Entschärfung der Bombe in Kreuzberg (Quelle: Polizei Berlin)
Video: rbb|24 | 14.11.2020 | Material: Abendschau | Bild: Polizei Berlin

Sperrkreis aufhehoben - Weltkriegsbombe in Kreuzberg entschärft

Sprengmeister der Polizei haben in Berlin-Kreuzberg einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Der Einsatz verspätete sich, weil viele Anwohner ihre Häuser nicht rechtzeitig verlassen hatten. Am Abend wurde der Sperrkreis aufgehoben.

In Berlin-Kreuzberg ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Das hat die Polizei vor wenigen Minuten getwittert. Der Einsatz hat sich um mehrere Stunden verzögert. Grund ist, dass viele Anwohner ihre Wohnungen nicht rechtzeitig verlassen haben. Kurz nach der Entschärfung konnte die Polizei den Sperrkreis noch nicht unmittelbar wieder aufheben, da der Sprengkörper noch abtransportiert werden musste. Gegen 18.30 Uhr konnten die Anwohner schließlich wieder in ihre Häuser zurück.

Wegen der Arbeiten war der Vekehr rund um den Sperrkreis in der Neuenburger Straße erheblich behindert. Auch die U-Bahnen 1 und 3 waren zwischenzeitlich unterbrochen.

Es handelte sich nach rbb-Informationen um eine US-amerikanische Bombe mit zwei Zündern, die beide vor Ort herausgeschnitten werden sollen. Der Blindgänger war bei Bauarbeiten auf dem Hof des Patentamtes gefunden worden. Der große Komplex erstreckt sich zwischen der Gitschiner Straße und der Neuenburger Straße.

Evakuierung dauerte mehrere Stunden

Im Umkreis von etwa 300 Metern mussten deshalb seit 8 Uhr etwa 7.500 Menschen ihre Wohnungen verlassen, sagte eine Polizeisprecherin rbb|24. Anwohner wurden, wie bei solchen Evakuierungen üblich, von Polizisten aus dem Haus geklingelt. Zeitgleich sollten Lautsprecherwagen durch die Straßen fahren und die Anwohner in deutscher, türkischer und arabischer Sprache dazu auffordern, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Polizei war mit rund 350 Beamten im Einsatz.

Um 15:30 Uhr twitterte die Polizei, alle Anwohner hätten ihre Wohnungen bereits verlassen, die Evakuierung sei abgeschlossen. Die Experten des Landeskriminalamtes würden nun die Bombe entschärfen, hieß es.

Anwohner von Evakuierung überrascht

Wie ein rbb-Reporter aus dem Sperrkreis berichtet, waren viele Anwohner von der Evakuierung überrascht worden. "Watt für ne Bombe", habe er gefragt, als ihn ein Kollege über den Fund in seiner Straße informierte, sagte ein Anwohner dem rbb. "Hab dann gegoogelt und ditt gefunden." Eine Anwohnerin berichtete dem Sender rbb 88.8, dass sie "erst die Tür nicht aufmachen" wollte. "Dann habe ich gesehen, dass die Polizei vor der Tür steht."

Polizisten informieren eine Anwohnerin über die Bombenentschärfung in Kreuzberg
| Bild: David Donschen/rbb

Sonderregel für Anwohner unter Quarantäne

Der Bezirk hatte für die Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, Ersatzquartiere eingerichtet. Menschen, die sich wegen Covid-19 in Quarantäne befinden, wurden anderweitig untergebracht. Um den Anhalter Bahnhof wurdend drei Hotels angemietet: eins für Corona-Infizierte, eins für Kontaktpersonen und eins für anderweitig erkrankte Personen.

Wann die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist noch nicht klar. Über eine Unterbrechung der U-Bahnlinien 1 und 3 muss laut Polizei kurzfristig entschieden werden.

Entschärfung einer 250 kg Weltkriegsbombe in Kreuzberg (Quelle: rbb)
| Bild: rbb

Mit Informationen von David Donschen

18 Kommentare

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  1. 18.

    Schon mal am Halleschen gewesen? Hier wohnen in erster Linie Familien und ältere Menschen . Voll die corona Party Tag und Nacht

  2. 17.

    Ich möchte einmal in diesem Land erleben das normale Bürger mal nicht hirn- und planlos vorgehen damit alles schiefläuft.

  3. 16.

    "Der Einsatz verspätete sich, weil viele Anwohner ihre Häuser nicht rechtzeitig verlassen hatten." Ich möchte einmal in diesem Land erleben das der normale Bürger mal nicht für Dinge verantwortlich gemacht wird die schiefgehen.

