Tram, Bus, U-Bahn in Berlin - Die BVG hat eine neue Ansagestimme

So 13.12.20 | 16:04 Uhr
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Philippa Jarke, Synchronregisseurin, Sprecherin und Schauspielerin. (Quelle: dpa/Oliver Lang)
Audio: Die neue BVG-Stimme als Hörprobe | Bild: dpa/Oliver Lang

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stellen ihre Ansagen in Bus, U-Bahn und Tram um. Das teilte die BVG am Sonntag mit. Zudem gibt es generell einen neuen Sound: Vom Hinweisgong im U-Bahnhof über das Signal beim Türschließen bis zur Wartemusik der Telefonanlage.

Am Wochenende war die neue Stimme, die der Schauspielerin und Synchronsprecherin Philippa Jarke gehört, bereits in Bussen zu hören. Die Straßenbahn folgt in wenigen Wochen. Bei der U-Bahn sei die Umstellung etwas aufwendiger und komme deshalb erst 2021, so die BVG.

BVG-Chefin: "Etwas rau, aber immer sympathisch und authentisch"

Die neue Stimme sei ein Echo der Stadt: "Etwas rau, aber immer sympathisch und authentisch", sagte BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp. Verständlichkeit gehe dabei vor. Ansagen müssten sich gegen Geräusche und Stimmen durchsetzen und überall gut verständlich sein. Fahrgäste sollten aber auch die Möglichkeit haben, wegzuhören.

Jarke hatte sich bei einem Stimmcasting unter rund 1.000 Mitbewerbern durchgesetzt. Die 45-Jährige habe durch ihre einzigartige Stimme und starke Persönlichkeit überzeugt, erklärten die Verkehrsbetriebe. In mehr als 100 Stunden wurden 4.200 Sprach-Dateien mit allen Haltestellen und weiteren Ansagen aufgenommen.

Stimme soll auch auf Störungen hinweisen

In neuen Fahrzeugen will die BVG neben den Absagen auch Störungshinweise automatisch ausgeben. Sie hat dafür Jarkes Stimme digitalisieren lassen. So lernt das System auch, wie phonetisch komplizierte Haltestellennamen wie etwa "Bersarinplatz" korrekt ausgesprochen werden. Auch bei Fahrplanänderungen könnten dann die Ansagen mit der bekannten menschlichen Stimme erfolgen.

Die in Berlin geborene Jarke arbeitet seit 2017 als freie Synchronregisseurin und Sprecherin und wurde dafür mehrfach dafür ausgezeichnet. Nach einer Ausbildung zur Film- und Videoeditorin leitete sie ab 2004 ihre eigene Filmproduktionsfirma.

 

Ein Hörbeispiel der neuen Stimme können Sie bei Klcick auf den Playbutton im Artikelbild hören.

Sendung: Abendschau, 13.12.2020, 19:30

39 Kommentare

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  1. 39.


    Habe ich im Queer Magazin schon gelesen......

    https://www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=3249

  2. 38.

    So etwas darf man in Berlin nicht schreiben. Das ist nicht PC. Es gibt aber angenehmere Stimmen. Im Bus war die Ansage heute morgen und jetzt auch zudem sehr laut eingestellt.

  3. 37.

    Stimme Ihnen zu! Helga Bayertz - so lange ich denken kann! Angenehm Stimme, klingt nach Zuhause. Ich bedanke mich ebenfalls bei ihr!

  4. 36.

    Ja, und? Haben Sie jetzt schon die Konsequenzen gezogen und werden nicht mehr mit den Öffentlichen fahren?

  5. 35.

    Das die Stimme superklar zu verstehen ist, dass ist bei solch einem Projekt ja auch Voraussetzung. Wäre bei vielen anderen weiblichen und männlichen Sprechern aber genau so. Ich bleibe dabei. Wenn eine Frau als Sprecherin vorgestellt wird, dann möchte ich auch eine Stimme hören die sich nach Frau anhört. Und selbstverständlich ist das nicht neutral zu bewerten. Keiner kann mir erzählen, dass alle anderen Bewerber schlechter waren. Man hat sich dann aber für diese Stimme entschieden um dem Genderzeitgeist zu entsprechen.

  6. 34.

    Der Artikel sagt null zu den Gründen der Einführung der neuen Stimme. Das ergibt sich nur aus den Kommentaren und durch Googeln. Für meine Rundfunkgebühren möchte ich aber bitte vernünftig informiert werden, danke!

  7. 33.

    So ich habe mir mal Hörproben angehört, um auch mitreden zu können. Die Stimme ist super klar und perfekt zu verstehen und dazu noch sehr angenehm. Warum alles immer Genderpolitisiert werden muss frage ich mich an dieser Stelle, ach übrigens ich bin hetero soweit das sich nicht noch ändert, tut aber nichts zur Sache. Gute Stimme, gute Entscheidung. Bitte Danke.

  8. 32.

    Queer vor Qualität. Danke für die vielen Jahre Frau Bayertz!

