Suche nach Täter und Opfern - Schüsse auf Männergruppe in Berlin-Charlottenburg

So 06.12.20 | 12:08 Uhr
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Polizeiabsperrung ind er Nürnberger Straße, Berlin-Charlottenburg (Bild:Pudwell)
Bild: Pudwell

In Berlin-Charlottenburg sind in der Nacht zu Sonntag Schüsse gefallen. Ein bisher Unbekannter soll auf eine Gruppe von Männern gefeuert haben, die gerade aus mehreren Wagen ausgestiegen waren. Der Schütze flüchtete - aber auch einige der Autoinsassen verschwanden.

In Berlin Charlottenburg ist in der Nacht zu Sonntag offenbar auf eine Gruppe von Männern geschossen worden. Anwohner der Nürnberger Straße alarmierten die Polizei, nachdem sie die Schüsse gehört hatten. Zuvor waren drei Wagen auf dem Abschnitt zwischen Tauentzien und Augsburger Straße vorgefahren, berichteten sie der Polizei. Es handelte sich um einen Mercedes, einen Smart und einen BMW.

Die Insassen der Autos, mehrere Männer, seien ausgestiegen und hätten sich begrüßt, als ein Fußgänger sich näherte, so der Polizeibericht. Dieser habe von der Fahrbahn und vom Gehweg aus mehrere Schüsse aus einer scharfen Waffe in Richtung einiger der Ankommenden abgefeuert.

Die Mitfahrenden aus den Fahrzeugen sollen in Richtung Augsburger Straße zu Fuß geflüchtet sein - sie blieben bisher unbekannt. Auch der Mercedes mitsamt Insassen verschwand. Der mutmaßliche Schütze soll in Richtung Tauentzienstraße geflüchtet sein. Nach ihm wird jetzt gesucht.

Befragte junge Männer konnten keine Angaben machen

Die Fahrer des BMW und des Smart, beide 28 Jahre alt, wurden wenig später in der Nähe durch alarmierte Einsatzkräfte angetroffen. In der Vernehmung gaben beide an, keine Angaben zu dem Vorfall und den Beteiligten machen zu können. Die beiden wurden auf freien Fuß gesetzt.

Ob jemand verletzt wurde, sei zum jetzigen Zeitpunkt, nicht bekannt, weil sowohl der Mercedes samt Insassen als auch die Mitfahrer der beiden anderen Wagen verschwunden seien, sagte eine Poiizeisprecherin rbb|24. Ermittelt werde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Informationen, nach denen es sich bei den Wageninsassen um Angehörige eines bekannten Clans handelte, konnte die Polizeisprecherin nicht bestätigen.

Die Nürnberger Straße war während der Ermittlungen längere Zeit gesperrt.

Sendung: Abendschau, 06.12.2020, 19:30 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Na sowas in der Richtung werden sie ja wohl sein, sonst hätten sie ja eine normale Aussage machen können, zumindest zu der Identität ihrer Mitfahrer. Das wird schon eine "interne" Auseinandersetzung gewesen sein, und bei einer solchen ist noch nicht mal klar, ob man sich auf Opfer- oder Täterseite begeben soll...Aber vielleicht habe ich da auch einfach zu viele Mafiafilme gesehn...

  2. 18.

    "Informationen, nach denen es sich bei den Wageninsassen um Angehörige eines bekannten Clans handelte, konnte die Polizeisprecherin nicht bestätigen." Was heißt denn das auf deutsch? Waren denn nun die beiden, die geschnappt wurden, keine Angehörige eines bekannten Clans?

  3. 17.

    Das Ding ist aber auch, dass die Richter zu viele Verfahren auf die Tische bekommen und --möglicherweise habe Sie das, wie ich, neulich zufällig im Fernsehen gesehen-- gezwungem werden, Verfahren einzustellen, weil bei 1000 Fällen pro Richter und Jahr keine Strafverfolgung mehr möglich ist. Es erfolgt sozusagen eine juristische Triage: "Verhandeln oder Verwerfen"? Es ist schon sehr schlimm, wie viele ihrer Bestrafung, die theoretisch ja gesetzlich klar geregelt ist, auf diese Weise entkommen.
    Und: WENN dann auf ein Verfahren entschieden und z.B. U-Haft verhängt wird, aber sich die Eröffnung der Hauptverhandlung hinzieht, kommen Beschuldigte nach einem halben Jahr wieder frei-- und machen ggf. dann munter weiter.
    Die Polizei wirkt speziell in Berlin oft desinteressiert und lustlos, aber ist ja auch irgendwie nur der verlängerte Arm dieser Justizmisere. Dennoch fände ich es wichtig, als Bürger ein Gefühl des Ernstgenommenwerdens von den Beamt*innen zu bekommen, was oft aber fehlt.

