Schneelandschaft Tempelhofer Feld (Quelle: Tim Schwiesau)
Tim Schwiesau
Video: rbb|24 | 03.01.2012 | Grit Lieder | Bild: Tim Schwiesau

Winter 2021 - Berlin und Brandenburg erleben ersten Schnee des Jahres

Zu Weihnachten gab es nur Matsch und Schneeregen. Nun aber, am ersten Januarwochenende, wurde das fiese Winterwetter erstmals für ein paar Stunden schön: In Berlin und Brandenburg fiel Schnee - und ein größeres Verkehrschaos blieb aus.

Rodeln und einen Schneemann bauen: Viele Berliner sind am Sonntag in Parks und Wälder gezogen, um einen seltenen Tag mit Schneefall in der Hauptstadt zu erleben. Familien gingen etwa in den Grunewald, auch im Volkspark Friedrichshain wurden Schlitten gesehen. Bis Montagvormittag könne es gebietsweise ein bis drei Zentimeter, örtlich bis zu fünf Zentimeter Neuschnee in Berlin und Brandenburg geben, hieß es am Sonntagnachmittag vom Deutschen Wetterdienst. Es könne streckenweise zu Glätte durch Schneematsch kommen. Die Höchsttemperaturen sollten zwischen null und zwei Grad liegen. So wird es allen Prognosen zufolge mindestens die nächste Woche auch bleiben. Der Schnee könnte bis Freitag bleiben.

Polizei kontrolliert Einhaltung der Eindämmungsmaßnahmen

Die Polizei hatte Parkanlagen und andere Gebiete wegen möglicher Verstöße gegen die Corona-Regeln im Blick, wie eine Sprecherin am Sonntagnachmittag sagte. Im Volkspark Friedrichshain etwa habe die Polizei unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen auf Abstandsregeln hingewiesen, auch im Bürgerpark Pankow seien Menschen angesprochen worden. Große und auffällige Regelbrüche seien ihr zunächst nicht mitgeteilt worden, eine abschließende Bewertung stehe aber noch aus.

Der Schnee führte vorerst nicht zu außergewöhnlich vielen Rettungseinsätzen der Feuerwehr, wie ein Sprecher am frühen Nachmittag berichtete. Die Lage sei ruhig. Das liege unter anderem am fehlenden Berufsverkehr. Auch bei der S-Bahn und den Bussen und U-Bahnen lief der Verkehr zunächst störungsfrei und reibungslos, sagten jeweils Sprecher der Bahn und der BVG. In den sozialen Medien teilten viele Nutzer Bilder und Videos der schneebedeckten Stadt oder von Schneefiguren.

Lausitz: Viele Feuerwehreinsätze, aber keine größeren Unfälle

Im Süden Brandenburgs hat starker Schneefall die Feuerwehr besonders in Anspruch genommen. Der Lagedienst der Regionalleitstelle Lausitz registrierte bis zum Sonntagnachmittag etwa 290 Einsätze. 33 von der Schneelast umgestürzte Bäume mussten von Straßen und Telefonleitungen geräumt werden. Es habe zwar mehr Einsätze gegeben als an gewöhnlichen Tagen, sagte ein Sprecher. Größere wetterbedingte Unfälle habe es aber nicht gegeben. Die anderen Regionalleitstellen im Westen, Osten und Norden Brandenburgs verzeichneten keine vermehrten Einsätze.

Auf der A9 kam es zwischen Brück und Niemegk zu mehreren Unfällen, weil die Fahrbahn glatt war. Mehrere Autos rutschten in die Leitplanken oder landeten im Straßengraben. Die Straßenmeistereien mussten sämtliche Streufahrzeuge einsetzen. Für einen solchen Wintereinbruch war es laut Polizei dennoch ein vergleichsweise glimpfliches Unfallgeschehen -trotz Ferienendes gab es auf den Straßen nur mäßigen Verkehr.

Ansturm auf Wintersportregionen

Einige Skigebiete in Deutschland erlebten hingegen einen regelrechten Ansturm - allen Warnungen zum Trotz [tagesschau.de]. Behörden und Polizei hatten zuvor immer wieder darum gebeten, im Corona-Lockdown lieber auf Ausflüge in die Berge zu verzichten - offenbar vergeblich. Dabei sind Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Januar geschlossen.

Im Harz und anderen verschneiten Berggebieten waren die Parkplätze am Samstag vielerorts schon am Morgen voll. "Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Mittag. "Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los." Auf Rodelbergen wie der Hexenritt-Abfahrt am Wurmberg tummelten sich die Massen, auch auf Wanderwegen liefen Ausflügler dicht an dicht.

Auch am Großen Feldberg in Hessen hielt der Ansturm von Ausflüglern mit Sehnsucht nach Schnee an. Rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es "chaotisch wie die letzten Tage", sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein [hessenschau.de]. Zahlreiche Ausflügler seien trotz gesperrter Gipfel-Zufahrten unterwegs, Straßen in den Ortschaften rund um den Feldberg seien zugeparkt. Auch in der Rhön zog es am ersten Samstag des Jahres viele Menschen nach draußen und zur Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. "Es ist voll", sagte ein Polizeisprecher in Fulda.

