Symbolbild: Ein verdächtiger Mann (l) im Fall um den Kunstdiebstahl im Grünen Gewölbe wird am 17.11.2020 von Polizisten in das Gebäude des Oberlandesgerichts geführt. (Quelle: dpa/Robert Michael)
Bild: dpa/Robert Michael

Verurteilt wegen Goldmünzen-Diebstahl - Grünes Gewölbe: Verdächtiger sollte in Berlin bereits in Haft

Während im Fall des Kunstdiebstahls von Dresden noch nach zwei Verdächtigen gesucht wird, kommen neue Erkenntnisse zu den am Dienstag Festgenommenen zu Tage. Einer von ihnen müsste eigentlich eine Haftstrafe absitzen - wegen des Goldmünzen-Diebstahls in Berlin.

Am Tag nach der Festnahme dreier Tatverdächtiger im Fall des Juwelendiebstahls im Grünen Gewölbe Dresden vor einem Jahr werden weitere Details bekannt. Einer der Verdächtigen, die am Dienstag in Berlin gefasst werden konnten und in Untersuchungshaft sitzen, muss wegen eines anderen spektakulären Diebstahls noch eine Haftstrafe in Berlin absitzen.

Der heute 23-Jährige war im Februar 2020 als Beteiligter am Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze auf der Museumsinsel zu viereinhalb Jahren verurteilt worden, die Jugendstrafe war seit September rechtskräftig. Das für die Vollstreckung zuständige Amtsgericht Tiergarten habe den Mann bisher nicht zum Haftantritt aufgefordert, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch auf Anfrage bestätigte.

Unter Auflagen von Untersuchungshaft verschont

Zwei Mitangeklagte im Fall der gestohlenen Goldmünze "Big Maple Leaf" hatten Revision gegen den Schuldspruch beantragt, der 23-Jährige hatte seine Strafe angenommen. Nach seiner Festnahme im Jahr 2017 war er von der Untersuchungshaft mit der Bedingung verschont worden, sich dreimal in der Woche bei der Polizei zu melden und alle 14 Tage die Teilnahme an einem Kurierdienst-Praktikum zu bescheinigen. Diese Bedingungen habe der Mann stets erfüllt, sagte die Gerichtssprecherin weiter.

Im Juli 2018 wurde der Haftbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin aus Gründen der Verhältnismäßigkeit aufgehoben, da zu diesem Zeitpunkt der Abschluss der Ermittlungen nicht absehbar war. Im November 2019, als der Prozess wegen des Goldmünzen-Diebstahls bereits lief, war der Mann dann offenbar auch am Kunstdiebstahl in Dresden beteiligt.

Auch die anderen Beschuldigten im Dresdner Fall gehören zur polizeibekannten arabischstämmigen Remmo-Großfamilie aus Berlin. Der Clan wird auch für andere große Straftaten, vor allem eben den Goldmünzen-Diebstahl, verantwortlich gemacht.

Suche nach Zwillingsbrüdern bislang ohne Ergebnis

Unterdessen suchen die Behörden weiterhin intensiv nach den beiden noch flüchtigen Verdächtigen. "Die Fahndung läuft auf Hochtouren", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Dresden am Mittwoch. Zusätzliche Erkenntnisse gab es demnach zunächst nicht.

Hoffnung legen die Ermittler in die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY. ungelöst" [zdf.de], die am Mittwochabend (18.11., 20:15 Uhr) die Suche nach den beiden Männern, die Zwillingsbrüder A. M. und M. Remmo, thematisiert. Sie stehen im Verdacht, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Clans am 25. November 2019 in den historischen Teil der Dresdner Schatzkammer eingebrochen zu sein und Juwelen von unschätzbarem Wert gestohlen zu haben. Anschließend flüchteten die Täter mit einem Auto vom Tatort.

Sendung: Abendschau, 18.11.2020, 19:30 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Es rächt sich die leichtfertige und schnelle Vergabe von deutschen Pässen und das Zulassen von Doppel-Staatsbürgerschaften, wie sie von linken Parteien forciert wurde. Wären diese kriminellen Clan-Mitglieder nämlich keine deutschen Staatsbürger, könnte man sie zurück in ihre Heimat abschieben. Das ist aufgrund ihres deutschen Passes jedoch nicht mehr möglich.

  2. 18.

    Es fehlt anscheinend leider am politischen Willen. Wären Politiker selbst direkt betroffen, würde sehr wahrscheinlich schon längst etwas unternommen worden. So hat man nur zu- bzw. weggesehen. Aber vielleicht wird‘s ja noch was. Hoffen kann man ja...

  3. 17.

    Die These ist vielleicht gewagt, aber durch das Lasche Handeln des Staates werden Kulturgüter des Grünen Gewoelbes geraubt. Wenn der genannte Beschuldigte, wie vorgesehen im Strafvollzug gewesen wäre, hätte es diesen Raub vielleicht niemals gegeben. Leider nicht das einzige Staatsversagen im Bereich der Kriminalität und es gibt wie immer diffuse Begründungen.

  4. 16.

    Kurierdienst-Praktikum bei der Wertsachenspedition Remmo. Die Realität schlägt alles.

  5. 15.

    " Was dürfen die sich noch alles erlauben ? "

    jede Menge : Hochzeitskorso auf Autobahnen mit Blockaden ( hat rbb kürzlich berichtet )
    illegale Rennen
    Drogenverkauf ( Görlitzer Park )
    Einbruchsdiebstähle : Dresden , Bode Museum usw.

  6. 14.

