Archivbild: Die Polizei untersucht einen Verkehrsunfall zwischen einem Auto- und einem Fahrradfahrer. (Quelle: dpa/D. Naupold)
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Unfallstatistik 2019 - Wo es in Berlin am häufigsten kracht

Täglich meldet die Polizei in Berlin dutzende Verkehrsunfälle, im Schnitt 41 am Tag mit sogenannten Personenschäden. Eine Statistik zeigt nun, in welchen Kiezen es am häufigsten kracht - und wie oft Pkw, Fahrräder und Fußgänger dabei involviert sind.

Die Gegend um den Alexanderplatz und der Kiez Reinickendorfer Straße in Mitte sowie das Samariterviertel in Friedrichshain sind die Gegenden in Berlin, in denen es 2019 die meisten Unfälle gab. Das zeigen Daten aus der Unfallstatistik, die das Land Berlin vor ein paar Tagen veröffentlicht hat [daten.berlin.de].

Demnach gab es in der Gegend um den Alex 2019 insgesamt 177 Unfälle, bei 118 davon war mindestens ein Pkw beteiligt, bei 81 Unfällen mindestens ein Radfahrer oder eine Radfahrerin und 36 Mal Fußgänger. Die Statistik gibt allerdings nur Auskunft über die Anzahl der Unfälle. Wenn zum Beispiel bei einem Unfall vier Pkw beteiligt waren, zählt dieser Unfall in der folgenden Tabelle* als ein Ereignis.

Die Statistik zeigt die im Frühjahr ursprünglich veröffentlichten Daten der Unfallstatistik nun nach Kiezen sortiert (offiziell: lebensweltlich orientierte Räume - kurz LOR). Unter den zehn Kiezen mit den meisten Unfällen befinden sich fünf in Mitte.

Am Ende der Liste stehen einige Kieze, bei denen es 2019 nur einen Unfall mit Personenschäden gab. Auch hier findet sich Mitte wieder - der Kiez Zwinglistraße zwischen Alt-Moabit und Turmstraße. Für vier Kieze liegen keine Daten vor.

Fast 15.000 Verkehrsunfälle mit Verletzten

Insgesamt waren im Vorjahr 30.727 Menschen an 14.959 Verkehrsunfällen mit sogenannten Personenschäden in Berlin beteiligt, die meisten davon in Mitte.

Nach der vorliegenden Statistik gab es 10.908 Unfälle, bei denen mindestens ein Pkw beteiligt war, 5.005 Unfälle mit Fahrrad-Beteiligung und 1.968 Unfälle, bei denen mindestens ein Fußgänger betroffen war.

* aus technischen Gründen werden in der Tabelle Unfälle nicht gezeigt, bei denen Kraftfahrzeugräder, Güterkraftfahrzeuge oder Fahrzeuge aus der Kaegorie "sonstiges" wie etwa Busse oder Straßenbahnen beteiligt waren

12 Kommentare

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  1. 12.

    Gute Idee, der Perspektivenwechsel, ist nicht ironisch gemeint. Leider steht in den Verkehrsschulen kein LKW herum. Allgemein würde es Sinn machen, einmal a l l e Rollen der beschriebenen Konflikte durchzuspielen. Würde zu mehr Einsichten und Verständnis führen.

  2. 11.

    Um Unfälle zu vermeiden sollten nicht nur rechtsabbiegende LKWs stoppen, sondern gleichfalls an den Kreuzungen auch Radfahrer. Wer als Radfahrer durch die Gegend rast, muss sich nicht wundern, dass man übersehen wird. Letztens hat sich ein Radfahrer am Rosenthaler Platz durch die Autos geschlängelt und sich direkt vor den Kotflügel meines Anhängers gestellt und wurde beim Anfahren von hinten getroffen. Glücklicherweise hatte ich schnell reagiert, sodass wir nur mit dem Schrecken davonkamen. Es ist bei so vielen Radfahrern, die sich chaotisch und unlogisch verhalten echt schwer, noch den Überblick als Autofahrer zu behalten - geschweige denn im LKW. Hier sollte man schon in der Schule beginnen, Kinder mal auf den Fahrersitz eines LKWs zu setzen um zu sehen, wie limitiert die Sicht wirklich ist. Auch ich fahre Rad, weiss aber, dass - wenn ich den LKW-Fahrer in seinem Spiegel nicht sehen kann, er mich auch nicht sieht. Wer also nicht lebensmüde ist, sollte dann lieber anhalten und warten. Gegenseitige Rücksichtnahme und die Reduzierung der Geschwindigkeit ALLER Beteiligten an Kreuzungen würde viel Leid verhindern.

  3. 10.

    Ich finde es schon etwas erstaunlich, dass hier immer wieder Beschwerden von Fußgängern über Radfahrende kommen. Nicht, weil sie sich ja doch recht oft in die Quere kommen. Wenn sich Fußgänger in beiden Richtungen den (für Radfahre benutzungspflichtigen) Fußweg neben einer vierspurigen Straße mit den Radfahrenden teilen müssen (z.B. Elsenbrücke) ist das etwas absurd...

  4. 9.

    Ja! Dann bitte aber auch Tempo 10 für Radfahrer. Das sage ich als Fußgänger :-)!

  5. 8.

    Das "rücksichtsvolle" fahren auf dem Buergersteig verüben leider nur die wenigsten Radfahrer. Ich sreche da aus leidvoller Erfahrung, wobei ingeln no h gehen würde. Man solle doch beseite springen was ich aber generell nicht mache, da ich ja nicht auf Radwegen parke oder fahre. Seit 40Jahren keinen Unfall oder Punkt, Aber schon mehrfach ruecklings von Radfahrroudys angefahen
    und dementsprechend schlecht auf Radler zu sprechen unf das muss aufhören. KENNZEICHEN VERSICHERUNGSPFLICHT

  6. 7.

