Neukölln und Gesundbrunnen - Mehrere Schwerverletzte bei Schlägereien in Berlin

Symbolbild: Ein Polizeiauto fährt in Berlin (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)
Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Bei zwei Schlägereien mit Dutzenden Teilnehmern in Berlin-Neukölln und Gesundbrunnen sind am Samstagabend mehrere Männer zum Teil schwer verletzt worden. "Unter den Beteiligten waren auch Mitglieder einer bekannten Großfamilie", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Nähere Angaben machte er nicht.

Schweren Kopf- und Schnittverletzungen in Neukölln

Bis zu 30 Menschen sollen demnach kurz vor 19 Uhr in einem Spätkauf in der Wildenbruchstraße aneinander geraten sein. Laut Zeugen sollen die Kontrahenten mit Messern, Möbeln und Wasserpfeifen aufeinander los gegangen sein. Der Auslöser war zunächst unklar. Alle Beteiligten sollen anschließend zur Sonnenallee und Laubestraße geflohen sein, bis auf drei Verletzte, die zurückblieben.

Die alarmierten Beamten nahmen drei Männer im Alter von 17 bis 31 Jahren auf der Flucht vorläufig fest. Der 31-Jährige war am Kopf verletzt, aber lehnte eine Behandlung ab. Die im Geschäft zurückgebliebenen 16-, 39- und 46-Jährigen kamen mit teilweise schweren Kopf- und Schnittverletzungen ins Krankenhaus. Der genaue Hergang war zunächst unklar.

Stichverletzung am Gesundbrunnen

Einige Stunden später stritten sich rund 15 Menschen am Hanne-Sobek-Platz. Laut Zeugen sollen sich zuvor fünf von ihnen zum Teil in einem Sportwagen mit offenen Türen unterhalten haben. Plötzlich stoppten drei Autos, aus denen zehn Männer ausstiegen. Sie sollen gegen 22 Uhr mit der Fünfergruppe aneinander geraten sein und sie mit Messern und unbekannten Schlagwerkzeugen angegriffen haben. Sie entkamen unerkannt.

Die Angegriffenen wurden am Kopf verletzt, einer erlitt einen Stich in den unteren Rücken. Alle wurden im Krankenhaus versorgt. Die Polizei prüft, ob beide Schlägereien in einem Zusammenhang stehen.

10 Kommentare

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  1. 10.

    Bewahren Sie sich ihre Pauschalität, in Pankow.
    Folgte ich Ihrer Argumentation, dann ist ja alles gut?
    Die Wollankstraße in Ihrer Nachbarschaft z.B. ist nicht mehr durch eine Mauer getrennt, sondern verläuft von West nach Ost. Schon bemerkt?
    Ich ja.
    Und grüßen Sie mir das Bürgerpark-Gelände. Erschütternde Polizeimeldungen der Vergangenheit gehen sicher auf das Konto von Sternenkindern. Oder Rechtsextreme. Oder verpeilte jugendliche Ossis.

    Konkret scheint es um dem Bahnhof Gesundbrunnen nur noch reibungslos zu funktionieren, wenn dort ein Mannschaftswagen der Polizei am benannten Platz stationiert ist. So mein Eindruck.
    Im gegenüberliegenden Park Humboldthain tritt die Polizei fast in Kompaniestärke auch nur an, weil sie mal frische Luft schnappen will. Regelmäßiger denn eh.
    Ich bin alt. In welcher Welt wollen Sie morgen zurecht kommen? Mal mit der Drogenlinie U8 Neukölln gucken oder so was in der Art?

  2. 9.

    Der lock down trifft eben auch die clans und andere banden.. Wenig los in der City...dann gehen sie eben aus Frust aufeinander los... Corona hat auch was positives...

  3. 8.

    Da gibt es noch einiges. Zum Beispiel Rechtsextreme gegen Andersdenkende. In Neukölln gibt es eine Serie rechter Gewalt.

  4. 7.

    Das sind jetzt harte Zeiten, gerade für Straßenkriminalität . Drogenhandel, Prostitution...leben von Tourismus...

    Der bleibt ja nun aus. Und das übrig gebliebene Geschäft muss aufgeteilt werden.

    Dieser Lockdown wird sich auch in Eigentumsdelikten widerspiegeln. Entgangene Einnahmen aus Drogenverkauf und Prostitution werden anderswo kompensiert werden.

    Es ist jetzt schon auffällig, wie Banden die Stadt nach möglichem Diebesgut durchforsten. Habe ich in der Innenstadt aber auch am Stadtrand erleben dürfen.

    Ich hoffe da auf mehr Polizeipräsenz.

    Aber: Die Steuerbehörden könnten die Situation nun nutzen und ihre Prüfungen vorbereiten. Nach diesem Lockdown sollte sich zeigen, wer Geld wäscht und wer ehrliche Arbeit macht.

  5. 6.

    " Die Polizei prüft, ob beide Schlägereien in einem Zusammenhang stehen. "

    und wozu ? hätte das irgendwelche Folgen für die Beteiligten ?

  6. 5.

    Es bleibt zu hoffen, dass die bekannte Großfamilie auch für die Behandlungskosten aufkommt und nicht die Allgemeinheit.

  7. 4.

    "Unter den Beteiligten waren auch Mitglieder einer bekannten Großfamilie",

    warum soll die Polizei damit behelligt werden ? die Großfamilien sollen sich doch gegenseitig verprügeln und sich um die Verletzten selber kümmern

  8. 3.

    Werden da wieder irgendwelche Reviere abgesteckt bzw. verteidigt? Ein zufälliger Streit dürfte normalerweise nicht so blitzartig und dermaßen brutal eskalieren. Das klingt nach vorsätzlichem "Besuch".

  9. 2.

    "Unter den Beteiligten waren auch Mitglieder einer bekannten Großfamilie". Wer soll sich denn sonst in Neukölln und Gesundbrunnen prügeln? Müller gegen Meier?

  10. 1.

    Mir fällt gelegentlich immer mal wieder dieses Zitat aus dem Jahr 1991 ein, von Daniel Cohn-Bendit, einem der Vordenker der Grünen (!):

    "Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen."

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