PKW mit Totalschaden nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in Berlin Friedrichshain - Marzahn. (Quelle: M. Pudwell)
Bild: M. Pudwell

Von Friedrichshain nach Marzahn - Verfolgungsfahrt endet in Haltestelle - Flüchtender schwer verletzt

In Berlin ist es erneut zu einer wilden Verfolgungsjagd gekommen. Ein Mann entzog sich einer Kontrolle und rammte auf seiner Fahrt durch den Osten der Hauptstadt unter anderem ein Einsatzfahrzeug. Am Ende wurde der Flüchtende schwer verletzt.

Eine wilde Verfolgungsfahrt durch Berlin ist in der Nacht zu Freitag an einer Bushaltestelle geendet. Auslöser war eine Kontrolle im Stadtteil Friedrichshain wegen auffälliger Kennzeichen an einem Mercedes gegen 21:45 Uhr, wie die Polizei rbb|24 am Freitag bestätigte. Daraufhin sei der 31-jährige Fahrer des Mercedes quer durch den Osten Berlins geflüchtet. Dabei schob er unter anderem an einer Ampel in der Möllendorff- Ecke Normannenstraße ein ziviles Einsatzfahrzeug aus dem Weg, das sich ihm schräg in den Weg gestellt hatte.

Eine zerstörte Bushaltestelle der BVG nach einem Autounfall in Berlin Friedrichshain - Marzahn. (Quelle: M. Pudwell)
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Messer, Drogen und Bargeld im Auto

Die Fahrt endete schließlich in Marzahn an der Boxberger Ecke Bitterfelder Straße, als der Fahrer die Kontrolle über den Wagen verlor, wohl eine Mittelinsel und einen Bordstein rammte und in eine Bushaltestelle sowie einen Zaun raste. Danach soll der 31-Jährige, "erheblich verletzt", versucht haben, zu Fuß zu flüchten, sagte ein Sprecher der Polizei rbb|24. Weil er auch danach bei seiner Festnahme Widerstand leistete, musste Reizgas eingesetzt werden. Der Fahrer kam in ein Krankenhaus, wo er zur stationären Behandlung seiner Kopf-, Arm- und Beinverletzungen aufgenommen wurde, die er durch den Unfall erlitten hatte.

Er wird sich aber wegen diverser Vergehen verantworten müssen: Da er ein verbotenes Messer, einige "rauschgiftverdächtige, suspekte Substanzen" und eine vierstellige Summe Bargeld an Bord hatte, dafür keine Fahrerlaubnis und der Mercedes zudem mit falschen Kennzeichen unterwegs war, stehen Anzeigen wegen Fahrerflucht, einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Drogenbesitz und Urkundenfälschung im Raum. Die aufgefundenen Beweismittel und das stark beschädigte Fahrzeug wurden beschlagnahmt.

An der Verfolgung durch vier Polizeiabschnitte waren rund 20 Einsatzkräfte beteiligt.

Ähnlicher Vorfall am Dienstagabend in Neukölln

Erst am Dienstagabend waren bei einer Verfolgungsfahrt in Berlin-Neukölln fünf Polizisten verletzt worden. Die Polizei hatte dort ebenfalls ein Fahrzeug verfolgt, das aufgefallen - und dessen Fahrer trotz der Aufforderung, anzuhalten, davongerast sei.

Ein Polizeiauto hatte an der Kreuzung Lichtenrader Straße und Selchower Straße quer zur Fahrbahn als Straßensperre gestanden. Das Fluchtauto war in diesen Wagen hereingefahren. Während der Fahrer festgenommen wurde, konnte ein Beifahrer flüchten.

40 Kommentare

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  1. 40.

    "Dieser falschzitierende Beitrag von "Diversrainbow" bezieht sich offenbar auf einen Kommentar, der gelöscht wurde und den ich daher nicht kenne - in dem wohl von Alltagsrassimus die Rede war. "

    Öhm - Nö. Die Antwort war und ist direkt an Eiskalle gerichtet, wie man den funktionierenden Link entnehmen kann (einfach mal raufklicken).

    Gelöschte Kommentare erkennt man z.B. an Posts 11, 13, 19 auf Böser Junge (einfach mal versuchen raufzuklicken) und, obwohl ich Löschungen nicht so toll finde, war sie hier mehr als berechtigt.

    #klingeling

  2. 39.

    Ich finde ja, dass 'Popkornnaschen' nicht unbedingt ein Hobby ist, welches man durch mit Triggerwords, wie bspw. Rassismus, gewürzte, vermeintlich satirische Provokationen in Kommentarspalten pflegen sollte. Aber da ist wohl jeder Jeck anders.

  3. 38.

    Zitat: "Mancher erkennt Satire erst, wenn sie klingelt."

