"Die Kinder haben den Glauben nicht verloren" - Himmelpfort erhält mehr Wunschzettel als je zuvor

In Ostdeutschlands einziger Weihnachtspostfiliale im brandenburgischen Himmelpfort (Quelle: imago-images/Zöllner)
Audio: Inforadio | 24.12.2020 | Interview mit Postsprecherin Anke Blenn | Bild: imago-images/Zöllner

Der Weihnachtsmann und seine fleißigen Engel in Himmelpfort hatten in diesem Jahr mehr zu tun als je zuvor: 320.000 Briefe aus aller Welt sind eingegangen. Neben Wünschen wie Spielzeug oder Smartphones stand bei vielen Kindern auch: Corona soll weggehen.

Die Weihnachtspostfiliale in Himmelpfort (Oberhavel) hat in diesem Jahr rund 320.000 Briefe von Kindern aus aller Welt haben bekommen – mehr als je zuvor. Darunter waren 21.000 Briefe aus dem Ausland, wie Postsprecherin Anke Blenn am Donnerstag sagte.

Aus 62 Ländern haben demnach die Kinder an den Weihnachtsmann und seine Engel geschrieben. "Es zeigt uns, dass der Weihnachtmann in Brandenburg auch international ein Star sein muss", sagte Blenn dem rbb. "Es gibt kaum ein Eckchen in der Welt, aus dem nicht zumindest ein oder zwei Kinder nach Himmelpfort geschrieben haben." Im Vorjahr waren es 294.000 und im Jahr 2014, als die Filiale 30-jähriges Bestehen feierte, 312.000 Wunschzettel.

Viele Kinder wollen wieder Oma und Opa besuchen können

Die Corona-Pandemie habe dazu beigetragen, dass die Zahl der Briefe so hoch sei, mutmaßt Blenn. "Wir haben das Gefühl, dass Kinder und Eltern den besonderen Wert eines Briefes neu entdeckt haben, wo rundherum alles ein bisschen zum Stillstand gekommen ist."

Viele jüngere Kinder wünschten sich Spielsachen wie Polizeiautos, Dinos, Puppen oder Gesellschaftsspiele. Ältere Kinder wünschten sich technische Geräte, beispielsweise einen Laptop oder ein Smartphone. Insgesamt spiele aber in diesem Jahr das Thema Corona eine sehr große Rolle, sagte Benn. Sehr viele Kinder wünschten sich, "Corona möge weggehen". Die Kinder wollten wieder in die Kita oder in die Schule gehen und Oma und Opa besuchen.

"Ich habe zur Sicherheit ein Gedicht auswendig gelernt"

Kinder sorgten sich auch, ob der Weihnachtsmann wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr überhaupt kommen kann oder ob er eine Maske tragen müsse, berichtet Benn. Sie zitiert aus einem Brief: "Ich hoffe, du kommst trotzdem. Ich habe schon zur Sicherheit ein Gedicht auswendig gelernt und ein Lied eingeübt."

Die Kinder hätten den Glauben an den Weihnachtsmann nicht verloren, freute sich Blenn. "Und der ist möglicherweise bestärkt worden in diesem Jahr."

Sendung: Inforadio, 24.12.2020, 07:25 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    "Ich hoffe, du kommst trotzdem." - Dem schließe ich mich als Erwachsener gern an, auch wenn ich nicht mehr ganz so fest an ihn glaube. ;-)

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