    " nehmen die Geburtsländer ihre kriminellen Staatsbürger nicht zurück. "

    kreative polit. Möglichkeiten gäbe es schon.... wenn man will , also die so beliebten Sanktionen zB , wobei Deutschland nicht mal allein agieren müßte wenn man EU- weit Vereibarungen beschließen würde . zugegeben sind das aber nur realitätsferne Vorstellungen

  7. 13.

    " Wie will man das der Deutschen Bevölkerung verkaufen ? "

    das hat man der Deutschen Bevölkerung bereits verkauft ,ohne Kaufwunsch

  8. 12.

    " viele Clanmitglieder in D geboren wurden "

    richtig, aber nicht wenige haben eine oder mehrere weitere Staatbürgerschaften

  9. 11.

    WEnn ich die Entscheidungen so lese:
    ´Das für die Vollstreckung zuständige Amtsgericht Tiergarten habe den Mann bisher nicht zum Haftantritt aufgefordert..´
    ´Nach seiner Festnahme im Jahr 2017 war er von der Untersuchungshaft mit der Bedingung verschont worden, sich dreimal in der Woche bei der Polizei zu melden und alle 14 Tage die Teilnahme an einem Kurierdienst-Praktikum..´
    ´Im Juli 2018 wurde der Haftbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin aus Gründen der Verhältnismäßigkeit aufgehoben..´
    Frage ich mich warum so mild vorgegangen wird!? Das stinkt doch nach Einflussnahme in irgendeiner Form!
    Es werden junge Demonstranten Monate lang unter härtesten Bedingungen eingesperrt, nur auf den Verdacht hin, an Straftaten beteiligt gewesen zu sein.
    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Prozess-gegen-G20-Gegner-Fabio-V-geplatzt,gzwanzig366.html
    Und hier: nur gekusche!

  10. 10.

    Das was mittlerweile hier im Land passiert da muss man schon fast davon ausgehen das sich diese Klientel bereits in Justiz und weiteren Behörden Einzug gehalten hat.

  11. 9.

    Wem wundert es noch, dass bestimmte Gruppen den Rechtstaat nicht ernst nehmen, oder gar auf der Nase rumtanzen.
    Es scheint so, dass dieser " Großzügigkeit" sich nur bestimmte Gruppen erfreuen können.

  12. 8.

    Das Problem ist, dass viele Clanmitglieder in D geboren wurden und somit deutsche Staatsbürger sind. Ausweisen ist also nicht. Und selbst wenn es ginge, nehmen die Geburtsländer ihre kriminellen Staatsbürger nicht zurück. Der Punkt ist, dass man jahrzehntelang zugesehen hat, wie sich diese Parallelgesellschaften gebildet haben. Integration wurde zumeist als Pflicht des Gastlandes gegenüber den Immigranten gesehen. Integration ist eben keine Einbahnstraße. Zudem werden, wenn überhaupt, zu geringe Strafen verhängt. Auch ein Witz: es wird mit Luxuskarren beim Jobcenter vorgefahren, jeder sieht es, keiner tut was. Wohl auch aus Angst vor Rache. Und die ist leider auch real. Wichtig ist, dass jetzt endlich etwas getan wird.

  13. 7.

    Viereinhalb Jahre Jugendstrafe sind nicht wenig. Dazu muß man wissen, daß für die hier einschlägigen Diebstahlsdelikte höchstens fünf Jahre Jugendstrafe verhängt werden können. Das ist die gesetzliche Obergrenze.

    Bei Erwachsenen können bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe verhängt werden. Auch nicht wenig.

    Die Berufskriminellen ausländischer Staatsangehörigkeit sollte man ausweisen. Vielleicht sollte der Gesetzgeber die Ausweisung als Nebenstrafe den Strafgerichten übertragen. Und dann ab die Post ...

  14. 6.

    Es ist ein trauriges Schauspiel das solche Clanangehörige aus Deutschland nicht ausgewiesen werden. Es muss doch möglich sein, das solche Serienverbrecher hier aus Deutschland zu entfernen.
    Ich gebe mal zu bedenken : soll das so werden wie in Italien, das Generationen über Generationen von einem Mob von Clankriminellen terrorisiert werden ?
    Wie will man das der Deutschen Bevölkerung verkaufen ?

  15. 5.

    Entweder will unser Staat nicht durchgreifen oder er kann es nicht, beides ist erschütternd. Für den Goldmünzenraub Jugendstrafe von 4 1/2 Jahren ist einfach lächerlich. Diese kurze Haftstrafe ist eingepreist. Davon kann der ganze Clan wieder einige Zeit in Saus und Braus leben. Wenn das Geld alle ist, wird eben in das Grüne Gewölbe eingebrochen. Wird einer erwischt, muß es erstmal bewiesen werden. Dann kommt der Täter wieder mit 3 - 4 Jahren davon und der Clan lebt wieder in Saus und Braus weiter usw... Vielleicht wird ja in Zukunft mal ein Remmo Bürgermeister, Ministerpräsident oder gar Kanzler. Deutschland schafft sich ab!

  16. 4.

    Müßte eigentlich in Haft... keine vertrauensfördernde Maßnahme unseres Rechtstaates.

  17. 3.

    ...Praktikum beim Kurierdienst, AUTSCH!!!

  18. 2.

    Verdächtiger sollte...einfach nur lächerlich.

  19. 1.

    Was dürfen die sich noch alles erlauben ohne dass die mal empfindlich bestraft werden und mal ERNSTHAFT was unternommen wird ??!!
    Wir Steuer zahlenden Bürger werdfn regelrecht ausgelacht und verarscht.

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