Die plötzliche Invasion der Schneemenschen

Sendung: Inforadio, 03.01.21, 16 Uhr

26 Kommentare

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  1. 25.

    @ Wassernixe Ist das bei um die 0° C nicht ungesund für eine Wassernixe? Nur mal so eine Frage... ;-)

    @ Jürgen Stimme zu, die Leute sind dermaßen verwöhnt...

    https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Jahrhundertwinter-Schneekatastrophe-im-Winter-1978-79,schneekatastrophe222.html

  2. 24.

    Also wenn ich das Foto anschaue gibt's da keine Rudelbildungen .... Also warum nicht raus ? Man kann es echt übertreiben!

  3. 23.

    Sind wie aus der Bildüberschrift "Die plötzliche Invasion der Schneemenschen" tatsächlich Yeti gemein? ( Quelle: Duden)
    Zu sehen sind ja eher Schneemänner und Schneefrauen.
    Gruß aus Lichtenberg

  4. 22.

    Öhm - nöö. Eher so z.B. ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund in der Pampa. Immer gern alles, was ohne Klumpenbildung Spass macht.

  5. 21.

    Aufstehen un meckern. Die Chats sind voll davon. Das nicht genug Schnee für einen richtigen Schneemann da ist, ist bestimmt auch RRG schuld. Andererseits scheint es auch viele zu geben, die den Räumdienst bei einer Schneeflocke hochkant am Straßenrand fordern aber vergessen haben, das man auch den wetterverhältnissen angepasst fahren kann/muss.

  6. 19.

    Das stimmt. Bin Berliner in Berlin, aber die Ereignisse, Probleme und Sorgen in den vielen und weitläufigen Brandenburger Landkreisen und doch namhaften Städten kommen mir in den Nachrichten auf rbb24 (gefühlt) auch zu kurz. Es kann doch nicht sein, dass es da kaum berichtswerte politische Entscheidungen, Schul-, Wirtschafts-, Kultur-, Versorgungs- und Mobilitätsthemen oder Land- und Forstwirtschaftssorgen gibt. Da leben doch immerhin auch 2,5 Millionen Bürger. Oder ist in Brandenburg eigentlich immer alles paletti, mit Corona, dem eigenen Auto und ohne ÖPNV kommen alle gut klar und nur in Berlin hakt andauernd irgendwas? … Dann ziehe ich da doch auch bald hin =)

  7. 18.

    Nach endlosen 2 TAGEN des Wartens eeendlich (s. Überschrift) "der erste Schnee des Jahres." (2021) ;-)

  8. 17.

    Ist es nicht seltsam, das es plötzlich so schneit? Jetzt, wo die Flugzeuge an Boden bleiben, Reisen eingeschränkt sind, Leute möglichst von Zuhause arbeiten UND die Natur sich so erholen konnte von uns Menschen? Denkt mal nach...

  9. 16.

    Ja, richtig so wenn wir uns nicht beim Essen im Restaurant oder im Kaufhaus anstecken, dann wenigsten beim Ski und rodel.

  10. 15.

    Tja, is' n freies Land. Niemand wird zu seinem Glück gezwungen.

  11. 14.

    Nee ... das war anders. Die haben sich gaaaanz leise durchs Dorf gepirscht und Zauberpulver verteilt. Bei der zweiten Runde, also da wo es alle mitbekommen, haben die nur nachgesehen ob das Streusalz gewirkt hat. ;-)

  12. 12.

    War das nicht herrlich!? Meine Tochter 5 Jahre meinte, dass sei der schönste Tag in ihren Leben.
    Der Schnee soll bleiben und es soll vielleicht sogar kälter werden wie freuen uns. Das Winterwetter ist wie Balsam für die Corona-Seele.

    Ich freue mich so sehr. Nur schade, dass rodeln wohl flach fällt, aber vielleicht finden wir noch eine einsamen Hügel, die wir mit den popo-schlitten erobern können.

  13. 11.

    ... und als Spandauer weiß man, dass die Berliner über +16° und unter +15° C sowieso nicht autofahren können. :-D

  14. 9.

    Korrekt wäre „erster Schnee seit 4 Jahren“ hoffentlich bleibt es nicht nur bei dem bisschen Matsch da draußen sondern wird noch zu richtigem Schnee

  15. 8.

    Hat der rbb schon mal gemerkt das es außer Cottbus und Potsdam noch mehr Landkreise gibt zum Beispiel uckermark diesen Sender abschalten

  16. 7.

    Ich würde ja auch vorschlagen, das an jeder kleinen Dorfstrasse ein Streufahrzeug stationiert wird. Bis dann der Schnee kommt, könnten die Kraftfahrer ja die Autos der Anwohner putzen. Ich befürchte jedoch, das genau die Leute, die bei jeder Schneeflocke nach dem Räumdienst schreien sich dann über die Kosten aufregen. Dieses Gemecker und dann auch noch an einem Sonntag gibts nur in oder bei Berlin.

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