Symbolbild - Ein Auto der Berliner Polizei fährt durch Berlin. (Bild: dpa/Andreas Gora)
Bild: dpa/Andreas Gora

Betreiber rassistisch beleidigt - Bezirkspolitiker soll vor Kreuzberger Imbiss randaliert haben

Ein Mitglied einer Berliner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) soll betrunken an einem Kreuzberger Imbiss randaliert haben.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, soll der 55-jährige am Sonntag gegen 16.30 Uhr am Mehringdamm den Besitzer eines Imbisses rassistisch beleidigt haben. Dabei soll er auch eine Aufenthaltsberechtigung des 41-jährigen Imbissbetreibers gefordert haben. Schließlich soll der Kommunalpolitiker eine Plastikflasche vom Tresen in den Imbiss geworfen haben. Weil sich der Deckel der Flasche löste, wurde der Imbissbesitzer von Soße an der Bekleidung und im Gesicht getroffen.

CDU Tempelhof-Schöneberg will Fall besprechen

Wie der CDU-Kreisverband Tempelhof-Schöneberg dem rbb am Montagnachmittag bestätigte, soll es sich bei dem Politiker um ihren Verordneten Harald Sielaff handeln. Der Fall solle noch am Montagabend auf einer Fraktionssitzung besprochen werden, hieß es. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" ausführlich über den Fall berichtet und dabei den Namen Sielaff genannt.

Wie die Polizei mitteilte, sagte der Täter der alarmierten Polizei, er habe Alkohol getrunken. Er habe dann vor Ort den Ausweis einer Bezirksverordnetenversammlung gezeigt. Die Polizei ließ den Politiker wenig später gehen, ermittelt wird nun wegen Beleidigung und Sachbeschädigung.

Sielaff weist Rassismus-Vorwurf zurück

Laut einem "Tagesspiegel"-Bericht hat sich der Politiker inzwischen bei dem Imbissbetreiber entschuldigt. Er werde die juristische Aufarbeitung der Angelegenheit "aktiv unterstützen", zitierte die Zeitung am Montag aus einer Stellungnahme Sielaffs. Zudem erkläre er seinen sofortigen Rücktritt als Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg.

Nach Informationen des Tagesspiegel weist Sielaff allerdings zurück, Gewalt angewendet und rassistische Äußerungen von sich gegeben zu haben. Es habe lediglich eine verbale Auseinandersetzung gegeben, soll er seiner Fraktion mitgeteilt haben.

Sendung: Abendschau, 18.01.2021, 19:30 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    "Es habe lediglich eine verbale Auseinandersetzung gegeben, soll er seiner Fraktion mitgeteilt haben." ... Wenn man den Wurf mit der Ketchup-Flasche als "nicht getroffen" wertet, wäre das auch eine Auslegungsvariante. Die vorhergehende Forderung nach Vorlage einer "Aufenthaltsberechtigung" würde ich jetzt allerdings nicht als "rein verbale Auseinandersetzung" deklarieren, sondern als "rassistische Provokation".

  2. 33.

    Ja genau, der Links-Grüne RBB oder der ebensolche Tagesspiegel fahren eine "Schmutzkampagne" gegen Sielaff, um den gemeinen Bürger von "Skandalen" der Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksregierung abzulenken. Auweia, Franz Vege . . .

  3. 32.

    "Klar, dass LinksGrün/Medien jetzt eine Schmutzkampagne fahren." --- Wenn man alles, was nicht "stramm rechts" ist, als "LinksGrün" adelt, stimmt diese Aussage sogar: Schmutz muß man wegfegen.

  4. 31.

    Wer sich hier skrupelos brüstet, moralisch steinigen zu dürfen, ohne den tatsächlichen Sachverhalt zu kennen, macht sich genauso schuldig !

  5. 30.

    Klar, dass LinksGrün/Medien jetzt eine Schmutzkampagne fahren. Da kann man gut von Herrman, schmidt, diese EG und sonstige Skandale in Kreuzberg ablenken.

    Mit einem Rücktritt hat er schnell und angemessen reagiert

  6. 29.

    Dann würde genauso wegen Beleidigung und Sachbeschädigung ermittelt werden. Wo ist das Problem ? Das hier ein Christdemokrat gefehlt hat ? Besser wäre natürlich für die Phantasie ein AfD Parteibuch gewesen !

