Ein Wagen wird von der Feuerwehr nach einem Glätteisunfall in Brandenburg geborgen (Bild: NonStopNews/Julian Stähle)
Audio: rbb 88.8 | 13.01.2021 | Anke Michel | Bild: NonStopNews/Julian Stähle

Blitzeis in Berlin und Brandenburg - Zahlreiche Unfälle auf glatten Straßen – A19 zeitweise gesperrt

Überfrierende Nässe hat in der Region zu mehreren Verkehrsunfällen geführt. Besonders heikel war und bleibt die Lage auf den Autobahnen: Auf der A19 kamen zwei Lastwagen ins Schleudern. Den ganzen Mittwoch über können die Straßen gefährlich glatt sein.

In Berlin und Brandenburg ist es am Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch zu teils schweren Glatteis-Unfällen gekommen. Die Polizei zählte bis zum frühen Mittwochmorgen auf den Autobahnen 24 und 19 insgesamt acht Unfälle wegen Blitzeis, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord sagte.

Auf A19 bei Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) kam am Dienstagabend ein mit Baumstämmen beladener Sattelauflieger auf der vereisten Fahrbahn ins Schleudern. Nach rbb-Informationen wurde die Ladung über alle Fahrspuren der A19 in Fahrtrichtung Berlin verstreut, die Autobahn musste daraufhin für mehrere Stunden gesperrt werden. Der 38-jährige Fahrer erlitt einen Schock, weitere Menschen wurden nicht verletzt.

Nur wenige Kilometer nördlich auf der A19 kam nach rbb-Informationen ebenfalls ein Lastwagen von der spiegelglatten Fahrbahn ab, der in Richtung Rostock unterwegs war. Der Laster rutschte in den Straßengraben, der 62-jährige Fahrer blieb unverletzt. Die Bergungsarbeiten der beiden Unfälle dauerten auch am Mittwochmorgen noch an.

Zahlreiche Baumstämme liegen auf der A19 Nahe Wittstock, Brandenburg nachdem sie von einem Sattelauflieger fielen (Bild: NonStopNews/Julian Stähle)
Auf der A19 verlor ein Lkw seine hölzerne Ladung. | Bild: NonStopNews/Julian Stähle

Auf der A24 bei Pritzwalk (Landkreis Prignitz) überschlug sich ein Wagen. Der 42-jährige Fahrer und eine 33-Jährige Mitfahrerin wurden leicht verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Laut Polizei war der Fahrer zu schnell unterwegs. Es entstand ein Schaden von 20.000 Euro.

Auto schleudert auf A115-Zufahrtsbrücke

Am Dreieck Nuthetal (Landkreis Potsdam-Mittelmark) geriet ein Auto ins Schleudern, als es auf die A115 fuhr. Das Auto prallte erst gegen die rechte und anschließend an die linke Leitplanke. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann auf glatter Straße mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei, teilte die Polizeidirektion West mit. Der 30-jährige wurde demnach leicht verletzt und erlitt einen Schock. Sein Wagen wurde abgeschleppt, zwei nachfolgende Autos fuhren in die Trümmerteile und wurden beschädigt. Sachschaden laut Polizei: insgesamt 50.000 Euro.

Auf der B5 im Havelland kam am Dienstagabend ein Auto auf glatter Straße ins Schleudern und kam erst auf einem Grünstreifen zum Stehen. Der Fahrer wurde verletzt.

Bei Schönewalde (Landkreis Elbe-Elster) kam am Mittwochmorgen gegen 4.00 Uhr ein Auto von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Auch hier war vermutlich Glätte die Ursache, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd sagte. Die 26-Jährige wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Auto landet in Kladow auf dem Dach

Und auch in Berlin hat sich auf überfrorenem Asphalt ein schwerer Unfall ereignet: Offenbar wegen zu schneller Geschwindigkeit verlor ein Autofahrer in der Nacht auf Mittwoch in einer 30-er Zone im Spandauer Ortsteil Kladow die Kontrolle über Fahrzeug.

Der 20-jährige Fahrer war auf der Uferpromenade in Richtung Ritterfelddamm unterwegs udn geriet ins Schleudern. Das Auto fuhr gegen einen Baum, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Den Angaben zufolge erlitten der Fahrer und sein 19-jähriger Beifahrer wurden leicht verletzt, die beiden anderen 19 und 20 Jahre alten Insassen wurden mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Glatte Straßen und starke Windböen erschweren Verkehr

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Dienstagabend vor überfrierender Nässe und Frost sowie vor starken Windböen in Berlin und Brandenburg gewarnt. Auch am Mittwochmorgen blieb es teils gefährlich glatt. Besonders betroffen sind der Norden und Süden Brandenburgs. Die Polizei warnt vor Blitzeis in den Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Elbe-Elster. Auch die Verkehrsinformationszentrale Berlin warnt auf Twitter vor "örtlichem Glatteis".

