Zwei Polizeiautos stehen am 06.02.2020 bei einem Blaulichteinsatz auf einer Straße im Bezirk Mitte. Foto: Wolfram Steinberg/dpa
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Organisierte Kriminalität in Berlin - Tschetschenen legen sich mit arabischem Clan an

Die klassische "organisierte Kriminalität" wird dominiert von Tätern mit ähnlicher ausländischer Herkunft. Großstädte wie Berlin sind dabei oft aufgeteilt, damit man sich nicht zu sehr in die Quere kommt. Trotzdem knallt es manchmal zwischen den Gruppen.

Mehrere brutale Angriffe von Dutzenden Schlägern und Messerstechern am Wochenende in Berlin könnten auf einen Bandenkrieg zwischen einem arabischen Clan und einer russisch-tschetschenischen Bande hindeuten. Die für organisierte Kriminalität zuständige Abteilung im Landeskriminalamt (LKA) habe die drei Vorfälle an sich gezogen, um die Zusammenhänge zu prüfen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Insgesamt wurden bei den zwei Überfällen am Samstagabend in den Stadtteilen Neukölln und Gesundbrunnen und dem dritten Gewaltausbruch am Sonntagabend erneut in Gesundbrunnen elf Männer verletzt. Sechs Russen wurden festgenommen und wieder entlassen. Unter den Beteiligten waren auch "Mitglieder einer bekannten Großfamilie", so die Polizei.

Tschetschenen in der Wohnung von arabischem Clanmitglied

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte am Dienstag: "Wir haben schon länger mit derartigen Auseinandersetzungen zwischen arabischstämmigen Gruppierungen und Tschetschenen gerechnet, da letztere sich nicht mehr als Söldner anstellen lassen wollen, sondern selbst ein großes Stück vom Kuchen haben möchten." Für diese Männer gehöre Gewalt und Kampferprobung zur Erziehung, zum Teil seien sie selbst im Krieg gewesen. "Dass sie eine bekannte arabische Großfamilie praktisch in den eigenen vier Wänden in Neukölln heimsuchen, zeigt uns, dass sie keine Skrupel davor haben, den Kampf um lukrative Geschäftsfelder der Organisierten Kriminalität auf die Straße zu bringen."

Die erste Schlägerei war am frühen Samstagabend in einem Spätkauf in Neukölln ausgebrochen. Bis zu 30 Männer gingen dabei mit Messern, Fäusten, Einrichtungsgegenständen und Wasserpfeifen aufeinander los, wie die Polizei berichtete. Unter den Angegriffenen waren die Mitglieder des bekannten Clans. Fast alle Beteiligten flohen. Nur drei Männer blieben schwer verletzt in dem Geschäft liegen. Die Polizei fasste in der Umgebung sechs Russen im Alter von 17 bis 31 Jahren als mutmaßliche Täter. Der 31-Jährige hatte eine Kopfverletzung. Die Männer wurden verhört und wieder entlassen. Die drei Männer im Geschäft kamen mit "teilweise schweren Kopf- und Schnittverletzungen" ins Krankenhaus. Sie haben eine deutsche, eine libanesische und eine nicht bekannte Nationalität.

Messer und Schlagstöcke am Gesundbrunnen-Center

Drei Stunden später eskalierte die Gewalt im Stadtteil Gesundbrunnen nahe dem Wedding im Norden Berlins: Am großen Bahnhof Gesundbrunnen mit einem Einkaufcenter standen fünf Männer um einen Sportwagen mit offenen Türen herum, als drei Autos herangefahren kamen. Zehn Männer sprangen heraus. Sie griffen die Fünfer-Gruppe mit Messern und Schlagstöcken an. Danach entkamen sie unerkannt. Zurück blieben mehrere Russen, ein Deutscher und ein Syrer mit Platzwunden am Kopf. Einer von ihnen wurde zudem in den unteren Rücken gestochen.

