Flughafen Tegel/Nutriscore/Pullover (Quelle: dpa/Collage:rbb24)
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Tegel, Nutri-Score und Hauptstadtzulage - Das ändert sich im November

Weniger Gift in der Kleidung, eine neue Steuerklasse oder Buchstaben auf den Chips: Der November bringt in Berlin und Brandenburg einiges an Neuerungen - neben Corona-Maßnahmen und Flughafen-Umzug. rbb|24 hat sie hier zusammengefasst.

Corona

Alle aktuellen Regelungen zum Thema Corona für Berlin und Brandenburg können Sie hier finden.

Nutri-Score kommt

November ist der offizielle Starttermin für den sogenannten Nutri-Score. Bereits jetzt findet sich die Nutri-Score-Ampel auf über 1.000 Produkten in deutschen Supermärkten, denn einige Lebensmittelhersteller haben bereits mit der Kennzeichnung begonnen. Ab November steht nun auch der rechtliche Rahmen für das Bewertungssystem.

Der Nutri-Score soll den Kunden einen schnellen Überblick über die gesundheitliche Bewertung der Lebensmittel bringen. Von einem grünen A bis zu einem roten E werden mit der neuen Ernährungswertung die Lebensmittel eingeordnet.

Die Bewertung eines Lebensmittels bezieht alle Inhaltsstoffe mit ein, die als günstig bewerteten (etwa Ballaststoffe) sowie die weniger gut bewerteten (etwa Zucker oder Fett). Alle Nährwerte bekommen eine bestimmte Punktzahl und werden am Ende miteinander verrechnet. Dem jeweiligen Ergebnis - einem Wert zwischen -15 und +40 - wird schließlich eine der fünf Buchstabe-Farbe-Stufen zugewiesen. Anwendbar ist dieses System vor allem auf verarbeitete Produkte. Für die Hersteller ist die Entscheidung, den Nutri-Score auszuweisen oder nicht, freiwillig.

Hauptstadtzulage für Berliner Beamte

Berliner Beamte und Angestellte im öffentlichen Landesdienst erhalten ab November 150 Euro Hauptstadtzulage. Die Zulage umfasst ein Jobticket (Berlin AB) plus Barzulage. Allerdings gilt dies nicht für höhere Tarifgruppen über A13 und E13.

Der Berliner Senat wurde für die Hauptstadtzulage von verschiedenen Seiten kritisiert. Die Berliner Finanzverwaltung findet, dass der 150-Euro-Bonus in Pandemiezeiten das falsche Signal sei. Und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat wegen der Hauptstadtzulage den Ausschluss Berlins beschlossen. Allerdings wird dieser erst in fünf Jahren wirksam, sollte das Land bis dahin die Zulage weiter bezahlen. "Damit ist Berlin zwar vorerst noch Mitglied der TdL, kann aber an den Beschlüssen der TdL-Mitgliederversammlung nicht mehr aktiv mitwirken", hieß es.

Grenzwerte für Schadstoffe in Textilien

Vom 1. November 2020 an gelten für 33 Substanzen, die erwiesenermaßen oder wahrscheinlich krebserregend sind, strengere Grenzwerte für den Einsatz in Kleidung, Schuhe und anderen Textilwaren. Bei den Stoffen handelt es sich insbesondere um Cadmium, Chrom, Arsen, Blei und deren Verbindungen sowie um Benzol und weitere Stoffe.

Die neuen Grenzwerte hat die Europäische Kommission bereits im Oktober 2018 beschlossen, nun treten sie in Kraft. Sie werden in die REACH-Vereinbarung, die Chemikalien-Verordnung der Europäischen Union, mit aufgenommen.

"Black Friday" und "Cyber Monday"

Ende November kommt wieder die große Schnäppchenjagd: Am 26. November abends startet der "Black Friday" - ein aus den USA importierter Großkauftag - und am 30. November dann der "Cyber Monday", an dem vor allem online Schnäppchen gemacht werden sollen. Bei diesen Rabattschlachten heißt es, mit Vorsicht einzukaufen, denn neben unseriösen Händlern, die mitverdienen wollen, tricksen natürlich auch großen Handelsunternehmen, um Ihnen noch ein Schnäppchen mehr zu verkaufen - wenn auch mit legalen Mitteln.