    Und manch einer meint Satire zu erkennen, wo gar keine ist. #nichtpersönlichgemeint ;-)
    Dieser falschzitierende Beitrag von "Diversrainbow" bezieht sich offenbar auf einen Kommentar, der gelöscht wurde und den ich daher nicht kenne - in dem wohl von Alltagsrassimus die Rede war. Vielleicht war dieser ja schon als eine Art Satire gedacht? Dieser "Rainbow" versuchte das wohl irgendwie "lustig" auf die Spitze zu treiben, um denjenigen zu veräppeln. War's nun rechte oder linke Satire als Antwort auf rechte oder linke Satire? Unwichtig.

  4. 37.

    Mit seiner bisher spektakulärsten öffentlichen Äußerung wollte Böhmermann zeigen, was Satire ist und was nicht, und dass sein Schmähgedicht (im Gegensatz zum ExtraDrei-Song) eben keine solche mehr ist. Leider hat eine überwältigende Zahl Menschen selbst diese ganz klare Ansage nicht verstanden. Eine andere Grenze von Satire sollte m.E. bei der Diskussion relevanter Themen gezogen werden. Mörderische Fluchten zur Verhinderung von Personenkontrollen halte ich für relevant, denn sie kommen in Berlin recht regelmäßig vor und haben auch unter völlig Unbeteiligten bereits Todesopfer gefordert. Satire ist hier also fehl am Platz. Ebenso aber ist vorurteilsbehaftetes Verhalten von Polizisten (für das ich im vorliegenden Fall jedoch kein Anzeichen sehe!) durchaus relevant. Auch hier halte ich Satire oder andere Formen der Provokation für ungünstig bzgl einer konstruktiven Diskussion.

  5. 36.

    Sprachsteuerung bei privaten Autos - evt. erweiterbar mit div. anderen biometrischen Identitätstests - und bei Sharing-Cars hat man eh' eine "Mieter-Identifizierung". Da Autos zu "elektronischen Spielwiesen" verkommen sind und dabei eine Wertigkeit erreicht haben, die das Ganze schon wieder interessant macht, wird "mein" nächstes Auto sowieso nur noch auf mich "hören".

    DSVGO-Konformität? Die Frage ist nicht uninteressant, aber hat aber auch eine leichte Spur "Ablenkungscharakter", während man sein Smartphone über BT beim Einsteigen einloggt und die letzten Mails auf die Mittelkonsole holt oder die Playlists synchronisiert.

    Aber solche Dinge interessieren ja nicht die, die eh' ohne Führerschein und/oder mit Drogen/Waffen unterwegs sind und sich eben einer Verkehrskontrolle entziehen wollen.

  6. 35.

    Haben sie auch dreck am Stecken oder warum regen Sie sich so auf. Wenn diese Bevölkerungsgruppe nun mal besonders im Straßenverkehr auffällt ist es völlig legitim sie zu kontrollieren. In diesem Fall warben ja auch wieder ein Volltreffer. Noch Fragen ?

  7. 34.

    Mancher erkennt Satire erst, wenn sie klingelt.
    Dabei kommt sie viel besser, wenn sie wie Schwiegermutter unangekündigt und z.T. bezuglos da ist. Was wäre Satire ohne empörte Leser oder Zuhörer, Zuschauer - Böhmermann wäre bei SAT 1 - mit Werbung zwischen den Gags - also nichts. Sie lebt auch von "Empörten" - also nicht die Werbung.

    Ich an Diversrainbow's Stelle würde jetzt mitlesen und genüsslich Popcorn mampfen.

    #nichtpersönlichgemeint
    ##passtaufvieleantwortendazu

  8. 33.

    Danke an alle Beteiligten von der Polizei. Erfreulich, dass gegen die Raserei im Bezirk zunehmend erfolgreich mit Festnahmen durchgegriffen wird.

  9. 32.

    "Bei meiner Idee geht es erstmal grundsätzlich darum, daß ein "Führerscheinleser" feststellt, ob eine Fahrerlaubnis existiert und wem sie gehört. Damit läßt sich dann zumindest feststellen, auf wessen Identität das Fahrzeug bewegt wurde."

    Dann erklären Sie mal, wie Sie das DSGVO-konform hinbekommen wollen und woher das Fahrzeug oder Ihr "Führerscheinleser" den aktuellen Status der Fahrerlaubnis kennen soll (Beachte: Führerschein != Fahrerlaubnis). Der nächste, und noch gravierendere Schwachpunkt ist der Abgleich, ob derjenige, der den fraglichen Führerschein gerade im Besitz hat, auch der Eigentümer ist. Falls nein, ist zunächst zu klären, wie derjenige, der den Führerschein gerade besitzt zu selbigem gekommen ist. Fragen über Fragen...
    Sie sehen, es ist zwar einfach zu denken, aber schwierig, das auch bis zum Ende durchzuhalten.