Einen Tag später, der nächste Überfall erneut an dem Bahnhof: Wieder tauchte eine größere Gruppe von 20 Männern auf. Sie griffen einen 31-jährigen und einen 43-jährigen Russen an. "Berliner Morgenpost" und "Bild" beschreiben die Szene anhand eines ihnen vorliegenden Videos. Die Schläger hätten auf Arabisch geschrien und auf die beiden Opfer eingeprügelt. "Dann läuft einer der Schläger auf den über den Asphalt kriechenden 43-Jährigen zu und rammt ihm ein Messer in den Rücken", heißt es in der "B.Z". Der Mann erleidet eine schwere Stichwunde im unteren Rückenbereich und diverse Schnittverletzungen und Prellungen. Der Jüngere muss mit Platzwunden am Kopf ins Krankenhaus. Die Angreifer entkommen.

Drogenhandel, Zwangsprostitution, Schutzgelderpressung

Messerstiche in die Oberschenkel oder das Gesäß sind typische Verletzungen, die im kriminellen Milieu Gegnern zugefügt werden. Sie können schmerzhaft und auch gefährlich sein. Wird der Täter aber gefasst, lautet die Anklage vor Gericht meist nur auf gefährliche Körperverletzung und nicht auf versuchten Totschlag, wie es bei Stichen in den Oberkörper der Fall sein könnte.

Tschetschenische Banden spielen seit Jahren eine Rolle im kriminellen Milieu der Hauptstadt. In dem Bereich gebe es sichtbare Gewalt, hieß es vor einem Jahr im Zusammenhang mit dem Lagebild des LKA zur organisierten Kriminalität. "Die russisch-eurasische OK, das ist eine harte Nuss", sagte damals der zuständige Abteilungsleiter Sebastian Laudan. Bei fast der Hälfte der 59 großen Ermittlungskomplexe zum Thema organisierte Kriminalität ging es um Rocker, Tschetschenen oder Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien, die vor allem aktiv sind im Drogenhandel, der Zwangsprostitution und Schutzgelderpressung.

17 Kommentare

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  1. 17.

    Gedenkt der Senat, diesem Treiben Einhalt zu gebieten?

  2. 16.

    Was ich mich schon lange frage - was machen die Tschetschenen eigentlich hier? Russland ist mit Sicherheit keine Demokratie, aber weder leidet dort jemand Hunger, es tobt kein Krieg und es gibt auch keine massenhafte Verfolgung von nationalen Minderheiten. Weshalb bekommen diese Leute dann einen Flüchtlingsstatus bei uns? Und das leider etliche Vertreter dieser Nationalität der Kriminaltität deutlich zugewandt sind, kann man täglich in diversen (auch unabhängigen) russischen Medien lesen. Etliche Tscheschenen sind als Söldner in Nahen Osten gewesen. Das die in Russland verfolgt werden ist logisch. Das machen wir mit "unseren" IS-Kämpfern ja auch. Aber weswegen müssen wir dann russischen EX IS-Kämpfern Asyl gewähren??

  3. 15.

    Das ist das Ergebnis der deutschen "Willkommenskultur". Die Geister die man rief, wird man nun nicht mehr los.
    Ich denke, es wird noch schlimmer.

  4. 14.

    Ach wie schon Neukölln wird immer bunter und an der Sicherheit der Mitbürger wird weiter gespart oder kritisiert wenn man gegen solche Machenschaften vorgeht. Hit ab liebe rot rot grüne Regierung!

  5. 13.

    Sorry,

    aber warum kann man kriminelle nicht EU-Staatsangehörige nicht ausweisen? Wie in dem oben genannten Fall berichtet.

    Und dieses riesen Drogen-Schwarzmarktproblem in den Griff zu bekommen ist bisher nichts politisch getan worden.
    Daher ist mal ein Umdenken gefragt.


  6. 12.