  7. 28.

    Man stelle sich nur vor, bei diesem Vorfall wäre ein AfDler beteiligt gewesen.
    @Nobert Schulz hat es gut umschrieben: "Erleichterung bei der AfD."

  8. 27.

    Bei einem tatsächlichem Verdachtsfall haben wir ja die Schlapphüte, die auch ein "enges Betreuungsprogramm" bieten, wie die Kollegen von den Blaubraunen bestätigen können. ;-) Einfach mal nachfragen.

  9. 26.

    Ist dieser mit Soße werfende CDU-Politiker womöglich Anhänger der sogenannten "Werte-Union"? Soll dieses Verhalten etwa "deutsche Leitkultur" sein? Das ist schon ziemlich widerlich: Im betrunkenen Zustand Ausländer bei der Imbiss-Arbeit belästigen. mit Flaschen bewerfen und ihre Aufenthaltserlaubnis anzweifeln.

  10. 25.

    LACH!! Allein das Aufatmen in der Parteizentrale war wahrscheinlich nicht ganz uninfektiös... ;-)

  11. 24.

    Es gibt nicht eine rassistische Entwürdigung oder gar Beleidigung von mir. Weil mir klar ist, daß man sich seine Haut nicht aussuchen kann und es keinen Unterschied macht, ob sie nun braun, gelb oder rot-weiß-rot-gestreift ist.

    Wo genau soll ick den Stein hinwerfen?

  12. 23.

    Corona-Koller plus Laschet-Frust - eine gefährliche Mischung. Wir alle sollten ein Auge auf CDU-Politiker in unserer Nachbarschaft haben und bei Anzeichen eines psychischen Ausnahmezustands Hilfe anbieten.

  13. 22.

    "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!!"
    OK Herr Krause... ich habe geworfen! Und weil ich moralisch auch einigermaßen gefestigt bin, ist dabei nichts und niemand zuschaden gekommen.
    Sind Menschen bei ihnen gleich Moralapostel, weil sie solch ein Verhalten verurteilen? Es gehört sich im gesellschaftlichen Zusammenleben einfach nicht, wildfremde Leute anzupöbeln oder gar zu bedrohen oder zu verletzen. Ehrlich.. mir ist das noch nie passiert, weil es wahrscheinlich nicht zu meinem Charakter gehört. Und ich bin auch gerne mal am Feiern und lecker was trinken.

  14. 21.

    Erleichterung bei der AfD.

  15. 20.

    Erstaunlich und erschreckend, mit welcher Häme sich hier manche " Moral-Apostel " über einen Menschen erheben, gute Ratschläge geben und ein Urteil fällen.
    Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!!

  16. 19.

    "Der Wein erfindet nichts, er schwatzt´s nur aus."
    Friedrich Schiller

  17. 18.

    Alkohol ist "nur" ein Enthemmer: wer rassistisch denkt, läßt es auch irgendwann heraus. Das sorgt - wie in diesem Fall - stets für "unangenehme Überraschungen". Danach ist "der Ofen bei mir zumeist aus".

  18. 17.

    In der Tat hat der Mann nicht nur ein Alkoholproblem: Er hat ein Problem mit Menschenrechten, mit der Gleichwertigkeit aller Menschen und nicht zuletzt damit, die eigenen Allmachtsfantasien nicht legal umsetzen zu dürfen. Da reiben sich die Parlamentarismusverächter*innen doch die Hände, so jemand ist doch geradewegs koalitionsfähig. Alkohol ist an seinen Einstellungen jedenfalls nicht schuld.

  19. 16.

    Er hat es inzwischen zugegeben, ihre Legendenbildung ist also überflüssig. Netter Versuch.

  20. 15.

    Danke für den Einwand! Anna-Lena von gegenüber wegen ihrer dunklen Locken zu hänseln kann per sé keine "Fremdenfeindlichkeit" sein. Meine Tochter hat auch dunkle Locken. Mir wurde öfter gesagt, daß "sie aber doch ein sehr gutes Deutsch spräche". Nun ja, manchmal fällt der Apfel doch nicht allzu weit vom Stamm entfernt...

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