Die vierjährige Raphaela beobachtet am 10.01.2020 durch ein Fernglas bei der Vogelzählung "Stunde der Wintervögel" des Nabu (Naturschutzbund Deutschland) die Vögel. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Nabu startet Vogelzählaktion - Welche Vögel sind noch da?

Der Naturschutzbund (Nabu) ruft die Menschen in Berlin und Brandenburg dazu auf, wie schon in den vergangenen Jahren auch jetzt wieder Wintervögel vor der eigenen Haustür zu zählen. Die Vogelzählaktion geht von Freitag bis Sonntag in die elfte Runde, wie die Organisation am Donnerstag ankündigte.

Wer an der "Stunde der Wintervögel" teilnehmen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang im Auge behalten, welche Vögel sich in welcher Anzahl an einem Ort wie Balkon, Garten oder Park zeigen. Die Daten können dann telefonisch, im Internet [nabu.de] oder mit einer Nabu-App gemeldet werden.

Fokus liegt auf Blaumeisen

Seit vielen Jahren ist bei der Aktion der Spatz der am häufigsten gesichtete Vogel in Brandenburg und auch in Berlin. Im vergangenen Jahr war es laut Nabu auch dieser Haussperling, gefolgt von der Kohlmeise und dem Feldsperling.

In diesem Jahr interessiert sich der Nabu insbesondere für Blaumeisen. Hintergrund ist eine durch ein Bakterium ausgelöste Epidemie im vergangenen Frühjahr. Bei der Zählung im Mai vergangenen Jahres seien auch in der Region Berlin-Brandenburg entsprechend weniger Blaumeisen gesichtet worden, sagte Nabu-Expertin Manuela Brecht. Die Frage sei nun, ob immer noch ein Effekt spürbar sei.

Mehr Teilnehmer durch die Corona-Pandemie?

Im Vorjahr beteiligten sich nach Angaben des Nabu mehr als 6.500 Brandenburger und 3.700 Berliner an der Aktion. In Berlin wurden allein mehr als 80.000 Vögel gezählt, so der Nabu. Diesmal könnten es noch mehr Teilnehmer werden, meinte Brecht. "Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr haben gezeigt, dass die Natur vor der Haustür von vielen Menschen wieder mehr wahrgenommen und geschätzt wird, wenn es nicht möglich ist, in die Ferne zu schweifen", sagte sie. "Je mehr Menschen an der Zählung teilnehmen, desto aussagekräftiger werden zudem die Ergebnisse."

Eine Erkenntnis aus den bisherigen Zählungen sei, dass in kalten und schneereichen Wintern deutlich mehr Vögel in die Nähe des Menschen kommen. "Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen", hieß es.

Sendung: Abendschau, 07.01.2021, 19:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Spatzen - kannst von meiner Bande welche abhaben ;-) . Von dem Flugverkehr träumt der BER. Aber sonst ist auch mächtig was los.

  2. 2.

    Ich finde, diese Zählung ist bitter nötig. Bei mir draußen habe ich jedes jahr unterm Dach mehrere Sperlingsnester gehabt. Letztes jahr keins. Und am Winterfutterkasten, der in den letzten Jahren von ihnen belagert wurde, kein einziger. Mögen Kernbeißer, Stieglitz, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Bergfink schön und teilweise selten sein: Das der Spatz fehlt; ist schon besorgniserregend. Hingegend in der Stadt sehe ich noch welche.

  3. 1.

    Werden auch die Vögel gezählt, die unter den Windraedern liegen.

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