Symbolbild: Polizisten sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei eine Shisha-Bar. (Quelle: dpa/B. Thissen)
Bild: dpa/B. Thisssen

Illegales Vertriebsnetz - Polizei beschlagnahmt mehr als zehn Tonnen unversteuerten Shisha-Tabak

Der Berliner Polizei ist ein Schlag gegen eine Bande von Tabakschmugglern gelungen. Bei einer nächtlichen Razzia wurde unversteuerter Shisha-Tabak im Wert von mehreren Millionen Euro sichergestellt. Der mutmaßliche Haupttäter kam in U-Haft.

Die Berliner Polizei und der Zoll haben eine Bande von Shisha-Tabakschmugglern gefasst und die Rekordmenge von mehr als zehn Tonnen unversteuerten Tabaks beschlagnahmt. Damit sei ein illegales Shisha-Vertriebsnetz gesprengt worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Mit der sichergestellten Menge hätte nach Schätzung der Fahnder ein Gewinn von sechs Millionen Euro in Shisha-Bars gemacht werden können. Der Steuerschaden entspricht demnach mehr als 200.000 Euro.

Haupttäter hat Verbindungen zu krimineller Großfamilie

Der mutmaßliche Haupttäter sei ein 35-jähriger Mann "mit Bezügen zu kriminellen Mitgliedern einer arabischstämmigen Großfamilie in Berlin", hieß es. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Ermittelt wird auch gegen zwei weitere Verdächtige.

Die Bande soll drei legale Shisha-Tabakgeschäfte betrieben haben, parallel aber auch eine illegale europaweite Vertriebsschiene mit selbst hergestelltem Wasserpfeifentabak aufgebaut haben. Der Tabak sei zum Teil unversteuert aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland geschmuggelt worden. Ein Teil kam aber auch aus dem Eigenanbau in Deutschland oder europäischen Nachbarbarländern, wie der Sprecher des Zolls, Christian Lanninger, sagte.

Veröffentlichte Fotos zeigen zahlreiche große Kisten sowie Tüten voll Tabak in einem Lagerraum. Das Problem sei nicht nur die fehlende Versteuerung, sagte Lanninger. Der Tabak werde zudem unter "katastrophalen hygienischen Bedingungen" hergestellt, transportiert und gelagert. Zum Teil seien nicht zugelassene Chemikalien enthalten oder der Tabak werde mit anderem Material gestreckt.

Mehrere Tonnen von der Polizei sichergestellter Shisha-Tabak. (Quelle: berlin.de/polizeimeldungen)

Slowik lobt Ermittlungsgruppe

Die Ermittlungen gegen die deutsch-irakische Bande liefen seit Juli. Dadurch war bekannt geworden, dass für das vergangene Wochenende eine größere Lieferung von Wasserpfeifentabak erwartet wurde. An den Durchsuchungen in der Nacht zu Mittwoch durch die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Zigaretten (GEZig) von Zoll und LKA waren 30 Polizisten beteiligt.

Die Polizeipräsidentin Barbara Slowik lobte den Ermittlungserfolg des Teams, das seit 1999 gemeinsam ermittelt. "Was die Kolleginnen und Kollegen der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Zigaretten seit Jahren an Ermittlungen und Operativmaßnahmen leisten, ist beeindruckend – der jetzige Schlag gegen den illegalen Handel mit unversteuertem Shisha-Tabak, die Sicherstellung von mehr als zehn Tonnen krönen diese Erfolge", teilte Slowik am Donnerstag mit.

Sendung: Abendschau, 19.11.2020, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    10 Tonnen wurden beschlagnahmt. 20 Tonnen sind schon wieder auf dem Weg nach D. Es wird ein langwieriger Kampf gegen die organisierte Kriminalität sein. Da hilft wirklich nur einen langen Atem zu haben, bis diese kriminellen Machenschaften restlos getilgt sind. Den zuständigen Beamten wünsche ich weiterhin viel Erfolg und die Unterstützung der politischen Ebene. Danke

  2. 6.

    Bei der Erwähnung von arabische Großfamilie wird mir schon übel.
    Warum werden solche Menschen bloß geduldet?

  3. 5.

    Danke an Polizei und Zoll! Weiter so.

  4. 4.

    Ihr habt doch alle keine Ahnung! Eure Kommentare sind überhaupt nicht fundiert geschweige denn belegbar. Darüber hinaus sind sie für alle hart arbeitenden Ermittler demotivierend.

  5. 3.

    Die Infrastruktur besteht weiter. Den Job machen dann andere Clans oder Clanmitglieder. Die Strukturen sind so verfestigt, dass dieser Erfolg für die Polizei kaum eine Niederlage für die organisierte Clankriminalität bedeutet. Leider.

  6. 1.

    Dann empfehle ich dem Zoll, den Tabak gleich zu verbrennen - bevor er wieder von Banditen geklaut wird. War alles schon mal da!

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