  9. 31.

    es muss eine Stimme sein, die man bei den unterschiedlichsten Verkehrssituationen gut hören kann. Vollkommen egal, ob der/die/das sprechende Wesen blaue Haut oder einen Rückenpanzer trägt.
    Und es soll wohl jetzt eine (neue) Stimmer sein, die zum Betrieb/der Stadt passt.

    Wobei ich Helga Bayertz auch in München gehört habe.
    und anderen Städten in Bussen bzw Bahnen.

  10. 30.

    Es geht um eine neue Stimme, nicht um eine politische Entscheidung oder um ein Genderzug!
    Warum sollte man es erwähnen das es ein Transgender ist? Geht doch keinen was an!! Sind die Ansagen deswegen schlechter?

  11. 29.

    Ich finde es unfein, dass Helga Bayertz (früher SFB, jetzt rbb) nicht mit einer Silber erwähnt wird. Ihre Stimme hat viele Jahrzehnte Berlin begleitet.
    Danke dafür Frau Bayertz.

  12. 27.

    Ist interessant, wie in Berlin das Gendern so groß geschrieben wird: es muss ne Frau sein, der Quoten wegen; n Kerl darf es nicht sein, weil die Genderbeauftragten sonst meckern würden, also welche Alternative gibt es noch?
    Berlin wird immer queerer, ich als Hete werde langsam in die Ecke gedrängt und abgestempelt, ne Hete zu sein. Wenn beim Reden und Schreiben das Sternchen nicht genutzt wird, bekommst auf die Mütze weil Du ignorant wärst.
    Zumindest wächst dieser Eindruck immer mehr, sogenannter Normalo biste im Beruf und privat kaum noch was wert, weil du so normal seist.
    Es nervt unnd hat mit einer toleranten Gesellschaft kaum noch etwas zu tun. Toleriert wird nur noch queer, divers, lesbisch, schwul - alle anderen sind doof und eindimensional. Aber den Wert eines Menschen sieht man nicht mehr.
    Und trotzdem isses gut mit der neuen BVG-Stimme.

  13. 25.

    Habe gerade mal die Suchmaschine bemüht und nach der Stimme gegoogelt. Somit ist alles klar. Da wollte man bei der BVG also nun auch auf den Gender-Zug aufspringen. Ist halt eine politische Entscheidung.

  14. 24.

    @Gerd Glaudino: Aber natürlich hat das was mit dem Thema zu tun, wenn man hier eine neue Frauenstimme vorstellt und diese sich für mich wie die Synchronstimme von E.T. anhört. Dies war damals übrigens auch eine Frau hat aber auf den Charakter super gepasst. Mir ist es egal, ob es eine Frau oder ein Mann spricht. Aber bei einer Frau erwarte ich bei neutralen Ansagen nun einmal auch den Klang einer Frauenstimme. Keine Piepsstimme sondern eine wohlklingende Frauenstimme. Da hätte man ja gleich einen Mann einsprechen lassen können. Das ist halt meine persönliche Meinung. Sie dürfen mich jetzt Dr. Seltsam nennen ;-)

  15. 23.

    Zu leise Stimme. Wenns mal richtig laut ist, überhört man die. Die S-Bahn-Ansagen finde ich ganz gut. Da ist die Stimme sehr deutlich. PS: @ #9: Stimmt, hat was von dieser Lidl-Stimme. Ich glaube aber, dieser bestimmte Tonfall kommt durchs Synchronisieren. Wenn man sich mal amerikanische Filme anhört, sind die deutschen Stimmen auch immer so'n bisschen komisch vom Klang her, so ein bisschen "säuselig". PPS: Warum jetzt die "starke Persönlichkeit" eine Rolle bei der Entscheidung für die Sprecherin gespielt haben soll, ist mir ein Rätsel. Ich mein, sie ist trans, aber am Ende sollte mMn. doch ein Sprechcasting allein nach Stimme gehen, also warum die Persönlichkeit jetzt noch einmal so hervorheben?

  16. 22.

    Wo ist Ihnen denn schon mal was Falsches aufgefallen? Mir beim U Haselhorst. Man betont eigentlich den "Horst", aber in der U hieß es immermit Betonung auf Silbe 1 "Haaaaselhorst" (so wie Haselnuss), und das ist nicht richtig!)

  17. 21.

    Philippa Jarke ist ein Transgender, daher klingt die Stimme männlich!
    Hätte rbb24 hier aber auch mal beiläufig erwähnen können, dann wären einige Kommentatoren nicht so verwirrt gewesen und hätten gedacht, dass hier eine falsche Audiodatei verlinkt wurde....

  18. 20.

    Die neue Ansagestimme ist von einer Transgenderperson, daher wird es wohl kommen. Philippa ist auch als Jan-Philipp bekannt und hat u.a. bereits Ben Stiller synchronisiert. https://www.stimmgerecht.de/sprecher/3151/Philippa-Jarke.html

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