  4. 14.
    Antwort auf [Sebastian Rother] vom 14.11.2020 um 16:59

    Also der Knallfrosch wurde am FreitagNACHMITTAG gefunden. Bei Behörden soll es ja so sein:
    Donnerstag ab zwei ist frei und Freitag nach eins macht jeder seins. Ausser Polizei und Feuerwehr, die habens immer schwer.
    Merken sie was?
    War schon 'ne reife Leistung was da abgeliefert wurde.

  5. 13.

    "Der Einsatz verspätete sich, weil viele Anwohner ihre Häuser nicht rechtzeitig verlassen hatten."
    Egal aus welchen ,dann verzögert sich natürlich alles,auch die Rückkehr in die Wohnungen.
    Zum Glück ist ja alles gut gegangen. Finde ich auch nicht selbstverständlich. Die Entschärfer machen schon echt einen tollen Job.

  6. 12.

    Tolle Leistung der Kampfmittelräumer!
    Kompliment an alle Beteiligten!

  7. 11.

    Anwohner dürfen noch NICHT wieder in ihre Wohnungen!

  8. 10.

    Wer so einen Schwachsinn assoziiert, dem fällt bei Neukölln wahrscheinlich auch nur gebetsmühlenartig "Clan" ein...
    Schon mitbekommen, dass man in beiden Bezirken kaum noch eine Wohnung bekommt, Kreuzberg komplett durchgentrifiziert ist und unzählige Menschen umgezogen sind um Platz machen zu müssen für Gutverdiener und Touristen? Insbesondere die Gegend hinter dem Patentamt ist voller teuer Neubauten, im verbliebenen Rest wohnen
    viele alte Leute und auch Familien, die dort schon Jahrzehnte leben - garantiert kein Feierbezirk! Vielleicht sollten Sie mal einen Spaziergang dort machen - oder wohnen Sie viel zu weit entfernt und leiern hier nur überholte Sprüche runter?
    Gutes Gelingen den Entschärfern!

  9. 9.

    Wozu? Lesen Sie doch einfach den Artikel :
    "Wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte, muss der Bereich um die Gitschiner Straße, das Waterloo-Ufer, die Lindenstraße, die Zossener Brücke, die Alte Jakobstraße und die Alexandrinenstraße weiträumig umfahren werden. Auch der Verkehr der U-Bahnlinien 1 und 3 zwischen Hallesches Tor und Prinzenstraße wird voraussichtlich unterbrochen."

  10. 8.

    @Dieter: Da gebe ich Ihnen recht. Mann sollte sich nicht nur mit WhatsApp beschäftigen. Auch ein Blick ins Regionalfernsehen oder z.B. in diese App hätte diese Fragen beantwortet. Ich hoffe nur dass alles ohne Probleme abläuft.

  11. 7.

    Schön die persönlichen Vorurteile pflegen. Sonst wäre es wohl zu langweilig in ihrem Leben.....

  12. 6.

    Warum sollten die Straßennamen erkennbar sein. Sowohl im Radio als auch in den Printmedien kann man sich informieren. Starrt man allerdings in seinem Leben nur auf Whatsapp, kommt die Frage "Watt für ne Bombe?"

    Aber lieber dumm sterben, als durch eine Bombenexplosion.

  13. 5.

    Vor über einem Jahr durfte ich mal 2,5 Tage Evakuierung in Dresden mitmachen. Das war ziemlich anstrengend, da man immer denk das alles easy entschärft werden kann. Hatte damals ca 20.000 Leute betroffen. Zum Glück war der Schaden nach der Detonation relativ gering.

  14. 4.

    Sicher hätten sich alle Leserinnen und Leser, die nicht über ein Mikroskop verfügen, sehr gefreut, wenn die Karte mit dem Sperrkreis Wenigstens soweit vergrösserbar wäre, dass Strassennahmen erkennbar sind. Technisch geht so etwas, da bin ich mir ziemlich sicher lieber rbb

  15. 3.

    Good luck! Herzlichen Dank an die Kampfmittelräumer, die 75 Jahre nach Kriegsende immer noch die gefährlichen Hinterlassenschaften des Krieges beseitigen. Schwer zu fassen, dass Krieg immer noch als eine mögliche Konfliktbearbeitung betrachtet wird.

  16. 2.

    8:00 Uhr ist für den Corona-Feierbezirk zu früh.

  17. 1.

    Die Bombe wurde gegen 13:45 Uhr entdeckt. Denn da ging der Alarm los und wir wurden evakuiert. Kann sein, dass dann später Experten den Fund als Bombe bestätigten.

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