Auch am Mittwochnachmittag und -abend werden schwierige Straßenverhältnisse in der Region vorherrschen. Laut Deutschem Wetterdienst sind immer wieder Schneeschauer bei zwei bis vier Grad möglich. Hinzu kommen teils starke Windböen. Ab den Nachmittagsstunden erwarteten die Meteorologen teils kräftigen Schneefall mit Sichtbehinderungen und Mengen zwischen einem und drei Zentimetern sowie erneuter Glättegefahr.

Sendung: Inforadio, 13.01.2021, 7:20 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Ich stimme Ihnen zu:
    Nicht Glatteis, nicht Nebel oder Dauerregen führt zu den einschlägigen Zusammenstößen, die es ja sind, sondern eine unangepasste Fahrweise. Wer die Umstände hingegen immer nur als Störfaktor ansieht und den anderen - vornehmlich dem Staat - es überantwortet, diese störenden Umstände gefälligst zu beseitigen, der wird Selbstverantwortung nie lernen.

    Wetter war schon immer da. Der Mensch (später) auch.

    Gemessen an den heutigen Erwartungshaltungen wäre in früheren Jahrhunderten ein Mehrfaches an Menschen erfroren oder sonstwie zu Tode gekommen.

  2. 7.

    Oh, vielen Dank für die Reaktion. "Kommunen beauftragen Winterdienste für diese Areale" - genau so ist es, aber die Kommune ist jetzt welche Bereitschafts-Person genau? Gibt es denn hier, weil Zeitverzug sogar tödlich sein kann, Vorgaben die eingehalten werden müssen? Kann "diese Person" WD-Kosten eigenmächtig "einsparen" wenn der Auftrag zum Räumen stundenspäter bis gar nicht, ohne Konsequenzen, erfolgt?

  3. 6.

    Danke für das Lesen. Ich formuliere auch als Fußgänger und Radfahrer um: Der Wettdienst warnt vor Blitzeis, die Polizei warnt sogar Kreisbezogen. Kann jemand erklären, ab wann die Fahrbahn abgestumpft wird, mit welcher Zeitverzögerung der Winterdienst "rausrückt" und wer das wann veranlasst? Und kann man diesen "Jemand" zur Rechenschaft ziehen, wenn er dies fahrlässig unterlässt? Man muss doch die für den Winterdienst zahlenden Autofahrer, wie auch Fußgänger auf dem Gehweg schützen, die z.B. vorsichtig ihr Kind zur Oma bringen wollen und nicht laufen können. Trotz Schritttempo muss auch ein Gehweg eisfrei gehalten werden - sonst Strafe! Die WD-Kollegen fahren bestimmt gerne raus, sind in Bereitschaft, lagern Streusalz und wollen nun den "Startschuss"...

  4. 5.

    Liebe/r Wossi,
    soweit wir wissen sind für öffentliche Straßen, Plätze und Gehwege (z.B. vor Behörden, Bahnhöfen, Bushaltestellen) die Kommunen zuständig und haftbar, d.h. die Kommunen beauftragen Winterdienste für diese Areale. Für den Gehweg vor dem Mietshaus oder vor dem eigenen Haus ist die Hausverwaltung bzw. der Eigentümer zuständig.
    Gruß aus der Redaktion.

  5. 3.

    Nicht angepaßte Fahrweise und wenn dann etwas passiert sind es immer die Anderen schuld. Solche Typen müßten direkt auf ihre Eignung zum führen eines KFZ geprüft werden.

  6. 2.

    Aha, mit welchen Abgaben zahlt „der Autofahrer“ nochmal für den Winterdienst? Kfz-Steuer? Mineralölsteuer?
    Und woraus ergibt sich der Anspruch, dass zu jeder Stunde jedes Fitzelchen Fahrbahnland geräumt und gestreut sein muss?

    Zum Thema Schrittgeschwindigkeit zitiere ich da gerne mal aus der StVO, §3, (1) „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. [...]“

    Wenn Sie bei Glatteis das Fahrzeug bei Schrittgeschwindigkeit nicht ständig beherrschen können, dann müssen Sie es eben stehen lassen. Und laufen.

  7. 1.

    Der Wettdienst warnt vor Blitzeis, die Polizei warnt sogar Kreisbezogen. Kann jemand erklären, ab wann die Fahrbahn abgestumpft wird, mit welcher Zeitverzögerung der Winterdienst "rausrückt" und wer das wann veranlasst? Und kann man diesen "Jemand" zur Rechenschaft ziehen, wenn er dies fahrlässig unterlässt? Man muss doch die für den Winterdienst zahlenden Autofahrer schützen, die z.B. vorsichtig ihr Kind zur Oma bringen wollen und nicht im Schritttempo in einer 30iger Zone verunglücken (w)sollen. Die Kollegen fahren bestimmt gerne raus, sind in Bereitschaft, lagern Streusalz und wollen nun den "Startschuss"...

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