Archivbild: Bewaffnete Polizisten gehen bei einem Einsatz aus einem Hauseingang. Knapp ein Jahr nach dem Kunstdiebstahl im Dresdner Grünen Gewölbe hat die Polizei am 17.11.2020 in Berlin drei Tatverdächtige festgenommen. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Audio: Fritz | 05.01.2021 | Juliane Kowollik | Bild: dpa/Annette Riedl

Berlin-Neukölln - Erneute Razzia wegen Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe

In der Hoffnung, einen flüchtigen Tatverdächtigen des Dresdner Juwelendiebstahls in einer Wohnung in Berlin aufzufinden, rückten am Dienstag sächsische Ermittler nach Neukölln aus. Doch die "berechtigte Vermutung" erfüllte sich nicht. Der Mann bleibt verschwunden.

Im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Grünen Gewölbe im November 2019 ist erneut eine Wohnung in Berlin durchsucht worden. Bei dem Einsatz im Bezirk Neukölln wurden am Dienstag zwei Handys und mehrere Dokumente beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Dresden mitteilten. Die Ermittler des Landeskriminalamtes Sachsen wurden demnach von Spezialeinsatzkräften unterstützt.

Tatverdächtigen nicht in der Wohnung aufgefunden

Ein noch flüchtiger 21-jähriger Tatverdächtiger, nach dem seit Wochen öffentlich gefahndet wird, wurde den Angaben zufolge nicht in der Wohnung angetroffen. "Wir hatten die berechtigte Vermutung, dass er sich in der Wohnung aufhält", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase.

Ziel der Durchsuchung sei die Verhaftung des Verdächtigen gewesen. Abdul R. sei aber nicht in der Wohnung im Stadtteil Rudow angetroffen worden. "Nach ihm wird weiterhin mit Hochdruck und auch öffentlich gefahndet."Nach ihm werde weiterhin mit Hochdruck gesucht, erklärten die Ermittler. Der zunächst ebenfalls flüchtige Zwillingsbruder des Manns war Mitte Dezember in Berlin-Neukölln festgenommen worden.

Bereits vier Wochen zuvor hatten die Ermittler in Berlin drei Verdächtige aus dem kriminellen Clanmilieu gefasst, die den Einbruch in das Grüne Gewölbe vor mehr als einem Jahr begangen haben sollen. Die 23 bis 26 Jahre alten Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Historischer Juwelenschmuck gestohlen

Ende November 2019 hatten mehrere Einbrecher aus dem Grünen Gewölbe in Dresden historischen Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert von großem Wert gestohlen [mdr.de]. Anschließend flohen sie mit einem Auto, das sie später in Brand setzten. Der Coup löste international große Aufmerksamkeit aus.

Der Remmo-Clan, zu dem die Tatverdächtigen gehören, ist der Polizei bereits einschlägig bekannt. Einige Familienmitglieder waren 2017 an dem ebenso spektakulären Diebstahl einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum beteiligt. Sie wurden dafür im Februar 2020 verurteilt.

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