Tauentzienstraße gesperrt - Drohne stürzt in Glockenturm der Berliner Gedächtniskirche

So 20.12.20 | 17:01 Uhr
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Ein Feuerwehrmann lässt sich in der Nacht zum 20.12.20 auf dem Leiterwagen zum Glockenturm der Berliner Gedächtniskirche hochfahren. Dort war eine illegal geflogene Drohne abgestürzt (Quelle: Morris Pudwell).
Morris Pudwell
Video: rbb|24 | 20.12.2020 | Material: Morris Pudwell | Bild: Morris Pudwell

Drohnen fliegen lassen ist rund um den Breitscheidplatz verboten - ein Hobbypilot versuchte es in der Nacht zum Sonntag trotzdem und scheiterte gründlich: Die Feuerwehr musste die abgestürzte Drohne aus 37 Meter Höhe bergen.

Der missglückte Flug einer illegal betriebenen Drohne hat in der Nacht zum Sonntag einen Großeinsatz der Berliner Feuerwehr ausgelöst.

Wie ein Polizei- und ein Feuerwehrsprecher rbb|24 am Sonntagmorgen bestätigten, war die Kamera-Drohne gegen ein Uhr morgens über den Breitscheidplatz gesurrt. Der Besitzer manövrierte sie versehentlich in den Glockenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Dort verkeilte sich das kleine weiße Gerät in etwa 37 Metern Höhe. Wäre sie von dort aus abgestürzt und hätte Fußgänger getroffen, hätte das wohl schwere Verletzungen zur Folge gehabt. Der Besitzer rief die Feuerwehr, auch die Polizei traf am Breitscheidplatz ein.

Ein Feuerwehrmann gibt seinen Kollegen eine soeben geborgene Kameradrohne. Die illegal geflogene Drohne war in der Nacht zum 20.12.20 in den Turm der Berliner Gedächtniskirche gestürzt und hatte sich dort verfangen (Quelle: Morris Pudwell).
Beim dritten Mal klappte es: Das Corpus delicti wurde den Kollegen am Boden übergeben. | Bild: Morris Pudwell

Bergung im dritten Versuch

Die Feuerwehrleute versuchten die Drohne mittels einer Drehleiter zu bergen, scheiterten allerdings. Nach rbb-Informationen forderte der Einsatzleiter daraufhin die sogenannte Rüstgruppe und den 50 Meter langen Teleskopmast des technischen Dienstes an, mit anderen Worten: das große Besteck. Die Tauentzienstraße wurde Richtung Kurfürstendamm komplett gesperrt. Im dritten Versuch gelang es der Feuerwehr schließlich mit Hilfe eines Enterhakens, die Drohne zu bergen.

Warum der Pilot die Kamera-Drohne zu diesem Zeitpunkt über dem Breitscheidplatz fliegen ließ, ist nicht bekannt. Wenige Stunden zuvor fand dort die Gedenkfeier für die Opfer des Terroranschlages am 19. Dezember 2016 statt.

Flugverbotszone über dem Breitscheidplatz

Für das private Fliegen von Drohnen gelten im öffentlichen Raum exakte Regeln [bmvi.de]. Drohnen schwerer als 250 Gramm, wie die am Breitscheidplatz verunglückte, müssen offiziell mit Name und Adresse des Eigentümers gekennzeichnet und haftpflichtversichert sein. Für Modelle, die schwerer als zwei Kilo sind muss man einen Drohnen-Führerschein nachweisen, ab fünf Kilo braucht man eine spezielle Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde. Für den Kauf selbst gibt es allerdings keine Beschränkungen.

Am Breitscheidplatz gilt eine Flugverbotszone [map2fly.flynex.de]. Im städtischen Raum und generell über bewohnten Gebieten werden Fluggenehmigungen nur in Ausnahmefällen erteilt, um Menschen am Boden nicht zu gefährden. Den Drohnenpiloten erwarten nun voraussichtlich Anzeigen unter anderem wegen Verstoßes gegen das Bundesluftfahrtgesetz und gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr. Auch die Rechnung für den Einsatz mit zwölf Feuerwehrleuten werde der Verursacher übernehmen müssen, hieß es von der Feuerwehr.

Sendung: rbb 88,8, 20.12.20, 11 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Ja, nee, schon klar.
    "War ja alles frei" sagte der Geisterfahrer als in der Planke steckte....

  2. 33.

    Darf man denn so'n Ding in Berlin ohne Erlaubnis rumfliegen lassen. Da sind doch Leute und Fahrzeuge unterwegs. Darf man die so Filmen ohne zu fragen. Da kann ja jeder kommen.

  3. 32.

    Na ja, der hat doch alles falsch gemacht und gemeldet weil die Drohne hoffentlich registriert war. Zumal es sich hier um einen brisanten Ort handelt, der weltweit Schlagzeilen aufgrund eines Terroranschlags machte. Genau an diesem Gedenktag muss diese Person nun seine Drohne steigen lassen.
    Flugverbotszonen kann man im Internet finden. Zumal in Coronazeiten, der Einsatz unter verschärften Bedingungen stattfinden muss. Nicht nur die Rechnung von mehreren tausend Euro wird gesalzen sein. Da wird noch mehr auf diesem Naivling hinzukommen.