    Beste Grüße

  10. 31.

    Genau: Schluss mit diesem Rassismus, der weißhäutige Menschen (auch in Uniform) als Rassisten pauschaliert.
    Abgesehen davon: Wer hat eigentlich behauptete, der Typ wäre ein südländisch aussehender gewesen?
    Wer lesen kann, ist klar im. Vorteil.

  11. 30.

    "Es ist besorgniserregend, wieviele Fahrzeuge mit gefälschten Kennzeichen, ohne Zulassung und ohne Führerschein durch die Gegend fahren."

    Ich versichere Ihnen, dass ausnahmslos ALLE Fahrzeuge ohne Führerschein durch die Gegend fahren, den brauchen nämlich nicht die Fahrzeuge, sondern die jeweiligen Fahrer.
    Ihr zweiter Gedanke in Ihrem Posting ist allerdings noch deutlich unsinniger als der oben zitierte Vertipper. Bitte denken Sie das noch einmal durch und erklären mir, wie ein solches Vorhaben realistisch umsetzbar wäre (ich meine nicht den rein technischen Aspekt, da dieser als simpel zu betrachten ist).
    Besten Dank vorab und

    Beste Grüße

  12. 29.

    "Wenn jemand ohne Führerschein und ohne Versicherungsschutz einen Unfall baut, ist a) meist nicht feststellbar, wer gefahren ist und b) zahlt keine Versicherung. "

    Das ist ein weit verbreiteter Irrtum - siehe:
    https://www.europa-go.de/schadenservice/verkehrsopferhilfe oder http://www.verkehrsopferhilfe.de/de/
    Aus eigener Erfahrung - ich blieb auf keinen Pfennig sitzen.

  13. 27.

    "Damit könnte man die Sicherheit auf den Straßen deutlich erhöhen..."

    Da mußte ich doch tatsächlich lauthals lachen, danke dafür! Welche Sicherheit, die tagtäglich von Rasern, Dränglern, Falschparkern und Irren, die eine Fahrerlaubnis besitzen und ihr KfZ angemeldet haben gefährdet wird, wollen sie denn erhöhen?

    Wegen eines Rasers wird hier ein Fass aufgemacht, nein sogar der Untergang der Zivilisation heraufbeschworen, die Tausende Verkehrsvergehen täglich oder wenn mal wieder ein LKW Fahrer einen Menschen zerquetscht, werden als gottgegeben hingenommen.

  14. 26.

    Das sollte wohl weniger Satire, als vielmehr der Startschuß zu einem Haufen Empörungskommentare sein. Dieses Geschreibsel ist doch auf den ersten Blick als Provo-Kommentar zu erkennen, Markus.

  15. 24.

    Man halte mich für einen Verschwörungstheoretiker, aber je öfter ich den lese, desto größer werden meine Zweifel, dass der 'Diversrainbow'-Kommentar ehrlich gemeint ist. Es ist nicht vllt nur eine Provokation eines "Linksgrün"-Gengners, oder? Aber egal, es gibt jedenfalls so manche Leute, die solche Aussagen leider wirklich ehrlich meinen.

  16. 23.

    Da die Polizei jeden kontrollieren kann ist es noch lange kein Rassismus. Und wenn ich nichts zu verbergen habe, kann ich mich durchaus auch kontrollieren lassen. Nicht nur die Polizei, auch Zoll und Andere haben ihre Erfahrungen, die sie umsetzen.

  17. 22.

    O je, ich fürchte, auch Sie meinen das ernst, oder? Eine simple Polizeikontrolle ist also ein ausreichender Grund dafür, eine mörderische Flucht zu ergreifen und die Leben anderer Menschen massivst zu gefährden? Und wofür haben wir dann das Antidiskriminierungsgesetz, wenn Sie nun doch für das Gesetz des Dschungels eintreten? In Deutschland kann man auch als "Südländer" gefahrlos anhalten ohne das Risiko erschossen zu werden. Das ist in den USA vielleicht anders, das weiss ich nicht. Leider aber arbeiten auch hier regelmässig ein paar enthemmte Kriminelle und GTA-Zockerfans mit Realitätsverlust daran, sehr gute Gründe für eine Aufrüstung der Polizei zu schaffen.

  18. 21.

    Was für ein dämlicher Kommentar. Im übrigen steht nirgends etwas von südländischen Aussehen des Fahrers. Hier sollte ein Fahrzeug wegen auffälliger Kennzeichen kontrolliert werden, der sich der Kontrolle daraufhin entzogen hat. Völlig reguläres Vorgehen der Polizei, gegen wen auch immer.

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