Kampagne #Wetterberichtigung - Auch das Wetter hat jetzt Migrationshintergrund

Di 05.01.21 | 15:24 Uhr
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Wetterkarte Europas mit Hagelgebieten auf dem Monitor (Quelle: imago-images/Prager)
Bild: imago-images/Prager

Rund 26 Prozent aller Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, trotzdem sind ihre Namen in vielen Bereichen des Lebens "unsichtbar". So auch im Wetter. Eine Kampagne soll das nun ändern: Wenn es diese Woche schneit, dann dank "Tief Ahmet".

"Ahmet", "Goran" oder "Dragica": In den ersten Wochen des Jahres 2021 werden häufig Namen mit Migrationshintergrund auf der Wetterkarte stehen. Hatten Deutschlands Wetterkarten 2020 noch "Hoch Willy" und "Tief Hermine", bringt im Januar "Tief Ahmet" und "Hoch Dragica" das Wetter. Die "Neuen deutschen Medienmacher*innen" (NdM) haben 14 Wetterpatenschaften für die ersten Wochen 2021 gekauft. Mit anderen Worten: die Hochs und Tiefs haben jetzt migrantische Namen. Mit der Kampagne #Wetterberichtigung wollen wir die Vielfalt in der Bevölkerung sichtbar machen.

26 Prozent aller Menschen in Deutschland haben "Migrationshintergrund"

Seit 1954 vergibt das Institut für Meteorologie der FU Berlin Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Diese Namen werden von Wetterdiensten und Medien übernommen und veröffentlicht und erscheinen damit auf den Wetterkarten von Zeitungen sowie in Wetterberichten in Radio und Fernsehen. Die Preise für eine Patenschaft liegen bei 240 bis 360 Euro. Hochdruckgebiete sind dabei etwas teurer, weil in der Regel langlebiger.

Bisher hatte der Wetterbericht fast nur typisch deutsche Namen. Dabei haben laut Statistischem Bundesamt rund 26 Prozent aller Menschen in Deutschland einen "Migrationshintergrund". In Berlin sind es sogar 35 Prozent. In Österreich sind es durchschnittlich 23 Prozent und in der Schweiz rund 38 Prozent. Unter jungen Menschen liegt ihr Anteil sogar noch höher. Trotzdem finden sich Migranten und Migrantinnen und ihre Nachkommen in vielen Bereichen nicht wieder.

"Das Wetter diverser zu machen, ist nur ein symbolischer Schritt", sagt NdM-Vorsitzende Ferda Ataman. "Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall." Bei mehr Sichtbarkeit und Teilhabe spielen vor allem Medien eine wichtige Rolle.

Bisher hatte unser Wetter fast nur typisch deutsche Namen. Dabei haben laut Statistischem Bundesamt rund 26 Prozent aller Menschen in Deutschland einen "Migrationshintergrund". In Österreich sind es durchschnittlich 23 Prozent und in der Schweiz rund 38 Prozent. Unter jungen Menschen liegt ihr Anteil sogar noch höher. Trotzdem finden sich Migrant*innen und ihre Nachkommen in vielen Bereichen nicht wieder.

 

"Das Wetter diverser zu machen, ist nur ein symbolischer Schritt", sagt NdM-Vorsitzende Ferda Ataman. "Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall." Bei mehr Sichtbarkeit und Teilhabe spielen vor allem Medien eine wichtige Rolle.

Bisher hatte unser Wetter fast nur typisch deutsche Namen. Dabei haben laut Statistischem Bundesamt rund 26 Prozent aller Menschen in Deutschland einen "Migrationshintergrund". In Österreich sind es durchschnittlich 23 Prozent und in der Schweiz rund 38 Prozent. Unter jungen Menschen liegt ihr Anteil sogar noch höher. Trotzdem finden sich Migrant*innen und ihre Nachkommen in vielen Bereichen nicht wieder.

 

"Das Wetter diverser zu machen, ist nur ein symbolischer Schritt", sagt NdM-Vorsitzende Ferda Ataman. "Wichtig ist, dass gesellschaftliche Vielfalt endlich Normalität wird, überall." Bei mehr Sichtbarkeit und Teilhabe spielen vor allem Medien eine wichtige Rolle.

Medienschaffende mit Migrationshintergrund nur bei 5 bis 10 Prozent

Die Organisation setzt sich für Vielfalt im Medienbereich ein und fordert gemeinsam mit Partnern aus der Schweiz und Österreich, dass bei jedem Thema und jeder Sendung auch nicht-weiße Menschen gezeigt werden.

Die Organisationen schlagen auch eine Quote für Journalisten und Journalistinnen aus Einwandererfamilien von 30 Prozent bis 2030 vor. Den Angaben zufolge liegt der Anteil von Medienschaffenden mit Migrationshintergrund in Deutschland schätzungsweise bei 5 bis 10 Prozent. In der Bevölkerung insgesamt hat hingegen jeder Vierte einen Migrationshintergrund, wurde also entweder selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren oder hat mindestens ein Elternteil, bei dem das der Fall ist.

