Bau eines festen Zauns gegen Schweinepest ASP in Pusack (Foto: rbb/Jahn)
Archivbild Zaunbau bei Pusack | Bild: rbb/Jahn

Afrikanische Schweinepest - Wildschwein-Zaun zwischen Sachsen und Brandenburg geschlossen

Beim Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest sind die Länder Sachsen und Brandenburg einen wichtigen Schritt weitergekommen. In der Lausitz bei Bad Muskau wurde am Mittwoch von sächsischer Seite aus die Lücke beim Zaun an der deutsch-polnischen Grenze geschlossen.

Das hat das Verbraucherschutzministerium mitgeteilt. Brandenburg selbst hatte Ende September in der Lausitz angefangen, Richtung Norden einen festen Zaun an der Grenze zu bauen.
Von insgesamt 270 Kilometern sind rund 120 fertig gestellt. Der feste Wildschutzzaun ist zwischen Frankfurt (Oder) und der sächsischen Grenze bis auf wenige Tore geschlossen, so das Ministerium. Beim Bau habe es immer wieder Hindernisse wie Munitionsfunde oder Deichaufweichungen gegeben, die überwunden werden mussten.

Der Kreistag Uckermark genehmigte am Mittwoch den Bau eines Zaunes entlang der Oder zur Abwehr vom Wildschweinen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest. Der Bau soll 1,5 Millionen Euro kosten. Der Kreis geht erstmal in Vorleistung, letztlich hat aber das Land zugesagt, die Kosten für den Zaunbau zu übernehmen.

Bund soll sich an Kosten beteiligen

Brandenburg hat in diesem Jahr sechs Millionen Euro aus dem Haushalt für Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest zur Verfügung gestellt.

Im Haushalt für das nächste Jahr sind 32 Millionen Euro eingestellt, so ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums. Damit würden beispielsweise Zaunbau- und pflege, Schadenersatzleistungen für Bauern und Abschussprämien an Jäger bezahlt. Der Wildschweinbestand müsse verringert werden. Dazu sollen auch über 100 Fallen beitragen, die schrittweise in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße aufgestellt werden.

Brandenburg und Sachsen wollen, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Eine entsprechende Vorlage wurde am Mittwoch bei der Konferenz der Regierungschefs beschlossen. Sie bitten darin den Bund gemeinsam mit den Ländern Programme für finanzielle Hilfen zur Seuchenbekämpfung und zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung zu entwickeln. Summen sind in dem Papier nicht festgehalten, Regierungssprecher Florian Engels verwies gegenüber dem rbb aber auf eine Zusage von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den Ländern zu helfen.

Korridor an der Grenze

Auch die Einrichtung einer "weißen Zone" zwischen Brandenburg und Polen wird in dem Papier angemahnt. Dabei sollen Schutzzäune auf beiden Seiten der Grenze errichtet werden. Die Bundesregierung solle die Gespräche zur Errichtung der weißen Zone mit Polen zügig vorantreiben.

Schließlich sollen auch beispielsweise Schweinehalter unterstützt werden, die ihre Tiere nicht vermarkten können oder weite Transporte zu Schlachthöfen in Kauf nehmen müssen. Hier soll sich die Bundesregierung auch bei der EU-Kommission für eine stärkere finanzielle Unterstützung der betroffenen Regionen einsetzen.

In Brandenburg ist bisher bei 182 Wildscheinen die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Sie ist für Wild- und Hausschweine tödlich, für den Menschen ungefährlich.

Beschränkungen in Frankfurt (Oder) und Oder-Spree gelockert

In Frankfurt (Oder) und im Landkreis Oder-Spree sind die Einschränkungen zur Eindämmung der Schweinepest inzwischen gelockert. In Oder-Spree hat die Entnahme von Wildschweinen in der weißen Zone, dem unmittelbaren Fundgebiet von an Schweinepest verendeten Kadavern, begonnen. Damit sind dort nun Erleichterungen für Land- und Forstwirtschaft in den ausgewiesenen Restriktionszonen vorgesehen, wie der Landkreis in der neuen Verfügung mitteilte. Die Gemeinde Jacobsdorf wurde aus dem gefährdeten Gebiet in die Pufferzone verschoben.

In Frankfurt (oder) trat am Mittwoch eine neue Tierseuchenallgemeinverfügungen in Kraft, denn die Stadt fällt damit nun vollständig in die Pufferzone mit weniger strengen Regelungen als im Kerngebiet. Wie die Stadt mitteilte, ist das Jagdverbot im Stadtgebiet damit nun aufgehoben und eine verstärkte Bejagung des Schwarzwildes angeordnet. Landwirtschaftliche Flächen können wieder ohne Beschränkungen genutzt werden und die Leinenpflicht auf Hundeauslaufplätzen wird aufgehoben. Am bereits beschlossenen Bau eines stabilen, in der Erde verankerten Festzaunes entlang der Landesgrenze zu Polen hält die Stadt weiter fest.

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