Polizisten stehen am 28.11.2020 auf einer abgesperrten Kreuzung in Berlin-Kreuzberg, nachdem ein 29-jähriger Mann angeschossen und schwer verletzt wurde. (Bild: dpa/Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Schwer verletzt - Mann vor Geschäft in Kreuzberg angeschossen

Zwei Tage nach den Schüssen auf einen 29-Jährigen in Berlin-Kreuzberg fahndet die Polizei weiter nach den Tätern. Es gebe keinen neuen Ermittlungsstand, sagt ein Polizeisprecher am Sonntag. Mehrere Männer hätten sich am Freitagabend dem Mann vor einem Geschäft in Kreuzberg genähert und Schüsse auf ihn abgegeben.

Der Angeschossene wurde notoperiert und wird intensivmedizinisch behandelt, wie es am Samstag hieß. Die Polizei prüft, ob ein Streit zwischen Mitgliedern von arabischen Clans Hntergrund für die Tat war. Weitere Informationen zu möglichen Verdächtigen machte die Polizei am Wochenende nicht.

Giffey zu Clan-Kriminalität: "Wir müssen das klar benennen"

Die Täter sollen zunächst mit einem in der Nähe geparkten Auto und später zu Fuß geflüchtet sein. Die Polizei stellte den in der Johanniterstraße abgestellten Wagen am Freitag sicher, die mutmaßlichen Täter sind den Angaben zufolge weiter auf der Flucht.

Clan- und organisierte Kriminalität ist seit längerem in Berlin und in anderen Bundesländern ein Thema - zuletzt machten die Festnahmen nach dem Juwelendiebstahl in Dresden Schlagzeilen.

Die neue Berliner SPD-Vorsitzende Franziska Giffey sprach sich dafür aus, stärker gegen Clan-Kriminalität in der Hauptstadt vorzugehen. "Wir haben hier zwölf Groß-Clans in der Stadt, acht davon sind in Neukölln unterwegs, nicht nur da, aber auch. Wir müssen das klar benennen", sagte Giffey beim Berliner SPD-Parteitag am Samstag nach ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden. "Gute Politik beginnt mit dem Aussprechen von dem, was ist. Wir haben hier organisierte Clan-Kriminalität in der Stadt, die macht den Leuten das Leben schwer", so Giffey.

Sendung: Inforadio, 28.11.2020, 13:40 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Bevor man ein Problem angehen kann, muss man es erst mal erkennen, anerkennen und benennen. Nur so kann man nach Lösungen suchen und diese danach umsetzen. Dass Frau Giffey als Bezirksbürgermeisterin nichts zu dem Thema gerissen hätte, ist Unsinn, weil sie dafür weder die Zuständigkeiten noch die Mittel hatte. Diese Aufgabe lag und liegt beim Senat, vor allem beim Innen- und beim Justizsenator. Beide Ämter begleitet sie nicht. Und ja, die Menschen erwarten, dass diese Offensichtlichkeiten auch endlich von der Politik anerkannt und ausgesprochen werden, gern mit Lösungsvorschlägen. Bei Rechtsextremismus funktioniert das doch auch, warum dann hier nicht im gleichen Maße?

  2. 4.

    Gute Politik beginnt mit Handeln? Also sollte man Ihrer Ansicht nach innerhalb der eigenen Partei und auch den Bürgern gegenüber nicht kommunizieren, was man vorhat und was man in Angriff nehmen möchte? Interessant, Ihre "Meinung" ...
    Mein persönlicher Tipp: Behalten Sie solchen Unfug doch das nächste Mal lieber für sich.

  3. 3.

    "Wir haben hier zwölf Groß-Clans in der Stadt, acht davon sind in Neukölln unterwegs, nicht nur da, aber auch. Wir müssen das klar benennen", sagte Giffey beim Berliner SPD-Parteitag am Samstag nach ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden. "Gute Politik beginnt mit dem Aussprechen von dem, was ist. Wir haben hier organisierte Clan-Kriminalität in der Stadt, die macht den Leuten das Leben schwer", so Giffey.
    Nein, Frau Giffey. Gute Politik beginnt mit HANDELN und nicht mit Palavern wie Sie. Was haben Sie denn in den 3 Jahren als Neuköllner Bürgermeisterin getan? Ich tippe mal auf "Gutes Gerede!.

  4. 1.

    Es wird immer gefährlicher in meinem/ unserem schönen Berlin! Kaum noch zu ertragen! Ich hoffe, es ändert sich ganz schnell was!

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