    2 .Teil
    Wenn der Weg dadurch kürzer ist oder die Straße extrem schlecht befahrbar, fahre ich gelegentlich auch auf Fußwegen mit dem Rad. Dabei haben aber i m m e r die FußgängerInnen Vorrang. Ich klingle sie nicht an u. fahre ggf. im Schritttempo hinter ihnen her, bis sich Gelegenheit zum Überholen gibt. Das habe ich auch meinen Kindern so beigebracht. Dafür dürfen sie dann die FußgängerInnen, die quatschend auf dem Radweg stehen, herzhaft durch Klingeln oder Quietschen erschrecken....

  7. 6.

    Na dann gehören Sie als sehr rücksichtsvolle Autofahrerin einer - zumindest gefühlten - Minderheit an. Ich selbst bin als Fußgängerin, Fahrrad- u. Autofahrerin unterwegs, ernsthaft bedroht fühle ich mich eigentlich nur von AutofahrerInnen. Sei es als Fußgängerin an Ampeln oder Tramhaltestellen, oder im alltäglichen "Krieg" zwischen Rad- u. AutonutzerInnen. Da werde ich auf dem Rad tatsächlich etwas aggressiver - liegt vielleicht am erhöhten Adrenalinspiegel nach knapp entkommenen fahrlässigen Tötungsversuchen. Anders kann ich die Fahrweise einiger AutonutzerInnen nicht deuten. Mindestabstand beim Überholen? Vorsichtiges Türöffnen am Radstreifen? Leider sehr oft Fehlanzeige.
    Als Autofahrerin nerven mich zwar auch einige RadlerInnen, aber es nervt eben nur und bedroht nicht. Und extrem aufpassen muß mensch im Stadtverkehr sowieso - gibt ja nicht nur STVO-ignorierende RadlerInnen, sodern auch kleine Kinder, verwirrte Personen etc.

  8. 5.

    Wenn Sie sich überfordert fühlen im Berliner Straßenverkehr wäre es empfehlenswert das Auto lieber stehen zu lassen. Unsichere Verkehrsteilnehmer*innen gibt es schon genug und diese sind nicht selten dann schuld an Unfällen. Das gilt für alle, Radfahrerende wie auch Füßgänger*innen. Es hat halt nur bei Autofahrer*innen die gefährlichsten Konsequenzen. Zwei zusammenstoßende Füßgänger*innen sterben statistisch gesehen eher selten.

  9. 4.

    Bei allem Verständnis für die Situation der Radfahrer und sicherlich auch oft die ungerechte Verteilung der Straßen in Berlin und die schlechte Ampelschaltung müsste man doch auch mal eruieren, wie viele der verzeichneten Unfälle auf Kosten der Radfahrer selbst gehen. Einfach nur um gerecht zu sein. Ich als Fußgängerin und Autofahrerin erlebe immer wieder sehr brenzlige Situationen, die von Radfahrern verursacht werden. manchmal komme ich beim Abbiegen richtig ins Schwitzen, weil ich gar nicht weiß, wo ich zuerst hinschauen soll, wenn die Ampelschaltung für alle frei ist und ich aber damit rechnen muss, dass die Radfahrer von allen Seiten kommen, auch von denen, wo sie gar nicht sein dürften. Und als Fußgänger bin ich auf dem Fußweg sehr oft in Gefahr, einfach umgehauen zu werden. Da wird ja nicht mal geklingelt. Und die Eltern machen es den Kindern auch noch vor, das ist noch schlimmer. Somit wird eine rücksichtslose Radfahrergeneration herangezogen. Was ich noch beobachten musste war, dass öfter Radfahrer Autofahrer absichtlich ausbremsen, wenn diese rechts abbiegen wollen. Dazu sage ich jetzt mal lieber gar nichts. So kann das nichts werden Mit der Einigkeit auf den Straßen. Ich behaupte von mir, dass ich eine sehr rücksichtsvolle Autofahrerin bin.

  10. 3.

    @rbb Wär spannend zu erfahren, wie sich der Verkehr in den ca. 10 LOR-Kiezen, in denen keine Fußgänger und Radfahrer verletzt wurden, vom Verkehr in den anderen unterscheidet. Immerhin ca. 50 LOR-Kieze, in denen laut Statistik zumindest keine Fußgänger durch Verkehrsunfälle verletzt wurden. Was ist dort anders?

  11. 2.

    Angesichts der Zahlen bin ich weiterhin für allgemein Tempo 30 in Wohngebieten - also abseits der Autobahn. Gerne am Oranienplatz anfangen, wo auf dem Platz inmitten der Grünanlage noch Tempo 50 gilt - alle Straßen drumherum sind schon auf Tempo 30 oder weiter Richtung Engelbecken sogar Tempo 20 reduziert. Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat :(
    Genau dort wo Spaziergänger*innen über eine große Mittelinsel auf dem Oranienplatz dazu eingeladen werden zu kreuzen, wird die Geschwindigkeit für keine 100m in der Oranienstraße auf Tempo 50 angehoben. Damit zur nächsten Ampel gerast werden kann?
    Besser wäre eine Verkehrsberuhigung, wie um den Lausitzerplatz - nur mit Vorrang für den Umweltverbund.

  12. 1.

    Zählt das Frankfurter Tor mit zum Samariterviertel oder kracht es täglich auf der Proskauer? Mir kommt das Viertel eher deutlich ruhiger als das Südkiez vor.

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