Hühner sitzen auf einem Holzmast.
Bild: imago images/Manja Elsässer

Fall in Ostprignitz-Ruppin - Geflügelzüchter sind wegen Vogelgrippe in Alarmbereitschaft

Am Samstag wurde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ein toter Kranich gefunden – er war an Vogelgrippe gestorben. Jetzt sind Geflügelzüchter gefordert, ihre Tiere zu schützen. Eine Stallpflicht gibt es noch nicht. Doch Züchter in Brandenburg sind alarmiert.

Nach dem ersten Fall von Geflügelpest in diesem Herbst in Brandenburg sind auch Züchter von Rassegeflügel alarmiert. "Unsere Mitglieder sind informiert und halten sich an die Schutzvorkehrungen", sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter Berlin und Brandenburg, Rolf Graf am Sonntag der Deutschen Presseagentur.

Die Züchter sollten ihre Tiere unter einer geschützten Dachfläche halten, Futter und Wasser vor Kleinvögeln von draußen wie Spatzen schützen, sagte der Taubenzüchter. Man tue alles, was möglich ist. Dennoch könne man auch nicht alles vermeiden. Besonders schlimm seien die Einschränkungen für die Tiere, die Freilauf gewohnt seien.

Graf: Tote Tiere müssen eingesammelt werden

Kritisch sieht Graf, dass die Züchter zwar gewarnt werden, sich dann aber keiner weiter um die Sache kümmere. Der Erreger H5N8 sei hochgefährlich: "Wo bleiben denn die Vögel, wenn sie gestorben sind?" Diese Frage habe ihm bis heute keiner beantwortet. Eigentlich müssten die Gebiete, wo ein verendetes Tier gefunden worden ist, abgesucht werden. Aus Grafs Sicht müsste jeder tote Spatz den Behörden gemeldet und dann abgewartet werden, bis das Tier eingesammelt worden ist, so dass sich der Erreger nicht weiterverbreiten kann.

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte am Samstag, nun müsse eine Übertragung der Krankheit auf Hausgeflügel verhindert werden. Die Geflügelpest sei seit Ende Oktober verstärkt in Deutschland aufgetreten. Bereits Anfang der Woche habe man die Wirtschaftsverbände, Züchter und Bauern in Brandenburg über die aktuelle Situation informiert.

Geflügelpest bei verendetem Kranich nachgewiesen

Bei einem verendeten Kranich im Kreis Ostprignitz-Ruppin war am Samstag die Geflügelpest nachgewiesen worden. Damit ist es nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums der erste Verdachtsfall in Brandenburg mit der Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt – in diesem Herbst.

Am Donnerstag war der erste Fall von Geflügelpest in einer Nutztierhaltung in diesem Herbst in Deutschland nachgewiesen worden, in einer kleinen Hühnerhaltung auf der nordfriesischen Hallig Oland (Schleswig-Holstein). Zuvor war der Erreger H5N8 bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland aufgetreten. Infektionen bei Menschen mit dem Erreger sind nach Ministeriumsangaben bisher nicht bekannt.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 08.11.2020, 19:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    "Aus Grafs Sicht müsste jeder tote Spatz den Behörden gemeldet und dann abgewartet werden, bis das Tier eingesammelt worden ist, ...."
    Achtung Kopfkino bei der Schnelligkeit hiesiger Behörden.
    In 1000 Jahren freuen sich Archäologen über diesen Fund. Ein Ureinwohner wurde zusammen mit einem kleinen Vogel bestattet. Das gibt eine Schlagzeile.

  2. 1.

    Einfach die Masken Pflicht auch für Tiere einführen, dann können wir beruhigt mit der Massentierhaltung weitermachen.

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