Die Verbraucherzentrale rät Kaufwilligen deshalb, sich nicht unter Druck setzen lassen und nur Angebote mit sicheren Bezahlmöglichkeiten in Betracht ziehen. Kurz gesagt: Bezahlen Sie nicht per Vorkasse. Außerdem niemals auf einen ordentlichen Preisvergleich mit anderen Shops verzichten - und auch das Offline-Shopping nicht vergessen. Gerade zum "Black Friday" will der Einzelhandel den Online-Händlern oft Konkurrenz machen, das kann sich für Sie finanziell lohnen.

Gebäudeenergiegesetz tritt in Kraft

Zum 1. November tritt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es bringt einerseits neue Vorgaben in Sachen Heizungstechnik und Wärmedämmstandards für Neubauten und Sanierungsobjekte. Zusätzlich kommen mit dem GEG verschiedene Austausch- und Nachrüstpflichten für Hauseigentümer. Ziel der Regelungen ist es, neue Umweltstandards zu etablieren und die Umsetzung der Energiewende voranzutreiben.

Bye-bye Tegel

Am 8. November schließt der Flughafen Berlin-Tegel "Otto Lilienthal" für immer seine Türen für Fluggäste. Denn, man mag es kaum glauben, am 31. Oktober eröffnet der BER. Der letzte Flug von Tegel, Flughafenkürzel TXL, wird am 8. November um 15 Uhr starten - mit Air France nach Paris. Wie passend, dass der Flughafen 1948 auch im französischen Sektor eröffnet wurde. Der reguläre Linienflugbetrieb endet einen Tag vorher am 7. November.

In Zukunft soll auf dem ehemaligen Flughafen-Gelände im Norden der Stadt ein neues Stadtquartier mit Forschungs- und Industriepark entstehen.

Stichtage für Steuerklassen und Kfz-Versicherung

Nicht neu, aber wichtig: Bis zum 30. November 2020 können Ehepaare und eingetragene Lebenspartner ihre Steuerklasse wechseln. Da das nur einmal im Jahr möglich ist, sollte man das Datum nicht vergessen. Auch die Autoversicherung kann zu diesem Stichtag gewechselt werden, sofern der Vertrag bis Ende Dezember läuft.

BVG und S-Bahn: 10-Uhr-Karten gelten eine Stunde früher

Die 10-Uhr-Tickets von BVG und S-Bahn Berlin gelten während des Teil-Lockdowns bereits ab 9.00 Uhr. Darauf einigten sich beide Unternehmen in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und dem Land Berlin. Die Regelung für die 10-Uhr-Monats- und 10-Uhr-Abofahrausweise trete an diesem Sonntag (1.11.) in Kraft und ist zunächst auf die Zeit der aktuellen Corona-Regelungen bis Ende November befristet.

Damit erwarten die Verkehrsunternehmen, dass sich mehr berufstätige Stamm-Fahrgäste für dieses Angebot entscheiden und die morgendliche Hauptverkehrszeit vor 9.00 Uhr meiden. So werde auch mehr Abstand zwischen den Fahrgästen möglich, sagte die BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp.

Sendung: Super.Markt, 02.11.2020, 20:15 Uhr

Beitrag von Hannah Demtröder, Redaktion Super.Markt

13 Kommentare

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  1. 13.

    Ich arbeite seid meinem 19. Lebensjahr in der Intensivpflege , wer fragt uns den nach dem Coronavirus bei all den Menschen die Ihn ignorieren. Hartz 4 ? Einige können bestimmt nichts dafür aber viele wollen auch nicht arbeiten.

  2. 12.

    ...und den Hartz IV-Empfängern inkl. Corona-Opfer gibt man ab Jan. 2021 monatlich 7,-€ (in Worten: Sieben) mehr und verkauft das als großen soziale Heldentat. Erbärmlich!!

  3. 11.

