Fünf Polizisten wurden am 05.01.2021 nach einer Verfolgungsfahrt durch Berlin Neukölln verletzt. (Quelle: Morris Pudwell)
Video: rbb|24 | 06.01.2021 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: Morris Pudwell

Verfolgungsjagd durch Neukölln - Polizei sucht nach flüchtigem Beifahrer aus Unfallwagen

Eine Verfolgungsjagd durch Neukölln endet am Dienstag mit einem Crash. Fünf Polizisten werden verletzt sowie ein 20-Jähriger, der ohne Führerschein unterwegs war. Gegen ihn wird ermittelt - aber auch gegen einen Polizisten, der an der Festnahme beteiligt war.

Nach einer Verfolgungsfahrt im Berliner Bezirk Neukölln ist ein Tatverdächtiger immer noch flüchtig. Lediglich der 20 Jahre alte Fahrer konnte festgenommen werden. Vom zweiten Insassen fehlt bisher jede Spur, wie eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen mitteilte.

Fünf Polizisten leicht verletzt

Die Verfolgungsfahrt war mit einem Unfall geendet, bei dem fünf Beamte leicht verletzt wurden. Beamte hatten am Dienstagabend ein Fahrzeug verfolgt, das gegen 19:30 Uhr wegen unsicherer Fahrweise aufgefallen war - und dessen Fahrer trotz der Aufforderung, anzuhalten, davonraste, hieß es.

Ein Auto einer Zivilstreife habe dann am Tempelhofer Feld an der Kreuzung Lichtenrader Straße und Selchower Straße quer zur Fahrbahn als Straßensperre gestanden. Das Fluchtauto sei in diesen Wagen hineingefahren. Ein Einsatzwagen, der den Flüchtigen verfolgte hatte, konnte nicht mehr rechtzeitig zum Stehen kommen und fuhr von hinten auf.

Fahrer und Beifahrer stiegen aus dem Wagen und versuchten zu Fuß zu fliehen. Der 20-jährige Fahrer wurde in der Nähe des Unfallorts festgenommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Er war ebenfalls leicht verletzt worden. Es bestehe der Verdacht, dass er unter dem Einfluss berauschender Mittel gestanden habe, hieß es. Er habe eine kleine Menge Betäubungsmittel und ein Messer bei sich gehabt, im Auto fanden die Polizisten außerdem eine Machete. Einen Führerschein habe der 20-Jährige nicht besessen. Alle sechs Verletzten seien ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden, so die Berliner Polizei. Vom Beifahrer gibt es bisher keine Spur.

LKA ermittelt gegen Polizisten wegen Umständen der Festnahme

Während der Festnahme des 20-Jährigen soll es zu unrechtmäßiger Anwendung von körperlicher Gewalt gekommen sein, teilte die Polizei in einer zweiten Mitteilung am frühen Mittwochnachmittag mit. Demnach habe ein Polizist Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstattet. Was genau passiert sein soll, wurde nicht bekannt. Das Landeskriminalamt habe Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt aufgenommen.

Gegen den Festgenommenen ermittelt die Polizei wegen des Verdacht des Fahrens unter Einfluss von berauschenden Mitteln, des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz.

Sendung: Abendschau, 06.01.2021, 19:30 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Natürlich nur, wenn man von der Straßensperre seiner Kollegen überrascht ist... Evt. schon mal selbst über ein Fahrsicherheitstraining nachgedacht? Das bringt mehr, als man unbedarft glaubt.

  2. 14.

    Grade Polizisten sollten sich an Recht und Gesetz halten. Wenn ein Polizisten den anderen anzeigt war es wohl etwas mehr als "nachdrücklich durchsetzen ".
    Methoden wie bei Dirty Harry passen nicht zu einem demokratischen Rechtsstaat.

  3. 13.

    Ich bezweifle, dass hier ein Fahrsicherheitstraining des auffahrenden Polizisten etwas gebracht hätte. Wenn der Fluchtwagen entgegen der sonst üblichen rund 40 Meter bei 100 km/h innerhalb von 5 Metern von 100 auf 0 (ja, wahrscheinlich war er auch gar nicht soooo schnell) kommt, weil der Wagen in ein Hindernis kracht und damit die Bewegungsenergie in Blechverformung statt in Bremsscheibenhitze abbaut, dann hilft auch der übliche Abstand nicht mehr. Und diesen mal eben nur wegen dieser Möglichkeit auf eine "sichere" Distanz zu erhöhen, dürfte bei einer Verfolgungsjagd wohl eher kontraproduktiv sein.

  4. 12.

    "Während der Festnahme des 20-Jährigen soll es zu unrechtmäßiger Anwendung von körperlicher Gewalt gekommen sein, teilte die Polizei in einer zweiten Mitteilung am frühen Mittwochnachmittag mit. Demnach habe eine Einsatzkraft Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstattet."

