Spätshop Melancholie 2 (Quelle: rbb24)
Bild: rbb24

Einsatz in Berlin-Mitte - Club-Betreiber wehren sich nach Polizei-Post zu Drogenfund

Die Berliner Polizei vermeldet stolz auf Facebook, sie habe in einem Späti Drogen und eine Geheimtür zu einem Club entdeckt und den Laden geschlossen. Nichts als heiße Luft, meinen dagegen die Betroffenen. Sie fühlen sich völlig zu unrecht an den Pranger gestellt.

In einem Späti mit einer getarnten Tür zu dem Berliner Club "Melancholie 2" im Bezirk Mitte hat die Polizei nach eigenen Angaben diverse Drogen und einige griffbereit liegende Waffen gefunden. So postete es die Polizei am vergangenen Freitag auf ihren sozialen Kanälen [facebook.com]. Die Betreiber des Clubs widersprechen diesen Angaben nun.

Laut Polizei sei dem Ordnungsamt bereits am Montag vor einer Woche bei einer Kontrolle aufgefallen, wie sich eine Tür bewegte, die durch einen Kühlschrank getarnt wurde. Am Donnerstag erschienen demnach die Ordnungsamt-Mitarbeiter erneut, um die Räume und die Tür zu überprüfen, diesmal wurden sie von Polizisten begleitet.

Versiegelung Spätshop Melancholie 2 (Quelle: rbb24)
Mitteilung der Polizei am Eingang - der Späti ist versiegelt. | Bild: rbb24

Um welche Drogen es sich handelt, ist unklar

Bei der Durchsuchung stießen die Polizisten den Angaben zufolge auf sogenannte Verkaufseinheiten von Drogen, einen Teleskopschlagstock, Pfefferspray und einen Hammer. Bei den Verkäufern seien ebenfalls Drogen entdeckt worden.

Hinter dem Kühlschrank ging es in die Clubräume, wo laut Bezirksamt Aufbauarbeiten für einen musikalischen Livestream liefen. Auch dort habe jemand Drogen dabeigehabt. Der Spätverkauf wurde geschlossen. Um welche Drogen es sich bei den Funden konkret handelt, konnte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag auf rbb|24-Anfrage nicht sagen.

Geheimtür ist offenbar nicht wirklich geheim

Die Betreiber des betroffenen Clubs und Spätis, der so wie die Diskothek "Melancholie 2" heißt, wehren sich gegen diese Darstellungen. Aus gewöhnlichem CBD, also legal erwerbbarem Cannabidiol, würden illegale Drogen, heißt es in einem Eintrag vom Samstag auf der Facebook-Seite der Diskothek "Melancholie 2". Das CBD sei den Besitzern schließlich wieder zurückgegeben worden. Cannabidiol fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Es ist als Arzneimittel verschreibungspflichtig.

Zudem sei die Geheimtür eigentlich längst nicht mehr geheim, kritisieren die Club-Betreiber die Darstellung der Polizei. "Jeder weiß um diesen Club und auch um den Gag mit dem Kühlschrank. Es steht überall. Auch die Polizei weiß es natürlich", heißt es auf ihrer Facebook-Seite.

Tatsächlich ist dieser Seiteneingang durch den Späti in den Club, der zwischen Kreuzberg und dem Alexanderplatz liegt, nicht ganz unbekannt. Im Normalbetrieb können dort DJs oder andere besondere Gäste an der langen Warteschlange der normalen Besucher vorbei eingelassen werden. "Wir gratulieren zu diesem erfolgreichen Einsatz! Ein paar Likes auf Facebook hats ja immerhin gebracht", schreiben die Club-Betreiber ironisch in ihrem Facebook-Post.

Bezirksbürgermeister begrüßt Polizeieinsatz

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), begrüßte es derweil, dass es trotz aller Corona-Kontrollen weiter auch gewerberechtliche Kontrollen gebe. Er wünschte allen Berlinern "schöne Überraschungen hinter den Türchen in ihren Adventskalendern - Kühlschranktüren sind dafür offensichtlich nicht geeignet", sagte von Dassel in einer Reaktion.

24 Kommentare

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  1. 23.