  4. 16.

    Mir ging es zunächst darum, die offenbar verschobene Realitätswahrnehmung einiger hier etwas zu begradigen - und nicht darum, irgendwas kleinzureden. Dass gerade in (Groß-)Städten wie z. B. Berlin eine gewisse Nichtachsamkeit oder sogar Aggressivität gegenüber des anderen nahezu alltägliches Erleben sein kann, ist kein neues Phänomen. In den Neunziger Jahren war alltägliche Gewalt hier allerdings viel präsenter als heute.

    Bezüglich der Clankriminalität sind dadurch doch weniger normale Berliner Bürger als vielmehr damit "Verbandelte" betroffen, zumindest was das alltägliche Leben betrifft. Hierbei wurde Jahrzentelang über alle politischen Spektren hinweg fehlerhaft gehandelt. Die Offensive des Berliner Innensantors ist schon mal begrüßenswert, müsste aber m. E. mit mehr "Handlungsfreiheit" ausgestattet werden.

  5. 15.

    Es muss nicht gleich Todesopfer geben um eine Gegend durch Kriminelle unsicher zu machen. Wie unter @2. beschrieben,reichen Schießereien auf offener Straße und Autorennen völlig aus um aus einer einst guten Gegend ein gefährliches Pflaster für Normalbürger zu machen.


  6. 14.

    Die Politik hat die Sicherheit kaputt gespart bzw hat wenig Interesse an Sicherheit. Und es wird noch schlimmer, da sich die Rahmenbedingungen im Dienst immer schlechter werden.
    Aber wenn man hört, teile der Politik wollen den Begriff Clan Kriminalität abschaffen, dann weiß man wo die Schwerpunkte liegen.

  7. 13.

    @Gerd Glaudino

    Es geht nicht um die Zahl der Todesopfer, es geht um die Verrohung der Gesellschaft, die Nichtanerkennung der Werte unserer Gesellschaft. Es muss nicht immer gleich ein Todesopfer geben, dennoch verschlechtert sich die Situation in Berlin zunehmend, unter anderem gibt es keinerlei Respekt mehr vor der Polizei. Schauen Sie sich mal eine der interessanten Episoden zum Thema Clankriminalität bei Spiegel TV an, oder die Diskussion bei Markus Lanz vor ein paar Tagen.
    In Berlin ist vieles, aber die Welt schon lange nicht mehr in Ordnung!

  8. 12.

    @Eve: Haha! Und ich sehe, wie sie mir die Worte verdrehen. Ich habe nicht täglich geschrieben sondern nahezu täglich. Schon ein Unterschied, oder? Und das ist dann eben nicht nur eine gefühlte Unsicherheit. Fahren Sie doch mal Nachts mit der Bahn durch die Brennpunkte der Stadt. Da kann man ja nur noch die Beine in die Hand nehmen und froh sein, wenn man wieder zu Hause ist. Selbst beispielsweise am Rathaus Spandau und am Bahnhof gehe ich nachts nur noch mit höchster Aufmerksamkeit entlang und habe meine Augen und Ohren überall. Was da alles rumlungert. Bin selbst schon in manch brenzlige Situation gekommen die durchaus auch hätte anders ausgehen können.

  9. 11.

    Nur mal so: Vor zwanzig Jahren gab es in Deutschland 497 Mordopfer; 2019 waren 245 derer zu beklagen. Und auch die Anzahl der Opfer von Totschlag und Tötung auf Verlangen ist in diesem Zeitraum prinzipiell rückläufig. Es ist also nicht so, dass Mord- und Totschlag ständig zunehmen, wie es einige hier offenbar durch die stark angestiegene, zum Teil hysterische Berichterstattung - auch gerade im Internet - anzunehmen meinen.

    Auf der "Statista" Seite findet man eniges zum Thema, das eine verschobene Realitätswahrnehmung begradigen könnte.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/

  10. 10.