Die Kommentarfunktion wurde am 05.01.2020 um 21:45 Uhr geschlossen

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27 Kommentare

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  1. 27.

    Erstens find ichs gut, dass die ganze Sache ihr Ziel erreicht hat(es findet eine gesellschaftliche Debatte darüber statt) und zweitens regt es bestimmt einige Leute an (oder auf!), sich über ihre eigenen Vorurteile Gedanken zu machen...

  2. 26.

    Wer es nötig hat und zuviel Geld hat, der entdeutscht sogar das deutsche Wetter. Es ist so peinlich; nur weil ihr Geld für anderen Scheiß benötigt. Hört auf: Tief ist Tief und HOCH ist hoch. Beide haben in Regionen ihren Ursprung. Früher sagte man: Azorenhoch. Heute: Was zahlen sie ? ...Es stinkt zuum Himmel.

  3. 23.

    Nennen die Dänen oder Polen die Hochs und Tiefs auch so, oder gibts eine Landesübersetzung?

  4. 22.

    Hallo Alice!

    Ich weiss nicht, wie weit Sie sich mit der franzoesischen Sprache auskennen, aber in Frankreich werden sogar Begriffe wie "E-Mail" ins Franzoesische uebersetzt. Ich finde das ganz nett, es hilft insbesondere aelteren Mitmenschen, die der englischen Sprache nicht besonders maechtig sind.

    Und Sprache ist ja letztendlich auch ein Stueck Kultur.

    Maik

  5. 21.

    Ich wäre ja für Hoch Alice. Ob allerdings Umbrella das zulässt? ;) Ansonsten ist es mir vollkommen egal, wie die Hochs und Tiefs heißen. Nr. 16 hat ja schon geschrieben, dass jeder eine Patenschaft für einen Namen übernehmen kann. Kostet natürlich was.

  6. 20.

    Ungerade Jahre - Mistwetter = Männernamen. Also wird dich Aische dieses Jahr zum Schwitzen bringen - Cherie

  7. 19.

    Sehr gut. Mittwoch taucht dann das Hoch Angelika, ausgesprochen Anrzelika, auf, welches dann vom Tief Boris verdrängt wird. Ich finde es sollte auch das Wort zum Sonntag mal von einem Buddhisten gesprochen werden.

  8. 18.

    Gab es nicht schon vor einigen Jahren ein fieses Sturmtief namens "Kyrill"? Ist ja auch kein urdeutscher Name...

  9. 17.

    Ok - keine ausländischen Wörter in Teutscheland mehr. Aber an der Frittenbude Bouletten mit Pommes Frites bestellen und damit dann Probleme haben ;-) .

  10. 16.

    Warum ist sowas ueberhaupt eine Meldung wert?

    Jedermann kann auf die Webseite des meteorologischen Institutes der FU Berlin gehen und dort die Patenschaft fuer einen Namen uebernehmen:

    > http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate/

    Nur weil das jetzt durch eine Kampagne um die Person Ferda Ataman geschah, muss daraus eine Meldung auf Seite eins der Nachrichtenseiten werden.

    Verstehe einer wer will.

  11. 15.

    Passt doch, da Wetter hat wenigstens Migrationshintergrund hat. ;)

  12. 14.

    Ich freue mich schon auf den TV-Wetterfrosch, der angesichts eines anhaltenden Sturmtiefs formuliert: "Mohammed wütet über Deutschland" und den anschließend folgenden "Scheißesturm" der Berufsentrüsteten.

  13. 13.

    Wie gut das wir keine anderen Probleme oder Wünsche haben.
    Wir sind aber immernoch in Deutschland und es reicht schon dass wir die vielen englischen Worte haben ob angebracht oder nicht.

  14. 12.

    Lohnt es sich über die Sinnhaftigkeit überhaupt zu diskutieren? Ob so'n Ding nun Ahmet, Wladimir oder Fritz mit Orkanhintergrund heisst ist doch völlig schnuppe. Mistwetter bleibt Mistwetter - typisch Kerle ;-).

  15. 11.

    Böse Wettererscheinungen behalten auch in Zukunft deutsche Namen, damit keine Diskussionen aufkommen, wenn Aische ein Orkantief ist!

  16. 10.

    Das solche Aktion extra in den Medien erwähnt werden muss ist schon ein Zeichen dafür daß wir noch immer ein Problem mit Leuten mit Migrationshintergrund (was für eine blöde Bezeichnung) haben.
    Warum nicht einfach die Namen für Hochs und Tiefs einsetzen und einfach auf Begründungen verzichten, zumal diese Bezeichnungen für die meisten uninteressant sind und Veränderungen kaum auffallen würden.

  17. 9.

    Wenn du das gefunden hast, hättest du auch die 35% für Berlin finden müssen.

  18. 8.

    Finde ich gut. Da muss noch mehr kommen.

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