  4. 31.

    Teilweise ganz schön harte Worte hier gegen den Piloten und gegen Drohnen. Man sollte bedenken, dass er immerhin zu einem Zeitpunkt geflogen ist, wo kaum jemand noch unterwegs war und er selber die Feuerwehr informiert hat. Die Rechnung und die Strafe wegen Verstoßes gegen das Bundesluftfahrtgesetz sollte Lehre genug sein. Wo allerdings ein gefährlicher Eingriff in den Flugverkehr vorlag ist mir schleierhaft. Und wer Drohnen verbannen will, sollte nicht vergessen, wieviel interessante Aufnahmen mittlerweile von diesen Geräten uns im Netz zur Verfügung gestellt werden.

  5. 30.


    Der gesunde Menschenverstand sagt mir,dass fliegen lassen von Drohnen über anderleuts Köpfen muss nicht sein.
    P.S.Drogen sind verboten!
    Klare Regeln
    Klare Strafe

  6. 28.

    Wenn man sich nen bissel mit der Sensorik der Mavic Mini beschäftigt, sollte doch klar sein, dass die Kamera zur Erhöhung der Positionsgenauigkeit, ihren Dienst im Dunkeln versagt. Da bleibt dann nur noch GPS... Und die Warnungen in der DJIApp, welche im Flug angezeigt werden, sind jetzt auch nicht unbedingt unauffällig. Komisch...

  7. 27.

    Jo - stimmt. Schon mal was von einer damenlosen Tasche gelesen ... pffft ... Männer ;-)

  8. 26.

    Frauen können auch "Muttitasking" - erst überlegen, dann machen. Aber, wtf, was soll ich mit 'ner Drohne, wenn ich meinen Besen habe ;-) .

  9. 25.

    Naja, der hat doch alles richtig gemacht und das gemeldet. Den Affentanz mit den ganzen Verboten verstehe ich sowieso nicht. Da sieht auch kein Mensch mehr durch und man fliegt am Ende wo man Lust hat. Ich hab selber solche Dinger, baue die auch selber, habe Plaketten dran (Bei denen über 250g), nen Führerschein (brauch ich eigentlich gar nicht) und Versicherung. Ob ich wo und wie fliegen darf weiß ich selber aber auch nie so wirklich. Aber eigentlich reicht doch gesunder Menschenverstand aus. Alles andere ist nur Schikane. Sollense mal lieber Drogen verbieten oder manch andere Sachen, das bring mehr als die paar Copter. Und Modellflug gabs schon immer... Und ob die Drohne beim Absturz von der Ruine wirklich so schlimm ist, naja... also eine Klamotte die da abfällt ist sicher schlimmer. Vielleicht sollten alle mal wieder ein bissel die Füße aufm Boden setzen und gut ist. An stelle der Feuerweht hätte ein starker Wasserstrahl das Teil sicher auch gelöst.

  10. 24.

    Nee, Frauen machen so etwas sicherlich nicht, wie sie auch nie etwas unbeaufsichtigt abstellen, denn es wird in den Nachrichten immer nur von herrenlosen Taschen bzw. Gepäckstücke berichtet.

  11. 22.

    Gibt es eigentlich auch Frauen, die Drohnen betreiben? Ich sah und hörte bisher nur von Mänern.

  12. 21.

    dieser Mann hat aus dieser Panne noch das Beste gemacht, in dem er die Feuerwerhr rief. Eine harte Strafe ermutigt andere "Pannenlenker" dazu, sich der Verantwortung zu entziehen

  13. 20.

    Auch kleinere Drohnen brauchen eine Plakette, wenn sie ene Kamera haben.

  14. 19.

    Ich bin selber Drohnen Pilot und find es Schadendass die Gesetze am 01.01.2021 verschärft werden. Wenn ich aber sowas mal wieder sehe, Würde ich einen Drohnenführerschein selbst für die DJI Mavic Mini (die hier laut Bild eingesetzt wurde) herzlichst begrüßen. Es sollte win eignungsgitachten mit gemacht werden, da es echt kein Spaß ist, selbst die kleine Drohne kann zur Waffe werden.

  15. 18.

    Was soll dieser Quatsch mit den Drohnen überhaupt? Das dieser Unsinn überhaupt erlaubt ist.

  16. 17.

    Also unter 250g braucht die Drohne nicht markiert werden. Fliege selber in der Stadt und mache schöne Aufnahmen. Und wer behauptet "ohne Gehirn" und "richtet nur Schaden an" hat einfach keine Ahnung. Am besten alles verbieten...

  17. 16.

    na dann , ein frohes Fest dem Piloten,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

  18. 15.

    Dieser neue Seuche die uns da droht muss Einhalt geboten werden.Unzählige Belästigungen,Gefahren und Unfälle drohen.Nur weil jeder Fuzzi seinen Spieltrieb befriedigen darf.Ich hoffe ,dass diese Egomanen kräftig zu r Kasse gebeten werden.Das ist eine weitere Perversion der Dekadenz und Sinnlosigkeit .

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