09.11.2020, Berlin: Polizisten suchen nach einem vermissten Mann. Nach dem Fund von Überresten eines seit rund zwei Monaten vermissten Mannes aus Berlin gibt es Hinweise auf Kannibalismus, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (Quelle: TNN)
Video: Brandenburg aktuell | 20.11.2020 | Bild: TNN

41-Jähriger in Berlin verhaftet - Blutspuren in Wohnung - Hinweise auf Kannibalismus verdichten sich

Nach dem Fund von Knochenteilen eines 44-jährigen Mannes im Nordosten Berlins ist am Donnerstag Haftbefehl gegen einen 41-Jährigen erlassen worden. Der Verdächtige soll aus sexuellen Motiven getötet haben. Inzwischen mehren sich Hinweise auf Kannibalismus.

Nach dem Fund von Überresten eines seit mehr als zwei Monaten vermissten Mannes aus Berlin-Lichtenberg ist Haftbefehl gegen einen Verdächtigen erlassen worden. Der 41-Jährige aus Pankow stehe im Verdacht eines Sexualmordes aus niedrigen Beweggründen, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend mit. Hintergrund sei nach Erkenntnissen der Ermittler die Befriedigung des Geschlechtstrieb gewesen, sagte Steltner. Andere Motive, wie Raub oder Hass, seien nicht erkennbar.

Gemeinsam mit der Mordkommission werde jetzt "mit Hochdruck zur Aufklärung eines Sexualmords mit dem Verdacht eines kannibalistischen Hintergrunds" ermittelt, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag.

"Einschlägige Werkzeuge" gefunden

Es gebe Hinweise auf Kannibalismus, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Martin Steltner, bereits am Donnerstagabend. Neben der Spurenlage in der Wohnung des mutmaßlichen Täters deute der Fund des skelettierten Leichenteils auf diesen Hintergrund hin, fügte Steltner am Freitag hinzu. "Einschlägige Werkzeuge" wie Messer und Sägen sowie Blutspuren seien in der Wohnung des Tatverdächtigen gefunden worden.

Parallelen etwa zum Fall des sogenannten Kannibalen von Rotenburg seien nicht zu erkennen, sagte Steltner. "Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass das Opfer irgendwie einverstanden war."

09.11.2020, Berlin: Ein Polizist mit einem Spürhund sucht nach einem vermissten Mann. (Quelle: TNN)Spurensuche am Fundort der menschlichen Überreste

Internetsuchen zu Kannibalismus

Der mutmaßliche Täter habe im Internet zu Kannibalismus recherchiert und sich auch auf einer Dating-Plattform bewegt. Dort habe er Kontakt zum Opfer gehabt, so Steltner. Auf die Spur des Verdächtigen seien die Ermittler durch den Hinweis eines Taxifahrers gekommen. Der habe Angaben zum letzten Zielort des Vermissten machen können. Letztlich hätten Spürhunde bei der Wohnung des Tatverdächtigen angeschlagen. Zunächst hatten darüber "Bild" und "B.Z." berichtet.

Der Verdächtige wurde am Mittwoch in seiner Wohnung festgenommen und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Nach Informationen von "Bild" und Deutscher Presse-Agentur ist der Verdächtige Lehrer.

Opfer war seit Anfang September vermisst

Das 44-jährige Opfer war seit dem 5. September vermisst worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Monteur seine Wohngemeinschaft in Lichtenberg kurz vor Mitternacht verlassen und war seitdem spurlos verschwunden. Bei der Suche hatten die Ermittelnden anhand von veröffentlichten Fotos auf Mithilfe der Öffentlichkeit gesetzt. Ende Oktober hatte die Polizei nach Personen gesucht, die möglicherweise über eine Dating-Plattform Kontakt zu dem 44-Jährigen gehabt haben könnten.