    Völlig unangebrachtes Dammbruchargument. Dass kriminelle Organisationen sehr gute Einnahmen aus dem Verkauf von Drogen machen und dies durch eine Legalisierung, bzw. Entkriminalisierung, ohne gesellschaftlichen Schaden weitgehend verhindert werden kann ist ein Fakt.

    Und falls Sie es nicht wissen, Prostitution ist bereits legalisiert und dadurch zu großen Teilen aus den Händen der organisierten Kriminalität genommen. Vergleichen Sie mal die Prostitution bei uns mit Ländern wo sie noch verboten ist. Den Sexarbeitern hier geht es um Welten besser; Zwangsprostitution ist ein viel kleineres Problem.

  7. 11.

    Was so alles trotz Lockdowns in Berlin möglich ist........und möglicherweise Intensivstationen zusätzlich belastet

  8. 10.

    Sollen dann auch Schutzgeld, Prostitution und Menschenhandel legalisiert werden? Dann wäre vielleicht Ruhe?

  9. 9.

    Wer meint sich nicht an unsere Gesetze und unsere Werte zu halten hat es nicht verdient in diesem Land zu leben. Diese Leute sollten so schnell wie möglich in ihre Herkunfsländer zu rückgeführt werden oder eine gerechte harte Strafe von unser Gerichtsbarkeit bekommen.

  10. 8.

    Nanu? Man wundert sind in Berlin über die "Aktivitäten". Man wollte das doch bewußt. Und noch mehr. Das faktische Beschneiden der Polizeigewalt (Beweislastumkehr, Rassismussverdacht) ebnet dieses Treiben ja noch mehr.
    Also..alles gut.

    Lbtt damit in eurer tollen Stadt....oder ändert es.

  11. 7.

    Ich möchte nicht wissen, wieviele von den Tätern sich illegal in Berlin aufhalten und schon längst ausgewiesen werden hätte können.
    Aber leider ist es bei diesem Senat nicht möglich.

  12. 4.

    Mich störts. Die vielseitig geforderte weitgehende Legalisierung von Drogen, wie z.B. jetzt in Oregon, USA oder seit Jahren in Portugal könnte dieser gewalttätigen Organisierten Kriminalität einen Teil ihres Geschäfts zunichte machen. Ausserdem bekriegen die sich nicht zum Spaß - wie etwa Hooligans - sondern um sich Geschäftsbereiche strittig zu machen. Bisher haben sie wohl recht gut kooperiert, aber jetzt will die eine Seite ein größeres Stück vom Kuchen. Warum zögern die politischen Entscheidungsträger immer noch, dieses Geschäft zu legalisieren unter staatlicher Kontrolle?
    Also ihnen diesen steuerfreien Kuchen wegzunehmen.
    ps Nun auch Gesundbrunnen Center und einschlägige Spätis meiden - vor allem mit Kindern :(

  13. 3.

    "... Rocker, Tschetschenen oder Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien."

    Auch "Rocker" sind heute überwiegend Migranten bzw. haben einen Migrationshintergrund und fahren oftmals auch kein Motorrad.

    Wie beruhigend das Politik und Justiz seit Jahrzehnten bzw. Jahren die Szene beobachten. Alle die den Amtseid "Zum Wohle des deutschen Volkes..." geleistet haben, sollten mit sofortiger Wirkung ohne Amtsbezüge aus ihren Ämtern entlassen werden.

  14. 2.

    Die Einen wurden mit offenen Armen empfangen und andere sind hier geboren. Nur miteinander leben können sie nicht. Traditionen und Geschäfte stehen ihnen im Weg. Jetzt haben wir den Salat. Es wird nicht lange dauern und die ersten Unbeteiligten werden getroffen.
    Eigentlich könnte die Polizei doch nur zusehen und die Umgebung absichern. Sollen sich die Familien/Clans doch die Köpfe einhauen. Wen störts?

  15. 1.

    Alle ins Olympiastadion und die Türen schliessen. Mal sehen was passiert.

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