehungsstraßen sieht man das häufig, das die Alte Allee noch erkennbar ist aber nicht mehr als Straße genutzt wird. Muss man mit berücksichtigen.

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