    Wie in meinem vorherigen Kommentar angesprochen, ist der Streß bei solch einer Verfolgungsjagd nicht zu unterschätzen. Wenn es in solch einer Situation zu einer unangemessenen Gewaltanwendung kommt, bin ich "der Einsatzkraft" dankbar, die dies "angezeigt" hat. Dabei geht es mir nicht um eine Bestrafung, sondern um mögliche Maßnahmen, die eine Wiederholung solches "unangemessenen Verhaltens" - am besten nachhaltig - verhindern.

    Mit hohen Ansprüchen an die Rechtsstaatlichkeit der Polizei erhält man eben auch eine rechtsstaatliche Polizei, was mMn. sehr beruhigt.

  5. 10.

    Unrechtmäßige Anwendung von körperlicher Gewalt? Komme da doch leicht ins Grübeln. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. ein altes Sprichwort. Der Festgenommene hat wohl den klaren Anweisungen der Beamten nicht Folge leisten wollen, tja da muss man dann halt mit Nachdruck die vorläufige Festnahme etwas härter durchsetzen. Auch bei mir gäbe es da keinen Pardon. Scheint wohl ein etwas zartbesaiterter Kollege zu sein. Gute Besserung den verletzten Beamten.

  6. 9.

    Wertloses Gerede hört man leider nicht nur hier, wie z.B. Ihren Kommentar ohne jegliche Relevanz, sondern leider auch permanent von Vertretern der GdP, die heutzutage scheinbar zu jedem noch so belangsosen Thema "zu Rate" gezogen werden und deren Relevanz diametral zu ihrer Häufigkeit steht. Wer hat denn eigentlich irgendwann entschieden, dass diesem politisch rechten Karnevalsverein so eine Bedeutung beigemessen wird? Ich kann sehr gut auf deren Meinung verzichten, zumal sie sich ohnehin immer zwischen den gleichen Floskeln bewegt.

  7. 8.

    @Polizei Danke und Glückwunsch zur erfolgreichen Festnahme. Viel Erfolg beim Ermitteln des Flüchtigen.
    Gute Besserung den Verletzten.

  8. 7.

    Hallo Paul, was wollen Sie mit Ihrem Kommentar ausdrücken? Warum schreiben Sie eigentlich? Jede Straftat ist zu ahnden und zum Glück gab es nur leicht Verletzte. Ich möchte mal Ihren Kommentar lesen, wenn so ein wahrscheinlich Zugekiffter Angehörige von Ihnen verletzt. Dann wird das Geschrei natürlich groß sein. Es ist gut, dass der Fahrer aus dem Verkehr gezogen wurde bevor noch etwas Schlimmeres passiert ist.

  9. 6.

    Herrmannstr., fetter Mercedes, 20 Jahre alt, Machete im Auto. Keine weiteren Fragen.

  10. 5.

    In einem funktionierenden Rechtssystem spielt auch die Justiz eine entscheidende Rolle. Deshalb sollte man nicht nur immer auf die Polizei schauen

  11. 4.

    Fahren ohne Führerschein, mutmaßlich unter Drogeneinfluß, mit Machete. Mein Fahrlehrer sagte: "Rechne immer die Idiotie der anderen mit ein." Ich bezweifle, daß er solch ein Ausmaß vor Augen hatte.

    "Ein Einsatzwagen, der den Flüchtigen verfolgte hatte, konnte nicht mehr rechtzeitig zum Stehen kommen und fuhr von hinten auf."
    Die Hektik einer "Verfolgungsjagd" will ich gar nicht in Abrede stellen. Dabei ein Auto unter Kontrolle zu halten ist Schwerstarbeit mit Höchstanforderungen an die Konzentration. Wenn es die Kapazitäten ermöglichen, könnten die Fahrsicherheitstrainings vllt. noch optimiert werden, z.B. durch die Beratung durch Rennfahrer, falls so etwas noch nicht geschieht. Das erhöht nicht nur die Selbstsicherheit im Umgang mit dem "Arbeitsgerät", sondern macht nebenbei auch noch "ein klein wenig Spaß".

  12. 3.

    Die Aussagen von Paul sind, wie man (und frau natürlich auch) es von ihm erwartet, nur populistisches und wertloses Gerede.

  13. 2.

    Ihr Kommentar ist leider ebenso wertlos. Jendro hat einfach nur Tatsachen beschrieben, was ist daran verkehrt. Er hat nicht mal gejammert sondern nur gesagt, was Sache ist. Ihr Problem liegt offenbar tiefer...

  14. 1.

    "Es gibt leider immer wieder Leute, die Straftaten begehen und sich dafür nicht zur Rechenschaft ziehen lassen wollen"
    Ich glaube es liegt in der Natur der Sache, dass man, wenn man eine Straftat begeht, nicht unbedingt dafür zur Rechenschaft gezogen werden will. Das Polizist:innen einem hohen Berufsrisiko ausgesetzt sind, ist auch allgemein bekannt.
    Die Aussagen von Jendro sind, wie man es von der GdP erwartet, nur populistisches und wertloses Gerede.

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