    Nur gut das es in Deutschland eine unabhängige Justiz gibt und die Politiker nicht die Urteil sprechen. Das ist Aufgabe der Richter. Sie sollten mit "Gewaltenteilung " googeln bevor Sie so einen Quatsch schreiben.

  11. 9.

    Chicago läßt Grüßen! Al Capone hat man über sie Steuer zur Rechenschaft ziehen können, warum geht es hier nicht, wenn die Leute dicke Autos fahren und von der Stütze leben??????????

  12. 8.

    @Falk, wieso lesen müssen? In unseren Medien "verkaufen" sich schlechte Nachrichten am besten. Scheinbar werden bevorzugt negative Meldungen zu reißerischen Schlagzeilen verarbeitet und in Umlauf gebracht.
    Es ensteht der gleiche Eindruck wie in der Autowerkstatt- nur noch kaputte Autos unterwegs.

  13. 7.

    Das Foto oben zeigt, daß "sowas" von der Polizei nicht geduldet wird. Danke dafür an die Polizei!

  14. 6.

    Haha, genau so kann man sehen, wie sie schon durch Medien Beschallung verdreht sind.
    Es ist eben mitnichten so dass tagtäglich Tote durch Schießereien oder messerstechereien gibt.
    Das ist wie bei Corona, für sie ist das eine gefühlte Unsicherheit die es aber nicht gibt, schauen sich einfach die Zahlen an und beruhigen sie sich wieder.
    Das war übrigens ein Erfolgsgeheimnis der DDR, dass sie eben nicht alles über Medien mitgeteilt haben, wenn sie wüssten was damals abgegangen ist, sie würden es einfach nicht glauben.
    Schauen sie einfach in die Statistik Bücher von damals.

  15. 5.

    Ungeheuerliche Zustände in dieser Stadt die gravierenden Fehler der Politik über Jahrzehnte muß die Polizei lösen die selbst über Personalmangel klagt Ich habe Hochachtung für die Polizei die jeden Tag einer sehr großen Gefahr ausgesetzt ist diese Menschen haben auch Familie vielleicht sollte die Politik endlich mal durchgreifen aber die sind leider sehr weit weg von diesen alltäglichen schlimmen Ereignissen ich fahre abends grundsätzlich mit Auto wenn überhaupt und wohne zum Glück nicht in diesen Bezirken wo man Angst um sein Leben haben muss

  16. 4.

    Die Polizei ist weniger das Problem als die Politik. Die Polizei ist selbst frustriert darüber wie Intensivstraftäter so schnell wieder auf freien Fuß kommen können, trotz Verurteilung. So wie bei Wissam Remmo geschehen - bereits wegen dem Raub an der Goldmünze im Bodemuseum verurteilt, so war dennoch das Urteil nicht vollstreckt weil er seinen pflegebedürftigen Vater betreuen musste....Obwohl der noch zahlreiche Geschwister hat, die es ebenfalls erledigen hätten können.
    In dieser Zeit hat er dann in Dresden den Raub im grünen Gewölbe begangen wie sich jetzt herausgestellt hat, von der Beute keine Spur.

    So lange wir in Berlin hier durch rot-rot-grün regiert werden, wird sich daran auch nicht viel ändern. Unser System wird gnadenlos von den Clans ausgenutzt.

  17. 3.

    Liebe @ Paula W.
    Schließe mich Ihren Kommentar von vorn bis hinten völlig an.
    Ich gehe schon garnicht bei ein Einbruch der Dunkelheit raus. Ich wohne am Kaiserdamm jeden Abend Prügelei in Spielhallen und bei Edeka. Einfach schlimm.
    Polizei...Fehlanzeige und wenn werden Personalien aufgenommen und der Haftrichter lässt sie laufen....

  18. 2.

    Es wird immer schlimmer in Berlin. Das war mal ne gute und sichere Gegend aber bei uns kann ja fast jeder leben und machen was er will. Da können einem heutzutage die Kugeln um die Ohren fliegen oder hirnlose Schwachmaten gefährden ihre Mitmenschen durch Autorennen. Auch wenn Berlin eine Metropole und die Hauptstadt ist,kann dieses kriminelle Verhalten damit nicht begründet und es auch nicht geduldet werden. Leider wird ja unsere Polizei ausreichend damit beschäftigt,die Einhaltung von Coronamaßnahmen zu kontrollieren und ggf. bei Leuten zu ahnden,die es noch immer nicht kapieren.

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