Polizisten stehen am 26.11.20 vor dem Haus der Rigaer Straße 94 (Bild: dpa/Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain - Protest gegen Räumung von Obdachlosencamp - Polizeihubschrauber im Einsatz

Polizeieinsatz in der Rigaer Straße: Weil dort eine Obdachlosenschlafstätte geräumt werden soll, protestieren Bewohner des teilweise besetzten Nachbarhauses. Sogar Polizeihubschrauber kreisen über dem Kiez.

Das Berliner Ordnungsamt hat am Donnerstagmorgen mit der Räumung eines Obdachlosencamps in Friedrichshain begonnen. Es gehe um eine Schlafstätte unter einem Balkon der Rigaer Straße 92, wie die Berliner Polizei auf Twitter mitteilte. Sie leiste mit Hubschraubern Amtshilfe, wie die Polizei zudem mitteilte.

In direkter Nachbarschaft zum Einsatzort steht ein teilweise von Linksautonomen besetztes Haus. Bewohner der Rigaer 94 hätten sich mit den Obdachlosen solidarisiert und gegen den Polizeieinsatz protestiert, so die Polizei. Seit 6:00 Uhr werde gegen die Räumung protestiert, "u.a. durch dauerhaftes Abspielen lauter Musik, Farbeier- & Pyrowürfen", wie es in dem Polizei-Tweet weiter heißt. Einige Kräfte wurden laut Polizei leicht verletzt. Gegen 10 Uhr beruhigte sich die Lage wieder.

Unklar ist, wie viele Personen von dem Einsatz betroffen sind. Das Ordnungsamt äußerte sich nicht zu dem Einsatz.

Sendung: Fritz, 26.11.2020, 9:30 Uhr

14 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 14.

    Ist die Rigaer Straße Privatstrasse, dass sie mit massiven Mitteln jetzt geräumt wird. War der Obdachlose eine Gefahr für die Umgebung oder hat sich einfach jemanden gestört, dass in seiner Umgebung so was nicht hinein passt.

  2. 13.

    Nun, dass die Polizei es nötig fand, in einer Hundertschaft anzurücken, liegt doch eher an dem kriminellen, "antifaschistischen" Umfeld. Wie es auch in diesem Bericht anklingeln.
    Statt dem Obdachlosen eine konkrete Hilfe anzubieten, werden die Polizisten von dem Mob brutal angegriffen.
    Nun ist es letztlich egal, ob der Anlass für den feigen Angriff der Obdachlose ist/war, oder die Präsenz der Polizei.
    Dem dort wohnenden linksradikalen Mob ist doch jedes Mittel Recht, die Polizei, den Staat anzugreifen.
    Ob mit Pfastersteinen, Stahlkugeln, Gehwegplatten, Brandsätzen, Pyro oder Farbe.
    Ein Dank am Rande der Redaktion von rbb24, die hier mal nicht den inflationär verwendete Begriff "Aktivisten" verwendeten.
    Nicht nur den Obdachlosen hätte die Polizei wegräumen sollen, sondern das ganze Haus Rigaer Straße 94.

  3. 12.

    "Das Ordnungsamt äußerte sich nicht zu dem Einsatz."

    Bei solch einem berichteten Verhalten des Bezirksamts kommt mir die Galle hoch. Wie kann man so etwas tolerieren???

    Grüne sind als Bezirksleitung völlig ungeeignet. Und wer das im Kleinen nicht kann, braucht sich um das Große nicht bemühen.

  4. 11.

    Es ist wirklich kaum zu fassen. Da setzen sich Menschen für einen Obdachlosen ein und hier kommentieren Leute, bequem von der warmen Couch: "WiEso nEhMen dIe DeNn deN ObDachLosen nicHt auf?!!! HeUcHler" Was macht IHR denn für Obdachlose so?

  5. 10.

    bei 3 grad einem menschen seine letzten habseligkeiten abnehmen und seinen notdürftigen verschlag räumen - mit helicopter-unterstützung. wow. schäm dich berlin!

  6. 9.

    Ein "Camp" unter einem Balkon - entweder ist der Balkon sehr groß oder die Leute aus diesem ominösen Camp sehr klein. Geht das inzwischen auch genauer? Wie viele Menschen wurden denn nun von diesem Riesenaufgebot (nebst Heli, der uns den Wecker erspart hat) vertrieben? Die Polizei sollte das doch angeben können. Und wo sind sie nun?
    An alle, die sich über die Bewohner der R94 aufregen: Wer sagt denn, daß diese den Personen (der Person?) nicht Unterkunft angeboten haben? Es gibt Obdachlose, die z. B. aufgrund psychischer Erkrankungen keine solche Hilfe annehmen wollen/können.

  7. 8.

    Ekelhaft?
    Wie heißen die Obdachlosen die bei ihnen zu Hause den Winter über auf der Couch schlafen dürfen?

  8. 7.

    War auch unser Gedanke. Das eigene !! Haus für Obdachlose zu öffnen, die eigenen schnöden materiellen Besitztümer zu teilen -- das ist dann doch zuviel.

  9. 6.

    Es geht, wie der Artikel schreibt, um eine Schlafstätte unter einem Balkon. Warum werden Obdachlose, die unter einem Balkon schlafen, denn polizeilich geräumt? Wo schlafen Obdachlose wohl sonst? Warum vermietet Padowvicz, der Eigentümer des Hauses Liebigstraße 34, das gerade geräumt wurde, nicht an die Obdachlosen?

  10. 5.

    Wegen einer einzigen, friedlichen und leider obdachlosen Person so ein teurer Einsatz. Ich hoffe, die Polizei muss dafür Rechenschaft ablegen!
    Völlig unverhältnismäßig! Mind. 10 Hundertschaften, Heli.

  11. 3.

    Was man halt im Winter so macht...einfach ekelhaft.

  12. 2.

    Heuchlerisch. Statt solidarisch das von ihnen besetzte Haus mit den Obdachlosen zu teilen, macht man lediglich solidarisch Radau.

  13. 1.

    Wenn die Polizei gerade dabei ist, können sie dann auch das illegale Camp im Thälmannpark räumen.
    Da bedarf es nicht einer Hundertschaft oder eines Hubschraubers.

Das könnte Sie auch interessieren