    Bitte informieren Sie sich erstmal genauer. Es gibt auch Angestellte, die die Hauptstadtzulage bekommen. Und alle über einen gleichen Kamm zu scheren ist in meinen Augen undifferenziert. Auch wir leisten eine Menge Arbeit. Der größte Teil ruht sich nicht aus. Weder lassen wir uns pausenlos krankschreiben noch sind alle im Homeoffice. Bitte einmal den Kopf benutzen. Ansonsten schließe ich mich den anderen an, bewerben Sie sich einfach. Aber bitte seien Sie nicht verwundert, dass Sie auch hier viel und lange arbeiten dürfen/müssen.

  4. 10.

    Ich glaube, die gibt es nur, wenn die Unternehmen das selbst bezahlen. (und dafür haben sie kein Geld)

  5. 9.

    Falsch, es gibt entweder 150 Euro brutto oder das Jobticket(ca. 64 Euro)und die Differenz wird ausgezahlt, da bleiben dann noch 86 Euro. Bitte richtige Informationen abgeben.

  6. 8.

    Frage: Wird die Hauptstadtzulage auch an die Angestellten der landeseigenen Unternehmen Charité und Vivantes gezahlt?

  7. 7.

    Ganz einfach. Es laufen noch zahlreiche Klagen wegen der Unteralimentation. Und es gibt schon zahlreiche Beschlüsse div. Verwaltungsgerichte wegen der zu niedrigen Besoldung. Die Hauptstadtzulage soll den Wettbewerbsnachteil Berlins ggü. andere Dienstherrn kompensieren, Sie dürfen sich gerne im Landesdienst bewerben. Es herrscht überall Personalmangel. Auch wegen der schlechten Bezahlung, ihren Neid und Ihre Missgunst ist unbegründet.

  8. 6.

    150,00 € monatlich Hauptstadtzulage - da freuen sich alle übrigen Steuerzahler, die das finanziell mitzuschultern haben !
    Unfassbar+typisch für den ÖD, vergleichbar mit den unseriösen Diätenerhöhungen. Im Vergleich zu jedem Arneitnehmer draußen in der FW, brauchen die AN des ÖD in der Pandemie nicht um ihren Job zu fürchten. Haben die besseren Renten/Pensionen. Die meisten sind im Homeoffice. Haben lt. Stat. Bundesamt nachweislich die höchsten Fehlzeitenquoten, insbesondere die der Beamten !
    Das ist eine Unverschämtheit+Diskriminierung gegenüber den AN die nicht im ÖD tätig sind. Was sagt denn unserer Grundgesetz und die Verfassung dazu, sind wir doch nach dem Grundgesetz alle gleich!. So Leben+Arbeiten wir doch alle in dieser Hauptstadt, so dass auch alle AN der Hauptstadt diese Zulage erhalten müssten. Vergleichbar mit der alten Berlinzulage ! Was kostet uns der ÖD+Staatsdiener. Die Freie Wirtschaft geht in+an der Pandemie kaputt - der ÖD nicht !

  9. 5.

    Die Beschäftigten von der BVG gehen leider leer aus, da sie untergeordnet sind. DIe BVG ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Die Gewerkschaften verhandeln deshalb weiter mit der BVG. Also es könnte bald der nächste Streik drohen.

  10. 4.

    Für Angestellte, für die der TV L gilt gibt es eine Zulage von 150€ brutto ODER ein Jobticket für die Verkehrsbetriebe, nicht beides, wie oben geschrieben. Ich arbeite für ein Bezirksamt und konnte entweder Jobticket ODER Bruttozulage von 150€ beantragen. Bitte Fakten berichten.

  11. 3.

    Zweierlei Maß im öffentlichen Dienst... die Angestellten der Hochschulen erhalten keine Hauptstadtzulage... da werden wohl so einige Angestellte von den Hochschulen abwandern...

  12. 2.

    HAUPTSTADTZULAGE für Beamte und Angestellte 150,- € als Jobticket plus Lohnzulage ? Und BVG und S-Bahn bekommen höhere Entgelte ? Tolle Politiker Verarsche ! Die Beamten bekommen eine Pappkarte und Taschengeld für eine Woche und die Verkehrsbetriebe NICHTS ? - ih-pfui-bäh-Berlin

  13. 1.

    Der Empfängerkreis der Hauptstadtzulage ist falsch. Sie wird BIS also inkl. A13/E13 gezahlt. Erst ab 14 und höher gibt es nichts. Führt dazu dass E13 und E14 fast das gleiche Gehalt haben.

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