Am 8. November fanden Spaziergänger dann in einem Wald bei Berlin-Buch Knochen, die sich als menschliche Überreste herausstellten. Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass es sich um die Knochen des Vermissten handelte und dass er gewaltsam zu Tode kam. Der Fundort liege etwa 20 Autominuten von der Wohnung des Tatverdächtigen entfernt, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Steltner.

Sendung: Abendschau, 20.11.2020, 19:30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Wenn Sie diese Nachrichten nicht interessieren, warum haben Sie hier reingeklickt?
    Mich interessiert es schon, was um mich herum passiert. Ich bekenne, ich schaue auch XYAktenzeichen, und das seit meiner Kindheit.
    Ich fand es diesen Sommer als Joggerin sehr wichtig über den Massenvergewaltiger informiert zu werden. Und wenn Leichenteile vor der "Haustür" gefunden werden, finde ich Infos dazu auch wichtig. Fakten sind dazu genannt, Danke.
    Ansonsten habe ich auch "andere Hobbys", wobei es hier nicht um ein Hobby sondern Information geht. Und nein, ich bin deswegen nicht verunsicherter. Aber man läßt ja Kinder auch nicht einfach draussen spielen, sondern weisst vorher auf Gefahren hin (Geh mit keinem Fremden mit)

  2. 7.

    Ich sehe, dass genau so. Ausser Unsicherheiten zu schüren gibt es keinen Grund. Auf mein Leben hat dies jedenfalls keine Auswirkungen. Und das ist auch gut so. Wer ernsthaft glaubt er müsse über jeden Toten bzw Ermordeten Bescheid wissen sollte sich ein Hobby suchen.. Sorry soll kein persönlicher Angriff sein. Macht's jut Nachbarn

  3. 6.

    Brauchen Sie tatsächlich solche Nachrichten, um zu wissen, dass es „das Böse“ gibt? Und worauf achten Sie jetzt, nachdem Sie diese Nachricht gelesen haben – dass Ihnen niemand heimlich am Bein knabbert?

    @Viola und Lothar: Die Realität ist, dass in Deutschland über achtzig Millionen Menschen leben und meistens ganz gut miteinander klarkommen. „dass es tausende Anhänger von Kannibalismus allein in Deutschland gibt“ – das ist nicht die Realität, sondern ein Hirngespinst aus Angstlust.

  4. 5.

    An Sie und Trurl:

    Ein solcher Mord ist definitiv berichtenswert. Oder meinen Sie, Morde seien generell unwichtig? Es ist immer gut, zu wissen, dass das Böse im Menschen existiert und zu was ein Mensch fähig ist. Das dient nicht der Befriedigung einer Sensationsgier, sondern schärft die Sinne für seine Umwelt. Man sollte stets auf sich Acht geben!

  5. 4.

    Für mich schon wichtig. Da ich weder die Blöd-Zeitung lese, noch RTL u.a. zu meinen Lieblingssendern zählen. Mich interessiert schon ein wenig wie diese Typen ticken. Bedenkt man, dass es tausende Anhänger von Kanibalismus allein in Deutschland gibt.

  6. 3.

    Fassen Sie es bitte als Kompliment auf, wenn ich Ihnen widerspreche und sage, dass es wichtig ist, dass der RBB hier sachlich und unaufgeregt über diese Tat berichtet, denn ich gehe davon aus, dass Sie weder Bild noch RTL konsumieren.
    Hier sind noch keine Namen genannt worden, keine Bilder gezeigt und keine Nachbarn befragt worden.
    Ich gehe davon aus, dass Sie nicht wissen, wie sehr sich die Bildredakteure über diesen Fall freuen, der spült wochenlang Geld rein.

  7. 2.

    Natürlich braucht die Welt solche Nachrichten nicht, aber es ist die Realität.

  8. 1.

    Nachrichten, die die Welt nicht braucht.

    Für die Befriedigung billiger Sensationslust gibt es doch B.Z. und RTL.

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