    War grad Vorort auf dem Weg zum Asiaten gegenüber. Zeitgleich Hegebaby mit Begleitperson. Waren wohl auch erstaunt über den geschlossenen Späti und bestaunten die Versiegelungen.
    Unabhängig vom Vorwurf des Drogenhandels: Sogenannte Hihi-Superschlau-Chicago1932-Geheimtüren für Specialguests wecken bei Behörden den Verdacht der Illigalität, ob während einer Prohibition oder im Puff zum Verstauen von Minderjährigen. Hinzu kommt: BumBum während des Lockdowns aus dem KitKat bzw. Sage. Was im Verborgenen bleiben will, weckt nicht nur Begehrlichkeit sondern auch Skepsis. Der Clubstandort an der Brückenstraße mit dem Lobbybüro (CC-Waschsalon) darüber steht unter Beobachtung.

  2. 22.

    Die Polizisten kennen ihren eingen Kiez nicht.
    CBD Öl ha ha
    Melden stolz einen Drogenfund und posten es auf social Media weil sie "cool" wirken wollen? Haben wohl durch Corona zu viel Zeit.

  3. 21.

    Haben Sie den Artikel gelesen?
    Nein, äußern Sie sich! Gestehen Sie ein, dass Sie einen Fehler begangen haben. Genauso paul voss! REDEN SIE!!!

  4. 20.

    Vielleicht sollte man Justiz nicht auf Twitter und in den Kommentarspalten austragen, sondern auf die Gerichte warten.

  5. 19.

    Für immer schließen

  6. 18.

    Und bei welchen Drogen machen Sie den Cut? Oder alle Drogen legalisieren? Also auch Koks, Heroin, Meth, Crack, KO-Tropfen und ganze andere super ungefährliche Zeug?

  7. 16.

    Einen Hammer gefunden und CBD, was dem Besitzer zurückgegeben wurde? Vorbereitung für Livestream gestört? Pure Steuerverschwendung bei der Arbeit...

  8. 14.

    Ich hoffe ihr merkt euch das alles bis zur Wahl. VG der BM

  9. 13.

    Die Berliner Polizei ist schon immer kreativ und findet das, was sie finden will.

    Da werden nicht nur Hammer zu Waffen, sondern da wird auch schonmal der gesamte im Keller gefundene Kohlevorrat beschlagnahmt, damit der nicht für einen Brandanschlag(!) genutzt werden kann...

  10. 12.

    ... und da sage ich dir noch, nimm nicht die blauen Pillen. Aber nee. Sowas kommt von Halluzinogene.

    #LSDsindkeinelausigsauerendrops

  11. 11.

    Seit wann handelt es sich bei Pfefferspray um eine Waffe? Und um welche Drogen soll es sich angeblich handeln? Es ist sowieso der letzte Witz, dass in Deutschland Drogen noch nicht legalisiert sind. Konsumiert werden sie trotzdem und es kann mir keiner erzählen, dass Ecstasy und Co. gefährlicher wären als Alkohol.

  12. 10.

    dieser BM sollte mMn mal ganz ruhig sein, sich vorsätzlich infizieren, dann aber doch auf richtig krank machen, klar, bezahlt doch der Steuerzahler seine Krankenbezüge!

  13. 9.

    Ein weiterer Versuch der Polizei, medial gut da zu stehen. Peinlich...

  14. 8.

    Ein Hammer ist eine Waffe? Verdammt, mache ich mich strafbar so ganz ohne Waffenschein? Kann ich ihn anonym abgeben?

  15. 7.

    Warum genau? Haben Sie den Artikel gelesen? Der Facebook-Beitrag der Polizei war heiße Luft und nichts als Effekthascherei.

  16. 6.

    Auf welche Vorgaben genau haben die denn verstoßen? Das mit dem CBD scheint sich ja geklärt zu haben. Der Hammer wird's auch nicht sein. Pfefferspray und Schlagstock? Ein musikalischer Livestream, vielleicht bestehend aus einer Person mit Klampfe? Deswegen soll der Laden für immer dichtgemacht werden? So ein Blödsinn!

  17. 5.

    Dann erklären Sie mal gegen welche Regel die Betreiber konkret verstoßen haben. Laut Betreiber wurden die "Drogen" zurück gegeben, ein Teleskopschlagstock darf man innerhalb seines Unfrieden Besitzes haben. Und die Vorbereitung für einen Livestream? Heisst eigentlich das ein Dj auflegt und das Konzert per Internet nach Hause kommt, oder?

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